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Sprüche - Kapitel 7

Sprüche - Kapitel 7

(Leander van Eß)

Der unerfahrne Jüngling wird vor dem Verderben der Schmeichel- und Verführungskünste schlechter Weiber gewarnt.

1 Mein Sohn! halte meine Sprüche, und bewahre meine Gebote bei dir!
2 Halte meine Gebote, so wirst du leben, und meine Lehre wie deinen Augapfel!
3 Binde sie um deine Finger; schreibe sie auf die Tafel deines Herzens!
4 Sprich zur Weisheit: „Du bist meine Schwester!“ und: „Freundin“ nenne die Klugheit!
5 Damit sie dich bewahre vor dem Weibe eines Andern, vor der Fremden, die mit ihren Worten schmeichelt.
6 Durch das Fenster meines Hauses, durch mein Gitter blicke ich hinaus;
7 und sah unter Unerfahrnen, gewahrte unter Söhnen einen unvorsichtigen Jüngling.
8 Er ging die Straße, zur Seite ihrer Ecke, und schritt des Weges an ihrem Hause einher,
9 in der Dämmerung, zur Abendszeit, in der Mitte der Nacht, und der Dunkelheit.
10 Und siehe! ein Weib kam ihm entgegen, in buhlerischem Gewande, und mit belistender Kunde,
11 umherschwärmend dieselbe und unbändig, ruheten in ihrem Hause ihre Füße nicht.
12 Bald vor der Thüre, bald auf den Straßen, und an allen Ecken lauerte sie.
13 Sie umfaßte ihn, und küßte ihn, erfrechte ihre Stirn, und sprach zu ihm:
14 „Ich hatte Dankopfer gelobet; heute habe ich mein Gelübde erfüllt;
15 deßhalb ging ich aus, dir zu begegnen, ich sehnte mich nach deinem Antlitz; und habe dich gefunden!
16 Mit Schnüren habe ich mein Bett eingefaßt, mit bunten Decken, mit Aegyptischen Teppich.
17 Besprengt habe ich mein Lager mit Myrrhe, Aloe und Zimmt.
18 Wohlan! wir wollen uns berauschen in Liebegenuß bis zum Morgen, und der Gelüsten uns ergötzen.
19 Denn der Mann ist nicht zu Hause, er ist weiten Weges verreiset.
20 Den Geldbeutel hat er mitgenommen, zur Zeit des Vollmondes kommt er nach Hause.“
21 Sie zog ihn an durch ihre große Fangkunde, und riß ihn hin durch ihre Schmeichellippen.
22 Er folgte ihr auf der Stelle nach, so wie der Stier zur Schlachtbank geht, und wie in Fesseln zur Züchtigung der Thor.
23 Bis ihm spaltet der Pfeil die Leber; wie ein Vogel zur Schlinge eilt, und nicht weiß, daß sie wider sein Leben gestellt ist.
24 So höret denn, meine Kinder! auf mich; merket auf die Sprüche meines Mundes!
25 Nie neige sich zu ihrem Wege hin dein Herz, irre nicht ab auf ihren Pfad hin!
26 Denn sie hat viele verwundet gestürzt, und zahlreich sind, die sämmtlich von ihr erschlagen sind.
27 Wege zur Unterwelt sind ihr Haus, sie führen hinab zu den Kammern des Todes.

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