Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen der Seite angezeigt.

Link zu der Vergleichsansicht

autoren:c:calvin:calvin-psalmen:psalm_9 [] – angelegt - Externe Bearbeitung 127.0.0.1autoren:c:calvin:calvin-psalmen:psalm_9 [] (aktuell) aj
Zeile 48: Zeile 48:
  
 V. 21. ** Flöße ihnen Furcht ein. **Welche Furcht ist hier gemeint? Gott bringt auch seine Auserwählten durch Furcht zum Gehorsam; da er jedoch gegen sie seine Strenge mildert und ihre steinernen Herzen erweicht, so dass sie sich willig und geduldig vor ihm beugen, so kann von ihnen eigentlich nicht gesagt werden, dass er sie durch Furcht zwinge. Anders verhält es sich jedoch mit den Verworfenen; denn da ihr Starrsinn unbeugsam ist, so dass sie leichter gebrochen als gebessert werden können, so bricht er ihre unbeugsame Hartnäckigkeit mit Gewalt. Und wenn sie dann auch nicht zur Einkehr kommen, so werden sie doch, sie mögen wollen oder nicht, gezwungen, ihre Ohnmacht zu bekennen. Denn wenn sie auch noch so sehr schnauben, ja vor Wut kochen und wilder sind, als die wilden Tiere, so werden sie doch, wenn der Schrecken Gottes sie erfasst, mitten im Laufe niedergestreckt und stürzen durch ihre eigene Schwere. – Im Folgenden wird der Zweck dieser Demütigung der Heiden angegeben. Sie müssen niedergeworfen werden, damit sie ** erkennen, dass sie Menschen sind. **Auf den ersten Blick scheint dies geringen Wert zu haben. Und doch ist es von großer Bedeutung. Was ist der Mensch? Nicht einmal einen Finger vermag er in eigener Kraft zu erheben. Und doch brüsten sich alle Gottlosen, als gebe es für sie gar keine Hindernisse. Im falschen Wahn maßen sie sich an, was Gott allein zukommt. Wie würden sie sich so viel herausnehmen, wenn sie sich ihrer Stellung bewusst wären? David meint natürlich nicht, dass sie durch Gottes Züchtigung dahin kommen würden, sich in Wahrheit und von Herzen zu demütigen, sondern „erkennen“ bedeutet hier so viel als erfahren. David will etwa sagen: Gib, dass sie, wenn sie aus Mangel an Selbsterkenntnis in Wut geraten, es tatsächlich erfahren, dass ihre Kräfte nicht ausreichen, das auszuführen, was sie in eitlem Selbstbewusstsein sich zugetraut, und dass sie, nachdem ihre Hoffnung zunichte geworden ist, beschämt am Boden liegen. Es kann ja oft der Fall eintreten, dass Menschen, die ihre Ohnmacht erfahren haben, trotzdem nicht zur Einkehr kommen. Aber es genügt, wenn sie mit Schimpf von ihrer Anmaßung überführt werden, sodass es offenbar wird, wie lächerlich ihr Vertrauen auf ihre eigene Kraft war. Bei den Auserwählten muss sich dagegen eine andere Wirkung zeigen. Wenn diese durch die Erfahrung ihrer Ohnmacht gedemütigt werden, so müssen sie freiwillig jedes Selbstvertrauen aufgeben. Das wird dann geschehen, wenn sie sich bewusst werden, dass sie Menschen sind. Treffend sagt Augustin, dass die Demut auf der rechten Selbsterkenntnis beruht. Da der Stolz uns allen angeboren ist, so müssen wir alle von der Furcht Gottes erfüllt werden, die Gläubigen, damit sie Bescheidenheit lernen, die Verworfenen, damit sie, wenn sie auch nicht aufhören, über die den Menschen gesetzten Schranken sich zu erheben, doch immer wieder mit Schande zu Boden sinken.  V. 21. ** Flöße ihnen Furcht ein. **Welche Furcht ist hier gemeint? Gott bringt auch seine Auserwählten durch Furcht zum Gehorsam; da er jedoch gegen sie seine Strenge mildert und ihre steinernen Herzen erweicht, so dass sie sich willig und geduldig vor ihm beugen, so kann von ihnen eigentlich nicht gesagt werden, dass er sie durch Furcht zwinge. Anders verhält es sich jedoch mit den Verworfenen; denn da ihr Starrsinn unbeugsam ist, so dass sie leichter gebrochen als gebessert werden können, so bricht er ihre unbeugsame Hartnäckigkeit mit Gewalt. Und wenn sie dann auch nicht zur Einkehr kommen, so werden sie doch, sie mögen wollen oder nicht, gezwungen, ihre Ohnmacht zu bekennen. Denn wenn sie auch noch so sehr schnauben, ja vor Wut kochen und wilder sind, als die wilden Tiere, so werden sie doch, wenn der Schrecken Gottes sie erfasst, mitten im Laufe niedergestreckt und stürzen durch ihre eigene Schwere. – Im Folgenden wird der Zweck dieser Demütigung der Heiden angegeben. Sie müssen niedergeworfen werden, damit sie ** erkennen, dass sie Menschen sind. **Auf den ersten Blick scheint dies geringen Wert zu haben. Und doch ist es von großer Bedeutung. Was ist der Mensch? Nicht einmal einen Finger vermag er in eigener Kraft zu erheben. Und doch brüsten sich alle Gottlosen, als gebe es für sie gar keine Hindernisse. Im falschen Wahn maßen sie sich an, was Gott allein zukommt. Wie würden sie sich so viel herausnehmen, wenn sie sich ihrer Stellung bewusst wären? David meint natürlich nicht, dass sie durch Gottes Züchtigung dahin kommen würden, sich in Wahrheit und von Herzen zu demütigen, sondern „erkennen“ bedeutet hier so viel als erfahren. David will etwa sagen: Gib, dass sie, wenn sie aus Mangel an Selbsterkenntnis in Wut geraten, es tatsächlich erfahren, dass ihre Kräfte nicht ausreichen, das auszuführen, was sie in eitlem Selbstbewusstsein sich zugetraut, und dass sie, nachdem ihre Hoffnung zunichte geworden ist, beschämt am Boden liegen. Es kann ja oft der Fall eintreten, dass Menschen, die ihre Ohnmacht erfahren haben, trotzdem nicht zur Einkehr kommen. Aber es genügt, wenn sie mit Schimpf von ihrer Anmaßung überführt werden, sodass es offenbar wird, wie lächerlich ihr Vertrauen auf ihre eigene Kraft war. Bei den Auserwählten muss sich dagegen eine andere Wirkung zeigen. Wenn diese durch die Erfahrung ihrer Ohnmacht gedemütigt werden, so müssen sie freiwillig jedes Selbstvertrauen aufgeben. Das wird dann geschehen, wenn sie sich bewusst werden, dass sie Menschen sind. Treffend sagt Augustin, dass die Demut auf der rechten Selbsterkenntnis beruht. Da der Stolz uns allen angeboren ist, so müssen wir alle von der Furcht Gottes erfüllt werden, die Gläubigen, damit sie Bescheidenheit lernen, die Verworfenen, damit sie, wenn sie auch nicht aufhören, über die den Menschen gesetzten Schranken sich zu erheben, doch immer wieder mit Schande zu Boden sinken. 
 +{{tag>Ps_9}}