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Calvin, Jean – Hiob 14, 1 – 4.

Calvin, Jean – Hiob 14, 1 – 4.

1) Der Mensch, vom Weib geboren und kurz von den Tagen, ist voll Unruhe. 2) Er geht auf wie die Blume und wird abgeschnitten, er flieht wie ein Schatten und bleibt nicht. 3) Und auf so einen willst du deine Augen richten, um mich ins Gericht zu ziehen? 4) Wer kann etwas Reines hervorbringen aus Unreinigkeit? Nicht einer!

Wir dürfen uns nicht über Gott beschweren und unser gutes Recht gegen ihn suchen wollen; unser einziges Verlangen soll vielmehr dahin gehen, dass er uns gnädig sei! So hat es Hiob aber keineswegs immer gemacht, darum lässt uns der Heilige Geist jetzt Hiobs Klagen und Beschwerden hören, damit wir ihm in dem, was an ihm verwerflich ist, nicht folgen. Hier redet Hiob über der Menschen Los: Der Mensch, kurz von Tagen ist voll Unruhe. Das bestätigt er durch Gleichnisse. Er geht auf wie eine Blume und wird abgeschnitten, er flieht wie ein Schatten und bleibt nicht. So kurz ist das menschliche Leben, und gleichwohl voll Unruhe und Bedrängnis; solange wir in der Welt sind, sind wir nie ohne Plage und vielerlei Anfechtung, die uns zerreibt und die Ruhe raubt – ein elender Zustand! Darum mögen wir Gott wohl bitten, er wolle in Anbetracht unseres kurzen und unruhvollen Lebens nicht gar zu streng mit uns sein, sondern uns tragen mit Geduld, damit wir nicht unter übermäßigen Druck kommen. Solches Gebet ist uns erlaubt.

Hiob aber geht darüber hinaus; das ist eine unverzeihliche Maßlosigkeit: Und auf so einen willst du deine Augen richten? Auf so eine arme Kreatur, wenn sie so hinfällig ist, dass alles in ihr lauter Elend und Armut ist? Und das willst du tun, um mich ins Gericht zu ziehen? Bin ich dir denn ein ebenbürtiger Partner? Unter dem Vorwand der Berufung auf seine Schwachheit spricht Hiob den Wunsch aus, Gott möge ihn nicht weiter plagen. Dagegen könnte man einwenden, dass doch Gott die Menschen nicht ohne Ursache züchtige, da sie doch Sünder seien. Aber, sagt Hiob, was können wir denn dazu? Wer kann etwas Reines hervorbringen aus Unreinigkeit? Aus einer schlechten und verdorbenen Masse stammen wir, wie könnten wir da rein und sauber sein? Wir brauchen uns gar nicht zu wundern, dass wir so voll von Unreinigkeit sind. Das klingt, als wären die Menschen damit entschuldigt, dass die Sünde von Natur in ihnen wohnt. Aber das macht unser Unheil keineswegs geringer, nein, es vermehrt nur noch unsere Schuld. Schon beim Eingang in die Welt sind wir Gottes Feinde, es ist nichts als Bosheit und Aufsässigkeit in uns, nichts als lauter Sündensame. Mit dem Alter wächst und mehrt sich das Böse, da ist kein Tropfen Gutes mehr. Berufen sich also die Menschen darauf, sie seien doch schon voller Unreinigkeit geboren, so kann gerade das ihren Fluch und ihre Verwerfung bei Gott nur vermehren.

Der Mensch, vom Weibe geboren und kurz von Tagen, ist voll Unruhe. Vor allem also: sich nicht an die Welt anklammern! Wir wandern nur hindurch! Und wenn wir nur drei Tage hier zu leben hätten, wir kämen doch aus den Anfechtungen nicht heraus. Kein Mensch denkt, er habe nun genug von den Gütern dieser Welt; wer zu Ehren gelangen will, trachtet darnach an allen Orten; kurz, der Mensch ist ein unersättlicher Abgrund; an allen Gütern dieser Welt hat er noch nicht genug, da ist weder Ende noch Maß. Und wie kommt das? Dächten wir an die Kürze unseres Lebens, so wären sicherlich unsere Begierden gezügelter und unser Verlangen nicht so hitzig. Nun aber nimmt uns das Zusammenscharren unserer Güter so in Anspruch, dass wir an nichts anderes denken. Wir kleben immer am Staube. Jedermann sagt, unser Leben sei nur ein vergänglicher Schatten; aber dies Bekenntnis ist lauter Lüge und Heuchelei. Es ist ja richtig; aber unsern Herzen haben wir´s nicht eingeprägt, und eine ernsthafte Gewissheit ist´s uns nicht.

Das Wissen um die Kürze unsres Lebens aber genügt nicht; wir müssen noch weiter gehen. Wüssten wir nichts anderes, als dass wir nur Gäste auf Erden sind und unsere Jahre dahineilen, so müsste uns das müde und schlaff machen, hätten wir die Hoffnung auf das zukünftige Leben nicht. Denn sonst wären wir viel elender und unglücklicher als die unvernünftigen Tiere. Darum müssen wir dies Leben mit dem himmlischen in Vergleich stellen, zu dem Gott uns täglich beruft; dann allein können wir die niedrigen und vergänglichen Dinge dieser Welt verachten und nicht an sie geknechtet sein, wie wir es jetzt sind; dann allein können wir trachten nach dem, was droben ist, um dort unser Genüge und unsre Ruhe zu finden. Und auch wenn unser Leben länger währte, es wäre ja doch voll Unruhe; was haben wir also für einen Grund, Freude am Leben zu haben? Sollen wir nicht vielmehr die Ruhe suchen, die uns im Himmel bereitet ist? Und woher kommt denn unsere Unruhe? Nur aus unserm bösen Begehren; denn käme sie anderswoher, und wir hätten dabei in uns selber Ruhe und zwar wirkliche Ruhe, so könnten wir uns doch nicht darüber beklagen, dass wir keinen Frieden hätten und dass dies Leben verkehrt gehe. Aber jedermann ist sein eigener Henker, und aus unsern ungezügelten Begierden und Lüsten kommt unsere Unruhe, die uns matt und träge macht – bei wem oder über wen wollen wir uns dann beschweren? Gott dürfen wir nicht anklagen oder ihm den Prozess machen; an keinem andern dürfen wir Missfallen haben als an uns selbst.

Das ist noch deutlicher im Folgenden ausgesprochen: Wer kann etwas Reines hervorbringen aus Unreinigkeit? Nicht einer! Alles Übel, das wir erleiden, kommt aus der Verderbtheit unserer menschlichen Natur. Man muss nur bedenken: Wenn man vom Menschen und seinem Wesen spricht, so handelt es sich dabei nicht um das Werk Gottes. Denn bei der Schöpfung war Adam von einer ganz anderen Beschaffenheit als wir heute. Aus dem Zustand, in den Adam hinein geschaffen ward, sind wir heraus gefallen, und in seiner Person das ganze menschliche Geschlecht. Adam war zum Bilde Gottes geschaffen, mit ausgezeichneten Gnaden begabt und sogar dem Tode nicht unterworfen. Denn was bedeutet dies Bild Gottes? Geradheit, Gerechtigkeit und Unschuld; Gott hatte seine reichen Schatzkammern aufgetan, kurz, der Mensch war ein Spiegel dieser wunderbaren Herrlichkeit, die in vollem Glanze in Gott erstrahlt. Die Sünde hat uns aller dieser Gnaden beraubt und von Gottes Königreich ausgeschlossen, und weil er uns verworfen hat, sind wir auch des Lebens verlustig gegangen, dessen Ursprung und Brunnquell er ist. Von Gottes Gemeinschaft losgelöst, stecken wir nun in allem Unglück, ja auch im Tode.

Nun aber könnte man eine Frage aufwerfen: Anscheinend meint Hiob, die Ursache unseres Unglaubens und aller unserer Sünden und Fehler liege darin, dass wir aus Adams Geschlecht herstammen. Aus Adams Geschlecht aber stammen wir nur dem Leibe nach. Wo aber wohnt die Sünde? Wo hat sie ihren eigentlichen Sitz? In der Seele. Dass aber die Seelen ebenso aus Adams Geschlecht herstammen, dafür haben wir keinen ersichtlichen Beweis. So scheint denn Hiobs Begründung nicht zuzutreffen. Aber wir haben zu beachten: Wie Gott in Adams Person das ganze Menschengeschlecht nach seinem Bilde erschaffen hat, so ist nicht allein Adam durch die Sünde der ihm geschenkten Gnade entblößt und beraubt, sondern sein ganzes Geschlecht nach ihm. Wie kommt das? Weil wir nach Gottes Willen alle in seine Person eingeschlossen waren. Man muss nicht mit Gründen natürlicher Vernunft darüber streiten, ob das so ist oder nicht; wir müssen vielmehr erkennen, dass es der Wille Gottes gewesen ist, unserm ersten Vater Adam zu geben, was wir haben sollten; nun aber, da es ihm genommen ist, sind wir in seinen Fall und seine Schande hineingezogen. Es ist ein Gottesgericht, das lasst uns anschauen und dabei stillstehen, nicht aber unserer Vernunft und Einbildung Glauben schenken!

Unser Leben ist kurz; aber so kurz ist es nicht, dass Gott uns keine Zeit ließe, zu erkennen, dass er unser Vater und Heiland ist; wir dürfen darin schmecken, wie groß seine Kraft in uns ist und dass er uns zu sich beruft. Wollen wir uns nun darüber beklagen, dass uns Gott in die Welt gesetzt hat? Haben wir nicht vielmehr Grund, ihn zu loben und zu preisen? Wir müssen uns also wohl hüten, dass wir nicht in unserer Ungeduld denken: Der Mensch ist ein unseliges Wesen; es wäre ihm besser, er wäre nie geboren, als dass er in der Welt also gequält wird.

Wir müssen also zweierlei zusammen festhalten und sagen: Ach ja, was ist es doch um das gegenwärtige Leben? Kaum sind wir darin, so müssen wir wieder hinaus. Haben wir eine kleine Zeit darin zugebracht, so sehen wir vor unsern Augen nichts als lauter Elend. Nicht nur, dass das Grab uns überall umlagert, nein, es wäre besser, einen einzigen Tod zu sterben, als von einem millionenfachen Tod angefochten zu sein. Wir haben wahrlich keinen Grund, an uns selber in dieser Welt noch Gefallen zu haben, weil doch alle unsere Leiden nur von unseren Sünden herkommen. Nichtsdestoweniger aber lässt er uns dabei seine Güte empfinden und will uns nicht dermaßen in Angst versinken lassen, dass wir gar keine Freude mehr in ihm haben. Und wenn er uns zudem noch erklärt, dass wir nur Fremdlinge in dieser Welt sind und dass unser Kreuz nicht ewig währt, so soll die Kürze unseres Lebens uns nicht bekümmern, sondern vielmehr trösten. Wer mit seinen Gedanken an der Kürze des Lebens hängen bleibt, der ärgert sich: Muss das sein, dass wir nur so kurze Zeit leben? Treibt Gott seinen Spott mit uns, dass er spricht: Kommt alsbald wieder, Menschenkinder? Konnte er uns nicht ein längeres Leben geben oder uns wenigstens das Ende unseres Lebens wissen lassen? Nicht einen einzigen guten Tag haben wir, denn unser Leben hängt an einem Faden. Seht, dahin kommt es mit denen, die nur an des Lebens Kürze denken und davon nicht loskommen. Nein, Gott will nicht, dass wir hier stumpf und müde dahinleben. Gewiss, unter aller Armseligkeit des Lebens gibt es genug zu seufzen, solange man in der Welt ist; aber Gott hat dem Seufzen ein Ziel gesteckt, und wenn er uns zu sich ruft, dann erwartet uns gute Ruhe und Sicherheit.

Haben wir diese Hoffnung auf das himmlische Leben, dann erkennen wir dieses Erdenlebens Nichtigkeit. Und kommen Zeiten der Müdigkeit, dann kommt das Seufzen; aber Trostes genug wird´s in der Gewissheit geben, dass uns Gott zum guten Ende führen und zu seiner ewigen Ruhe versammeln wird. Und worin besteht unser Friede? Blicken wir auf Gott und verlassen wir uns auf die Liebe, die er zu uns trägt, diese unverdiente Liebe, dann fühlen wir uns allezeit unglücklich, bis er uns zu sich nimmt, und dabei zieht es uns zu ihm und seinem Königreich, und wir hängen unsere Herzen nicht mehr an dies Vergängliche. Das Wort von des menschlichen Lebens Unruhe aber soll unsere schlechten Begierden mäßigen und im Zaum halten, die uns zu allem Bösen treiben und reizen.

Wenn es aber heißt: Wer kann etwas Reines hervorbringen aus Unreinigkeit?, so will uns unser Herr damit beschämen, damit unser Selbstruhm ein Ende hat und wir uns nur unsres Herrn und seiner lauteren Güte rühmen. Aber solche Beschämung haben wir Menschen nötig, sonst verblenden wir uns und reden uns ein, es stecke in uns eine gar große Würdigkeit. Ohne Aufhören sucht der Teufel die Schriftlehre vom menschlichen Verderben zu verdunkeln. Es hat Ketzer genug gegeben, die uns haben glauben machen wollen, mit der Erbsünde sei es nichts und sie bestehe nur darin, dass wir Adam mit unserm eigenen Willen nachfolgen. Es ist wahrlich Gottes Wille nicht gewesen, dass diese Ketzereien so überhand nehmen; dennoch hat man im Papsttum die Lehre vom „freien Willen“ zurechtgeschmiedet und allerlei moralische Kräfte betont, allem voran die Vernunft. Und was kommt bei dem allem heraus? Die Menschen haben Gefallen an sich selbst und meinen, es stecke wirklich etwas Gutes in ihnen! Nicht als wäre der Mensch ausreichend imstande, sich selbst zu retten; nein, auch im Papsttum bekennt man, dass wir Gottes Gnade nötig haben, nicht allein dazu, dass er uns die Sünden vergebe, sondern auch damit er uns mit seinem Heiligen Geiste helfe. Dabei aber meinen die Papisten keineswegs, dass alles von ihm herkomme; sie sagen nur: Wenn wir irgendetwas Gutes haben, so muss uns Gott zu Hilfe kommen; Gott ist unser Mithelfer, er steht uns in unserer Schwachheit bei, aber wir müssen unsererseits seine Mitarbeiter sein. So hat der Teufel die Menschen bezaubert, dass sie wirklich glauben, sie wären ich weiß nicht was.

Dabei aber haben die Leute in dieser Welt an sich selbst das höchste Wohlgefallen. Hat einer etwas Verstand und Wissen, so trägt er den Kopf wer weiß wie hoch. Wer in Ehren und Ansehen steht, betet sich selber wie einen Gott an. Kurz, es bedarf gar keiner Überredungskunst, um die Menschen von ihrer hohen Würdigkeit zu überzeugen, und wenn´s ihnen kein anderer sagt, so schmiedet und dichtet sich ein jeder mancherlei Lügen zurecht und betrügt sich selbst; und wenn dann noch solche Schmeicheleien dazukommen, so nehmen wir sie herzlich gerne an, sie schmecken uns wie Zucker. Deshalb muss Gott, um uns zu demütigen, schwere Keulenschläge auf unser Haupt hernieder sausen lassen; denn ließe er uns, wie wir sind, so würden wir unsere Hoffart niemals los, wir könnten nie unsern Nacken beugen und uns schuldig bekennen. Darum redet der Heilige Geist von der Unreinigkeit, die von Natur in uns ist, wie David Psalm 51, 7 sagt: „Siehe, ich bin in sündlichem Wesen geboren, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen.“ Er klagt also weder Vater noch Mutter an, er verdammt allein sich selbst: Ich bin von meiner Geburt an vor Gott befleckt gewesen!

Hiob aber lässt sich in seiner ersten Verwirrung dazu hinreißen, alle diese Gedanken ins Gegenteil zu verkehren. Warum sagt er, aus Unreinigkeit könne nichts Reines kommen? Er will nur eine Ausflucht suchen, um die Verdammnis, die über allen Menschen liegt, abzuschwächen! Das aber ist ganz verkehrt, wie uns das Psalmwort Davids lehrt; denn David lässt es nicht bei der Erkenntnis bewenden, dass er mit seiner ungeheuren Sünde Gott beleidigt hat, sondern er geht noch weiter: Ach Herr, nicht in meinem Leben allein habe ich gesündigt, sondern von meiner Geburt her habe ich ein Sündenerbe mitgebracht, und seit meiner Geburt habe ich dies Böse allezeit mehr und mehr gehäuft, dessen Samen ich in mir trug. So hat sich David die Erbsünde vorgestellt: er leitet daraus nicht etwa einen Vorwand her, um sich vor Gott zu rechtfertigen, sondern er bekennt sie als Ursache der Verdammnis, in der er lebt.

So müssen wir´s auch machen, wenn wir von der Erbsünde reden. Wir dürfen es nicht tun, um uns damit vor dem Gericht Gottes zu sichern, wie es die Spötter machen, die sagen: „Ist der Mensch zur Sünde verordnet, ist er von Natur verderbt, ist in ihm lauter Unwissenheit und Aufsässigkeit gegen Gott, nun, was kann solch eine arme Kreatur da machen? Muss da wirklich Gott noch dazu kommen, um uns zu verdammen?“ So sagen die Spötter. Aber wenn wir auch noch so elend sind, so haben wir daran doch keine Ausflucht, sondern es macht unsere Schuld nur noch größer. Wenn der hl. Paulus uns „Kinder des Zorns von Natur“ nennt (Eph 2, 3), - tut er das etwa, um die Menschen damit zu rechtfertigen? Will er ihnen damit sagen, ihre Sache stehe ganz gut gegen Gott und unsere Sünden würden uns nicht zugerechnet, weil wir doch ihre Wurzel schon in unserer Natur haben? Nein, das meint Paulus nicht, sondern er sagt es, „auf dass aller Mund verstopft werde und alle Welt Gott schuldig sei“ (Röm 3, 19).

Ja, wir haben allen Grund, uns zu demütigen und Gott die Ehre zu geben. Wer kann Reines hervorbringen aus Unreinigkeit? Es ist ein rechter Wahnsinn, wenn die Menschen sich glauben machen wollen, sie seien sauber und rein. Nein, an uns ist nichts als Schande und Verderben; denn wir sind derart mit Ungerechtigkeiten und Lastern beladen, dass uns Gott mit gutem Recht verwerfen kann. Aber weil er sich das Amt zuschreibt, uns zu waschen und uns zu reinigen von allem unserm Schmutz, so sollen wir unsere Zuflucht zu ihm nehmen, vor allem weil er uns unsern Herrn Jesus Christus geschenkt hat, der alle Reinheit in sich birgt. Gott sah, dass wir so befleckt waren und der Weg viel zu lang, als dass wir darauf hätten zur Höhe gelangen können; deshalb hat er uns in Christus eine solche Heiligkeit schenken wollen, dass wir von all unserm Schmutz rein und sauber werden, wenn wir uns in seinem Blute waschen. Wissen wir also, aus was für einem Teig wir genommen sind und dass wir nichts als Unreinigkeit in Leib und Seele haben, so lasst uns unsern Herrn Jesus Christus mit der Bitte angehen, er wolle uns mit seinem Blute besprengen und sein reines Wasser über uns ausgießen, von dem es bei Ezechiel heißt: „Ich will reines Wasser über euch sprengen, dass ihr rein werdet“ (36, 25), das heißt: durch den Heiligen Geist, der ihm in Fülle gegeben ist, werden wir von Tag zu Tag so völlig rein gewaschen, dass wir am Ende zu der uns verheißenen Reinigkeit gelangen. Das tut er die ganze Zeit unsres Lebens, bis er uns zu der Vollkommenheit gebracht hat, nach der wir uns sehnen.

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autoren/c/calvin/calvin-hiob/31.txt · Zuletzt geändert: von aj