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Habakuk - Kapitel 1

Habakuk - Kapitel 1

(Leander van Eß)

Weissagung des Einfalles der Chaldäer in das jüdische Land.

1 Drohspruch, welchen der Prophet Habakuk in einem Gesichte erhalten hat.
2 Wie lange Jehova soll ich schreien, ohne daß du hörest, die klagen über Gewaltthat, ohne daß du rettest?
3 Warum zeigest du mir Frevel, und siehest dem Jammer zu? Warum stehet Verheerung und Gewaltthat vor meinem Angesicht? Warum ist Hader, und erhebet sich Zwist?
4 Darum ist erschlaffet das Gesetz, und (gerechte) Urtheilssprüche ergehen nicht mehr; denn der Böse umstricket den Guten, weil verkehrter Urtheilsspruch ergehet.
5 Schauet auf die Völker hin, und sehet; staunet, entsetzet euch! denn ich thue eine That in euren Tagen, die ihr nicht glauben würdet, wenn man sie erzählte.
6 Denn siehe! ich rege die Chaldäer auf, ein heftiges und ungestümes Volk, das die Weiten der Erde durchzieht, um Wohnungen, die nicht sein sind, in Besitz zu nehmen.
7 Furchtbar ist es und schrecklich; von ihm geht sein Recht und Urtheil aus.
8 Und schneller als Parder sind seine Pferde, und rascher als die Abendwölfe; und stolz sprengen seine Reiter daher, und seine Reiter kommen aus der Ferne her, sie fliegen gleich dem Adler, wenn er sich stürzet auf den Fraß.
9 Sie Alle ziehen zur Gewalthat aus; vorwärts ist ihrer Gesichter Schaar gerichtet, und Gefangene häufet es wie Sand.
10 Die Könige verhöhnen es, zum Spott sind ihm die Fürsten; es lacht über jede Festung, es schüttet Erde auf, und nimmt sie ein.
11 Dann hebt von Neuem sich sein Muth, es gehet weiter, verschuldet sich. Seine Macht ist sein Gott.
12 Bist du, Jehova! denn nicht von Anfang an mein Gott, mein Heiliger? Wir werden nicht sterben. Du, Jehova! hast es zum Strafgericht bestimmt, und es bestellt, o Fels! zur Züchtigung.
13 Zu rein sind deine Augen, um das Böse anzusehen, und auf den Frevel hinzublicken vermagst du nicht. Wie könntest du die Frevler sehen, schweigen, wenn der Böse den verschlingt, der gerechter ist als er.
14 Wolltest du die Menschen machen, wie des Meeres Fische, wie das Gewürm, das keinen Herrscher hat?
15 Sie Alle zieht es mit der Angel heraus, rafft sie weg mit seinem Netze, und sammelt sie in seinem Garn; darum freuet es sich und jubelt.
16 Darum bringt es Opfer seinem Netz, und räuchert seinem Garn; denn durch diese wurde fett sein Theil, und nahrhaft seine Speise.
17 Soll es daher sein Netz stets leeren, und schonungslos die Völker würgen?

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