Spurgeon, Charles Haddon - Predigt-Entwürfe - 23. Geöffnete Augen.

Spurgeon, Charles Haddon - Predigt-Entwürfe - 23. Geöffnete Augen.

Und Elisa betete und sprach: Herr, öffne ihm die Augen, dass er sehe! Da öffnete der Herr dem Knaben seine Augen, dass er sah, und siehe, da war der Berg voll feuriger Rosse und Wagen um Elisa her.“ 2 Kön. 6,17.

Der Glaube dient dem Gläubigen anstatt der Augen und lässt ihn sehen, was andere nicht sehen können. Das erhält ihn still und ruhig und seht ihn in den Stand, die Befürchtungen derer zu verscheuchen, welche angstvoll rufen: „O wehe, mein Herr, was wollen wir nun tun?“ V. 15.

Aus dieser Geschichte lernen wir, wieviel um uns her sein kann, das doch dem natürlichen Auge unsichtbar ist. Wir wollen betrachten:

I. Dass das natürliche Auge für himmlische Dinge blind ist.

Gott ist überall, doch von der Sünde geblendete Augen sehen Ihn nicht.

Sein Gesetz bezieht sich auf die Gedanken und Absichten des Herzens, doch der wundervolle, geistliche Sinn wird nicht erkannt.

Die Menschen selbst sind sündig, schuldig, gefallen, und doch sehen sie ihre Wunden und Eiterbeulen nicht.

Ihre Gefahr ist groß, und doch spielen sie weiter und tanzen blind der Hölle zu. In B. lebt ein Mann, der um seinen Hals ein Plakat trägt, auf dem die Worte stehen: „Ich bin ganz blind.“ Das passt auf diese törichten Menschen.

Jesus ist nahe und bereit, zu helfen, aber ihre Augen werden gehalten, dass sie nicht wissen, dass es Jesus ist. Er ist ganz lieblich und begehrenswert, die Sonne der Seele, und doch ist Er ganz unbekannt.

Dieser Mangel an geistlicher Wahrnehmung erniedrigt den Menschen. Der geblendete Simson ist ein klägliches Schauspiel; von einem Richter in Israel sinkt er hinab zu einem Sklaven der Philister.

Dies erhält den Menschen zufrieden mit der Welt; er sieht nicht, wie nichtig das ist, um das er sich abmüht, um deswillen er sündigt und den Himmel opfert.

Dies veranlasst viele, dem eintönigen Geschäft des Geizes zu folgen, und nie nach besseren Dingen zu trachten, sondern den beständigen Rundgang der Mühe und Arbeit wieder aufzunehmen, wie blinde Pferde in der Tretmühle.

Dies macht die Menschen stolz. Sie denken, sie wissen alles, weil sie so wenig von dem sehen, was bekannt sein kann.

Dies bringt die Menschen in Gefahr. Wenn ein Blinder“ rc. Mt. 15,14.

II. Dass Gott allein der Menschen Augen öffnen kann.

Wir können Blinde führen, sie aber nicht sehend machen; wir können die Wahrheit vor ihnen ausbreiten, aber ihre Augen nicht öffnen. Das ist Gottes Werk allein.

Manche gebrauchen künstliche Augen, andere versuchen es mit Brillen, Fernrohren, gefärbten Gläsern rc., aber es ist alles vergeblich, weil die Augen blind sind.

  1. Das Gesicht geben ist dasselbe Wunder als etwas schaffen. Wer kann ein Auge machen? Dem Sünder ist die Fähigkeit des geistlichen Gesichts verloren gegangen.
  2. Der Mensch ist blind geboren.
  3. Der Mensch ist absichtlich blind. Seine Finsternis ist ein Teil von ihm selbst. Siehe Joh. 9,32.
  4. Niemand ist so blind als der, der nicht sehen will. „Das blinde Volk, das Augen hat“ rc. Jes. 43,8.
  5. Das Öffnen der Augen wird als ein Bundessegen bezeichnet. Der Herr hat seinen Sohn gegeben zum rc. Jes. 42,6.7. Satan machte dies im Garten nach, als er sagte: „So werden eure Augen“ rc. 1 Mose 3,5.

III. Dass wir Ihn bitten dürfen, den Menschen die Augen zu öffnen.

„Wir sollten rufen: „Herr, öffne ihnen die Augen, dass sie sehen!“

  1. Wenn wir Sünder in Trübsal sehen, so ist das ein hoffnungsvolles Zeichen, und wir sollten mit doppelter Dringlichkeit für sie beten. Jes. 26,2.
  2. Wenn wir sie beten hören, sollten wir den Herrn für sie bitten. Ihre Gebete sollten unsere Gebete hervorrufen.
  3. Wenn ihre Blindheit uns erstaunen macht, dann sollte uns das auf die Knie treiben.
  4. Die Gebete anderer haben uns genügt, und darum sollten wir den Segen zu dem Gebetsschatz der Gemeinde zurückzahlen.
  5. Es verherrlicht Gott, ihre Augen zu öffnen; lasst uns mit großer Erwartung beten und glauben, dass Er seinen Sohn ehren werde.

IV. Dass Gott Menschen die Augen öffnet.

  1. Er hat dies in einem Augenblick getan. Beachte die vielen Wunder, die der Herr an Blinden verrichtet hat.
  2. Besonders öffnet Er die Augen der Jugend. „Da öffnete der Herr dem Knaben“ rc.
  3. Er kann deine Augen öffnen. Die Blindheit hat verschiedene Formen, aber sie sind alle zusammengefasst in dem Ausspruch: „Der Herr macht die Blinden sehend.“
  4. Er kann dich in einem Augenblick seine Gnade in ihrer Allgenugsamkeit und Nähe sehen lassen. Hagar und der Brunnen. 1 Mose 21,19.

V. Dass selbst die, welche sehen, noch mehr Gesicht nötig haben.

Elisas Knabe konnte sehen, doch seine Augen wurden noch mehr geöffnet.

  1. In der Heiligen Schrift ist noch mehr zu sehen. „Öffne mir die Augen,“ rc. Ps. 119,18.
  2. In den großen Lehren des Evangeliums ist noch viel Licht verborgen.
  3. In der Vorsehung gibt's große Wunder. Gottes Hand in allem zu sehen, ist ein großes Vorrecht. Ps. 107,24.
  4. In uns, in der Sünde, im Satan sind Tiefen, die zu sehen, es sehr gut für uns wäre. Möchten wir Menschen sein, denen die Augen geöffnet sind!
  5. In Christo Jesu selbst sind verborgene Herrlichkeiten. „Herr, wir wollten Jesum gern sehen.“ Joh. 12,21; Hebr. 2,9.

Hast du geistliches Gesicht? Besser noch: siehe deinen Herrn! Dann siehe Engel und geistliche Dinge.

Nachlese.

Es ist der traurigste Zustand eines menschlichen Geschöpfes, das Wort Gottes zu lesen mit einer Decke vor dem Herzen, und durch alle wundervollen Zeugnisse von der erlösenden Liebe und Gnade, die die Schrift enthält, blind hindurch zu gehen. Und es ist ebenso betrübend, wenn nicht tadelnswert, blind durch Gottes Werke hin durch zu gehen, in einer Welt der Blumen und Sterne und Sonnenuntergänge und in tausend herrlichen Dingen der Natur zu leben, ohne dass jemals durch etwas auch nur ein vorübergehendes Interesse erweckt werde. Goulbourn.

Eine Dame sagte einst zu Turner, als sie ihm beim Malen zusah: „Warum legen Sie eine so grelle Färbung in Ihre Gemälde? Ich sehe in der Natur nie etwas derartiges.“ „Wünschen Sie, es in der Natur zu sehen, Madame?“ sagte er. Die Antwort war genügend. Er sah sie, sie nicht. So sehen die Gläubigen gleich dem Propheten, viele göttliche Wunder, welche die Weltlinge nicht gewahr werden können.

Das letzte Gebet des Märtyrers William Tyndale, das er im brünstigen Eifer und mit lauter Stimme zum Himmel hinauf sandte, war: „Herr, öffne dem König von England die Augen!“

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