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Ezechiel - Kapitel 3

Ezechiel - Kapitel 3

(Leander van Eß)

Der Prophet erhält seine Sendung an die Gefangenen in Tel-Abib; seine Pflicht wird ihm eingeschärft, und Muth gemacht; zuletzt sieht er noch einmal die Herrlichkeit Gottes.

1 Und er sprach zu mir: Iß Menschensohn, was du findest; iß diese Rolle! dann geh, und rede zum Hause Israels!
2 Da öffnete ich meinen Mund, und er gab mir diese Rolle zu essen,
3 und sprach zu mir: Menschensohn! speise deinen Bauch, und fülle deine Eingeweide mit dieser Rolle, welche ich dir gebe! Ich aß sie; und sie war in meinem Munde so süß wie Honig.
4 Und er sprach zu mir: Menschensohn! gehe hin zum Hause Israels, und trage ihnen meine Aussprüche vor.
5 Denn du wirst nicht zu einem Volk gesandt, das tief und unverständlich redet, sondern zum Hause Israels;
6 auch nicht zu vielen Völkern, die tief und unverständlich reden, deren Worte du nicht vernehmen kannst; wiewohl diese, wenn ich dich zu ihnen schickte, auf dich hören würden.
7 das Haus Israels wird dich nicht hören wollen, denn sie wollten auch mich nicht hören; denn das ganze Haus Israels hat eine harte Stirn, und ein verstocktes Herz.
8 Siehe! ich mache dein Gesicht so hart, wie ihr Gesicht, und deine Stirn so hart, wie ihre Stirn.
9 Wie einen Diamant, noch härter als einen Felsen mache ich deine Stirn. Fürchte sie nicht, und bebe nicht vor ihren Mienen; denn es ist ein widerspenstiges Volk.
10 Und er sprach zu mir: Menschensohn! nimm alle meine Aussprüche, die ich zu dir sage, wohl zu Herzen, und höre darauf mit deinen Ohren!
11 Gehe hin zu den Gefangenen, zu deines Volkes Söhnen, und rede zu ihnen, und sprich: So spricht der Herr Jehova! Sie mögen Folge leisten, oder mögen es unterlassen.
12 Da hob mich ein Geist auf, und ich hörte hinter mir die Stimme eines gewaltigen Getöses: „Gelobt sey die Herrlichkeit Jehova's von seinem Throne her!“
13 Und das Rauschender Flügel der Thiere, die an einander stießen, und das Rasseln der Räder mit ihnen, und die Stimme eines gewaltigen Getöses.
14 Und der Geist hob mich auf, und nahm mich fort. Ich ging erbittert vom Zorne meines Herzens, und die Hand Jehova's war stark auf mir.
15 So kam ich zu den Gefangenen nach Tel-Abib, die an dem Flusse Chebar wohnten, wo sie sich angesiedelt hatten, und blieb daselbst sieben Tage lang in Staunen versunken in ihrer Mitte.
16 Nach Ablauf dieser sieben Tage geschah der Ausspruch Jehova's an mich, indem er sprach:
17 Menschensohn! ich habe dich zum Wächter über das Haus Israels bestellt. Höre also aus meinem Munde den Ausspruch, und warne sie von meinetwegen.
18 Wenn ich zum Bösen sage: Du sollst sterben! du aber ihn nicht warnest, und nicht redest, um den Bösen von seinem bösen Wege zu warnen, daß er am Leben bleibe; so soll der Böse zwar um seines Frevels willen sterben; von deiner Hand aber will ich sein Blut fordern.
19 Wenn du aber den Bösen warnest, und er nicht von seiner Bosheit, und von seinem bösen Wege zurückkehrt; so soll er wegen seines Frevels sterben; du aber hast deine Seele gerettet.
20 Und wenn der Fromme abweicht von seiner Frömmigkeit, und Böses thut; so will ich eine Schlinge vor ihn legen, und er soll sterben. Wenn du ihn nicht warnest, so wird er um seiner Sünde willen sterben, und nicht wird gedacht werden seiner frommen Thaten, die er verrichtet hat; sein Blut hingegen fordere ich von deiner Hand.
21 Wenn du aber den Gerechten warnest, daß er nicht sündigen möge, und er nicht sündiget; so wird er leben, weil er sich warnen ließ; und du hast deine Seele gerettet.
22 Und es kam daselbst die Hand Jehova's über mich, und er sprach zu mir: Auf! gehe in's Thal; da will ich mit dir reden.
23 Und ich machte mich auf, und ging in's Thal; und siehe! da stand die Herrlichkeit Jehova's, wie jene Herrlichkeit, die ich am Flusse Chebar gesehen hatte; und ich fiel auf mein Angesicht.
24 Und es durchdrang mich ein Geist, und stellte mich auf meine Beine; und er redete mich an, und sprach zu mir: Gehe hin, verschließe dich in deinem Hause!
25 Denn siehe, du Menschensohn! man wird dir Fesseln anlegen, und dich damit binden, daß du nicht unter sie hinausgehen kannst.
26 Und deine Zunge will ich an deinen Gaumen kleben lassen, daß du stumm wirst, und sie nicht mehr zurechtweisen kannst; denn sie sind ein widerspenstiges Volk.
27 Wenn ich aber mit dir rede, so werde ich dir den Mund öffnen, und du sollst zu ihnen sagen: So spricht der Herr Jehova: Wer es höret, der höre es, und wer es unterläßt, der unterlasse es! denn sie sind ein widerspenstiges Volk.

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