Schlatter, Adolf - Der Brief an Philemon.
Ein teilweiser Ersatz dafür, dass uns Paulus im Epheser- und Kolosserbrief wenig über seine Arbeit erzählt, liegt darin, dass uns von jenen Briefen, die Tychikus nach Kleinasien brachte, noch ein dritter erhalten ist, der an eine christliche Familie in Kolossä gerichtet ist. Hier haben wir Paulus nicht mehr als Lehrer vor uns, sondern sehen ihm zu, wie er die Liebesarbeit tat, einen gefallenen Mann aufgerichtet und ihm seinen Weg neu geordnet hat.
1, 1-3: Paulus, der Gefangene des Christus Jesus, und Timotheus, der Bruder, an Philemon, der geliebt und unser Mitarbeiter ist, und an Apphia, die Schwester, und an Archippus, unsern Mitstreiter, und an die Gemeinde in deinem Haus. Gnade sei euch und Friede von Gott unserm Vater und vom Herrn Jesus Christus.
Philemon war der Hausvater, dem in der Sache, die Paulus mit ihm bespricht, die Entscheidung zukommt, weshalb Paulus im Fortgang des Briefs nur ihn anspricht. Apphia war seine Frau, und da Archippus, den die Gemeinde zur Vollendung seines Diensts auffordern soll, hier nochmals genannt ist, Kol. 4, 17, so war er wahrscheinlich ihr Sohn. Da Paulus mit diesem Brief für das Wohl eines einzelnen Mannes sorgt, hat er hier nicht die Bezeugung seines Botenamts vorangestellt, gründet aber auch diese Sache auf ihr gemeinsames Verhältnis zu Christus, weil sie, wie alles, was Christen tun, so behandelt werden soll, wie es ihrer Gemeinschaft mit Christus entspricht. Die seinige beschreibt hier Paulus dadurch, dass er an seine Kette erinnert. Weil ihm Jesus diese gab, bewährt er seine Verbundenheit mit ihm dadurch, dass er sie trägt. Er macht dadurch Philemon zur Liebe munter, mit der er ihn erfreuen kann. Ihn erinnert er daran, dass er Gottes Liebe empfangen habe und in Gottes Werk beschäftigt sei, beim selben Werk, das auch Paulus und Timotheus tun. Das stiftet zwischen ihnen ein festes Band. Durch die Gemeinde waren alle in die Arbeit gestellt; keinen ließ sie müßig, weil eine Gemeinde nur durch die gemeinsame Arbeit aller ihrer Glieder bestehen und wachsen kann. Da Archippus ein Amt in der Gemeinde übernommen hat, so nennt ihn Paulus seinen Genossen im Kriegsdienst Jesu, weil aus dem von Jesus empfangenen Amt ein Kampf wird, der in der Gemeinde und in der Welt der Sünde widersteht. Zwischen denen, die diesen Kampf gemeinsam führen, ist dadurch eine starke Gemeinschaft hergestellt. Die Glieder dieser Familie lebten aber nicht für sich, sondern zusammen mit einem größeren Kreis, zu dem zunächst die Knechte und Mägde, von nun an auch Onesimus gehörten. Dieser größere Kreis bildet eine Gemeinde, weil sie ihr gemeinsames Leben auf den Glauben an Christus gründen.
4-6: Ich danke meinem Gott immer und wirke die Erinnerung an dich bei meinen Gebeten, da ich von deiner Liebe und von deinem Glauben höre, die du zum Herrn Jesus und gegen alle Heiligen hast, damit die Gemeinschaft, die du durch deinen Glauben hast, durch die Erkenntnis alles Guten wirksam werde, das in uns zu Christus hin vorhanden ist.
Auch den Christenstand Philemons rechnet Paulus zu Gottes guten Gaben, für die er ihm dankt, weil ihn Gottes Gnade bewirkt hat. Darum gehört auch Philemon zu denen, für die Paulus fürbittend vor Gott steht. Die Gemeinschaft, die er dadurch mit ihm hat, schätzt er hoch, da er durch seine Fürbitte den Blick der göttlichen Gnade auf Philemon wendet. Er stellt sein Gebet für ihn wie das, mit dem er Gott für die Gemeinden anruft, darauf, dass er durch die Liebe und den Glauben mit Jesus und allen, die seine Gemeinde sind, verbunden ist. Mit der Gemeinschaft, in die ihn der Glaube mit Jesus, mit Paulus und mit allen, die Christen sind, gebracht hat, kann es sich aber verschieden verhalten; sie kann schwach bleiben und über das Wort nicht hinauskommen, oder sie kann uns in eine tüchtige Arbeit führen, durch die wir vielen dienen. Paulus bittet für Philemon, dass ihn die Gemeinschaft, die ihm sein Glaube gebracht hat, zur Tat führe. Dadurch, dass sie ihm den Anlass zu einem fruchtbaren Wirken gibt, wird sie wahr und fest und ihre Vollendung ihr verbürgt.
Hierfür ist das Mittel die Erkenntnis des Guten, weil die Gemeinschaft durch die Bewirkung des Guten fruchtbar wird. Für alles Gute soll er den klaren Blick haben, nicht so, dass er an Unmögliches dächte, sondern so, dass er wahrnimmt, worin das Gute besteht, das Gott jetzt der Christenheit zuteilt, damit sie es jetzt von ihm empfange und durch ihre Arbeit herstelle. Ihren inneren Wert bekommt diese Arbeit dadurch, dass sie für Christus geschieht. Ihr Täter und ihr Empfänger sind dabei auf Christus gewendet, aus dessen Gnade ihr Dienst stammt und zu dessen Verherrlichung er geschieht. Paulus schreibt ja deshalb, weil er für Onesimus um Philemons Liebe bittet. Das gehört zu dem Guten, in dem sich seine Gemeinschaft mit Christus als fruchtbar erweisen soll.
7: Denn ich bekam große Freude und Trost deiner Liebe wegen, weil den Heiligen durch dich, Bruder, inwendig die Ruhe gebracht worden ist.
Bleibt dem Wunsch die Erfüllung, dem Verlangen die Gabe versagt, so bringt das inwendig in uns eine unruhige Bewegung hervor. Die Ruhe tritt ein, wenn wir erlangen, was wir begehren. Philemon hat sich zur Christenheit so gehalten, dass er ihr keine Enttäuschung und Sorge bereitet, sondern ihr alles gewährt hat, was sie von ihm seines Glaubens wegen erwartet hat. Das macht auch Paulus im Blick auf ihn froh, und aus dieser Freude entsteht sein Gebet für ihn und auch sein Entschluss, Onesimus so zu ihm zurückzuschicken, wie er es mit diesem Briefe tut.
8. 9: Deshalb habe ich im Christus große Zuversicht, dir zu gebieten, was geschehen soll, mahne aber lieber um der Liebe willen so, wie ich bin, Paulus, ein alter Mann, nun aber auch ein Gefangener des Christus.
Nachdem sich Philemon so bewährt hat, dürfte ihm Paulus getrost ein Gebot auflegen, ohne dass er fürchten müsste, er bringe ihn dadurch in die Versuchung, sich aufzulehnen. Er will aber die Sache des Onesimus nicht so ordnen, dass er ihm einen Befehl schickt, wie er es zu halten habe, sondern dadurch, dass er ihn bittet. Auch seinen Befehl gäbe er ihm in der Gemeinschaft mit Christus; an andere Befehle hat Paulus nie gedacht als an solche, zu denen er durch Christus ermächtigt ist, weil sie auf der Gewissheit beruhen, dass er damit den Willen Jesu denen sage, denen er seinen Befehl erteilt. Aber dem Sinn der Liebe entspricht es besser, wenn er das Gebot unterlässt, das zum Gehorsam verpflichtet, und die Bitte braucht, durch die er ihre Erfüllung dem freien Entschluss Philemons übergibt. Denn die Liebe freut es, dem anderen Vertrauen zu erweisen, und ihm unverkürzt die Freiheit zu verschaffen, damit seine Wohltat sein eigner freier Wille sei. Paulus hat zu Philemon das Vertrauen, es brauche ihm gegenüber keinen Druck und Zwang. Weil Philemon die Liebe hat, so wendet sich Paulus an sie, wodurch das, was er für Onesimus zu tun hat, die höchste Reinheit bekommt, zu der unser Handeln gelangen kann. Er gibt aber seiner Bitte dadurch Nachdruck, dass er ihm vorhält, wer sie an ihn stellt. Aus der Güte, mit der Philemon Onesimus behandeln wird, macht er eine ihm selbst gewährte Wohltat, die er nicht um seines Amts willen von ihm fordert, sondern er, Paulus, erbittet sie für sich und er erinnert ihn daran: er sei nun schon ein alter Mann. Ohne Not schlägt man einem Alten keine Bitte ab; man beschämt ihn nicht gern dadurch, dass man ihn umsonst bitten lässt, bedenkt auch, dass man nicht mehr lange Gelegenheit hat, ihm Liebes zu tun. Dazu kommt, dass Paulus die Kette trägt, die ihn Christus tragen heißt.
10-14: Ich mahne dich wegen meines Kinds, wegen dessen, den ich in den Banden erzeugte, wegen Onesimus, der einst für dich unbrauchbar war, jetzt aber für dich und mich wohl brauchbar ist, den ich dir zurückgeschickt habe, ihn, das will sagen: mein Inwendiges. Ich hätte gewünscht, ihn bei mir zurückzubehalten, damit er mir an deiner Statt in den Banden für die gute Botschaft diene, wollte aber ohne dein Wissen nichts tun, damit dein Gutes nicht wie erzwungen geschehe, sondern mit Freiwilligkeit.
Was Paulus von Philemon begehrt, das wusste er, als er diesen Brief empfing, bereits; sein Sklave Onesimus stand vor ihm, der ihn rechtswidrig verlassen hatte und nun zu neuem Dienst zu ihm zurückkehrte. Um Philemon zu sagen, was Onesimus nun ist, dazu schrieb ihm Paulus. Daraus entnimmt er sofort, was er für Onesimus von ihm erwartet. Er ist sein Kind, weil er ihm jenes Leben geben konnte, das Jesu Wort dem Menschen schenkt und das im Glauben an ihn empfangen wird. Als Onesimus Philemon verließ, sträubte er sich noch gegen das Evangelium; jetzt aber hat es auch ihn ergriffen. Paulus war es vom Herrn gegeben, es ihm so zu sagen, dass es in ihm Glauben schuf. Das ergibt aber nach dem Urteil des Paulus eine feste, völlige Verbundenheit, so dass von nun an das, was Onesimus geschieht, Paulus selber trifft.
Es war für ihn eine besondere Freude, dass er jetzt diesen Sohn bekommen hat, obwohl er gefangen ist. Seine Bande erschweren ihm die Arbeit; wenn es ihm dennoch gelingt, das Wort so zu sagen, dass es sich die Menschen unterwirft, so sieht er hierin eine besondere göttliche Wohltat. Da er uns nicht erzählt, welche Umstände die Begegnung des Onesimus mit ihm herbeigeführt haben, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, wo er sich damals befand und auf welcher Stufe sein Prozess stand. Man darf es aber wohl wahrscheinlich heißen, dass wir an die Zeit zu denken haben, wo Paulus in Rom auf die Entscheidung des Kaisers über sein Schicksal wartete, während deren er zwar gefesselt, aber an der Arbeit nicht gehindert war. Früher hatte sich Onesimus schlecht gehalten. Paulus spielt auf seinen Namen: „Der Nutzenbringende“ an; sein Verhalten stand mit seinem Namen in Widerspruch, sonst wäre er nicht weggelaufen. Dass er trotz der schweren Strafe, die auf der Flucht eines Sklaven stand, sie dennoch wagte, lässt schließen, dass er Grund hatte, seinen Herrn zu fürchten. Paulus schickt ihn aber nicht so zurück, wie er ging. Ein Mann, den er seinen Sohn nennen kann, ist nicht mehr unbrauchbar, störrig und untreu. Jetzt bekommt Philemon einen wackeren Gehilfen an ihm und Paulus bezeugt ihm: Onesimus habe auch ihm selbst schon tüchtig geholfen. Und wenn er ihn jetzt zu Philemon schickt, so bleibt er doch mit ihm verbunden. Die Trennung reißt ihn nicht von seiner Liebe los. Nun weiß Philemon, wie er Onesimus zu behandeln hat. Er wird nicht Paulus kränken; indem Paulus Onesimus sein Inwendiges nennt, hat er ihm jede Güte und Ehre zugewandt. Er hat den Gedanken erwogen, ob er ihn nicht behalten dürfe, und einen solchen Entschluss hätte deshalb kein Tadel treffen können, weil er von Philemon jeden Dienst verlangen durfte. Damit, dass Onesimus in den Dienst des Paulus getreten wäre, hätte Philemon ihm etwas von dem Dank erstattet, den er ihm schuldet. Aber Paulus tat diesen Gedanken auf die Seite, weil jede Wohltat dadurch ihren Wert bekommt, dass sie mit freiem, eignem Willen geschieht. Wenn Paulus Onesimus bei sich behalten und nachher Philemon um seine Zustimmung gefragt hätte, so hätte er diesen in eine Lage gebracht, die dem Zwang glich.
15. 16: Denn er wurde leicht deshalb für eine Stunde getrennt, damit du ihn ewig hast, nicht mehr als einen Knecht, sondern mehr als einen Knecht, als einen geliebten Bruder, besonders für mich, wie viel mehr aber für dich, sowohl im Fleisch als im Herrn.
Auf das, was in der Vergangenheit steht, legt Paulus das volle Vergeben. Er erleichtert dieses Philemon dadurch, dass er ihm den Gewinn vorhält, den der verkehrte Schritt des Onesimus schließlich auch ihm bringt. Jetzt hat er ihn zu ewiger Gemeinschaft. Dazu hat die kurze Trennung geführt, die Onesimus eigenmächtig und rechtswidrig verursacht hat. Den irdischen Beziehungen, die Gottes Gnade zwischen uns stiftet, gab Paulus ewige Bedeutung. Sie bringen uns unverlierbare Gaben Gottes, die auch in den vollendeten Stand des ewigen Lebens hinüberreichen. Leicht mag es so sein, sagt er. Er formt den Satz nicht als Gewissheit. Denn Onesimus steht noch nicht am Ziel, auch Philemon nicht. Den Siegespreis, den ihnen ihre Berufung zu Christus vorhält, haben sie noch vor sich. Aber auch Onesimus hat jetzt den Lauf nach ihm begonnen und sie können ihn leicht so vollführen, dass sie auch in Gottes ewiger Gemeinde miteinander verbunden sind.
Aber nicht nur die Dauer ihrer Gemeinschaft, auch ihre innere Art ist neu geworden. Sekt ist Onesimus für Philemon ein Bruder geworden. Nach seiner rechtlichen Stellung blieb er das Eigentum Philemons. Das hat Paulus dadurch anerkannt, dass er ihn zu Philemon zurückgeschickt hat. So bewährt Onesimus seine Buße als echt, weil diese getanes Unrecht nicht fortsetzt, sondern aufhebt. Aber die rechtliche Ordnung, die das Verhältnis der beiden Männer zueinander regelt, hindert die Liebe nicht. Paulus erwartet deshalb mit Zuversicht, Philemon werde an Onesimus einen Bruder finden, weil er ihm selber zum Bruder geworden ist. Nachdem er mit Paulus brüderlich in der Eintracht des Glaubens und der Liebe zu leben vermocht hat, wird er es noch vielmehr mit Philemon tun, mit dem ihn gleichzeitig ein äußeres und ein inneres Band verbindet. Dem Fleisch nach ist er sein Eigentum; an diesem haftet seine rechtliche Stellung, durch die er Philemon nicht verlassen kann, sondern ihm seine ganze Arbeit schuldet. Jetzt ist aber nicht mehr dies das einzige Band, das sie vereint; es würde auch nicht ausreichen, um aus ihnen Brüder zu machen, und Onesimus vor einem tückischen, boshaften Sinn, Philemon vor herrischer Härte zu schützen. Aber jetzt sind sie im Herrn verbunden, und das gibt die echte, treue Gemeinschaft, die beide füreinander besorgt und dienstwillig macht.
17: Wenn du nun mich zum Genossen hast, so nimm ihn auf wie mich.
Mit Paulus teilt Philemon alles gern; ihm gegenüber gilt ihm der Brudername als eine Ehre, und er gibt ihm dadurch Wahrheit, dass er für Paulus gern alles verwendete, womit er ihm helfen könnte. Um dasselbe, was er ihm täte, bittet Paulus für Onesimus.
18. 19: Wenn er dich aber mit etwas geschädigt hat oder etwas schuldig ist, das bringe mir in Rechnung. Ich, Paulus, schrieb es mit eigener Hand; ich werde dir Zahlung leisten; damit ich dir nicht sage, dass du auch dich selbst mir schuldig bist.
Paulus verlangt von Philemon für Onesimus ein völliges Vergeben. Aber das Vergeben hebt nicht auf, dass das Recht in Geltung bleibt, weil es nie das Unrecht hegt und erhält. Darum geht Paulus nicht einfach darüber hinweg, dass Onesimus seinem Herrn Verluste zugefügt, vielleicht allerlei entwendet hat. Er will aber nicht, dass ihm die alten Bosheiten jetzt noch vorgehalten werden und er jetzt noch unter ihnen zu leiden habe. Mit einem völlig neuen Anfang soll er in Philemons Haus zurückkehren. Darum verpflichtet sich Paulus, selbst allen Schaden, den Onesimus angerichtet hat, zu ersetzen, gibt aber Philemon zu bedenken, dass er ihm seine Berufung zu Gott verdanke mit allem, was sie ihm gebracht hat. Wir dürften das, auch wenn es Paulus nicht ausdrücklich sagte, aus der Haltung des Briefes schließen. Er ist nicht eine Anrede an einen Unbekannten, mit dem Paulus hier zum ersten Mal spräche. In dieser zarten, kurzen Weise, die mit Andeutungen alles zu sagen vermag, stellt Paulus seinen Sohn einem Mann vor, der ihn kennt. Ihre Gemeinschaft entstand dadurch, dass auch Philemon zu denen gehört hat, die Paulus ihren Glaubensstand verdankten, wahrscheinlich damals, als er in Ephesus arbeitete.
20. 21: Ja, Bruder, ich möchte von dir Gewinn haben im Herrn. Bringe mein Inwendiges im Christus zur Ruh. Im Vertrauen auf deinen Gehorsam habe ich dir geschrieben, da ich weiß, dass du mehr tun wirst, als ich sage.
Er hat nochmals die Bedeutung des Namens „Onesimus“ benützt, da er Philemon bittet: er solle für ihn jetzt ein Onesimus werden, einen, der ihm Nutzen und Gewinn einträgt. Philemon weiß ja, dass dieser Wunsch völlig rein und selbstlos ist. Paulus begehrt nur so für sich selbst einen Vorteil von ihm, dass Onesimus unverkürzt die Wohltat zuteilwird, die der christliche Herr dem christlichen Knecht dann erweist, wenn sie als Brüder miteinander leben. Darum hat sein Verlangen, dass ihm Philemon einen Nutzen eintrage, seinen Grund in Gott, wie Philemon seinerseits seiner Gemeinschaft mit Christus wegen das Verlangen des Paulus erfüllt.
22: Zugleich rüste mir auch die Herberge. Denn ich hoffe, dass ich euch durch eure Gebete geschenkt werde.
Noch einen anderen Dienst hofft Paulus von ihm zu empfangen, den, dass er ihn beherbergt. Er hofft auf seine Freisprechung, wie wir auch durch Lukas wissen, dass er unerschüttert über alle Hindernisse hinweg den Kampf für seine Freiheit und sein Leben geführt hat. Wird er frei, dann schenkt ihn Gott seinen Gemeinden, und er wird ihnen auch seine Arbeit aufs neue widmen. Da er dann sicher Ephesus besuchen wird, will er auch nach Kolossä kommen. Dann wird er auch selber sehen, was sein Brief an Philemon für Frucht schuf, und was aus Onesimus geworden ist. Das Gebet der Gemeinden um seine Befreiung hielt Paulus für eine Macht vor Gott. Er hoffte, die Erhörung werde ihm zuteil.
23. 24: Es grüßt dich Epaphras, mein Mitgefangener im Christus Jesus, Markus, Aristarchus, Demas, Lukas, meine Mitarbeiter.
Es sind dieselben Männer, die auch im Kolosserbrief die Gemeinde begrüßen. Nur Jesus Justus ist hier nicht genannt.
25: Die Gnade des Herrn Jesus Christus ist mit euerm Geist.