Auberlen, Karl August - Das Geheimnis Gottes in Christo – Vorwort
Zur Veröffentlichung dieser Predigten veranlasste den Verfasser zunächst der ihm ausgesprochene Wunsch, er möchte über die in seiner Schrift: der Prophet Daniel und die Offenbarung Johannis, dargelegten Gedanken noch etwas Populäreres schreiben. Die nachfolgenden Blätter können als eine Art Einleitung in das Verständnis jenes größeren, auch für Nichttheologen bestimmten Buches dienen. Natürlich bilden sie aber auch für sich selbst ein Ganzes, umso mehr, da sie unter der Hand zugleich zu einer Ergänzung des anderen Werkes wurden. Es drängte nämlich den Verfasser, auf die Fundamente zurückzugehen und neben dem, was wir noch zu hoffen haben, auch das hervorzuheben, was wir in Christo schon besitzen. Wie Johannes neben seiner Offenbarung noch ein Evangelium schreiben musste, so ist es für jeden wahren Christen inneres Bedürfnis, den Herrn gleich sehr als den Gekommenen und als den Kommenden zu haben. Man hat in der Kirche im Ganzen nur den ersteren, so dass treue Schriftforscher, zumal im Hinblick auf den Ernst der Zeit, sich angetrieben fühlen müssen, die Aufmerksamkeit der Gläubigen mehr, als bisher geschehen, auf die Zukunft Christi zu lenken. Richtet sich aber der Blick nur auf diese, so wird hinwiederum die Anschauung und das Urteil leicht schief und einseitig. Es gilt hier, wie in allen Dingen, das weise, nüchterne und heilsame Ebenmaß der Schrift zu lernen, nach welcher sich Sott mit uns verloben will in Gerechtigkeit und Gericht, in Gnade und Barmherzigkeit (Hos. 2, 21). Unter diesem Gesichtspunkt sind die nachfolgenden Predigten ausgewählt und so geordnet, dass sie in ihrer Reihenfolge die Hauptwahrheiten unseres evangelischen Glaubens behandeln. Möchte denn mancher Leser, besonders auch unter meinen lieben Studierenden, durch Gottes Kraft etwas Ganzes vom Evangelio darin finden!