Spurgeon, Charles Haddon - Wie köstlich sind Deine Verheißungen, o Herr!

Die Verheißungen Gottes sind für den Gläubigen unerschöpfliche Goldminen. Selig, ja selig der, der da weiß die reichen Adern edeln Metalles, die in diesem Bergwerk verborgen liegen, aufzufinden und sich mit ihren unermeßlichen Schätzen zu bereichern. - Sie sind eine Rüstkammer, angefüllt mit allen Waffen, die zu Schutz und Trutz irgend nöthig oder dienlich sind. Glücklich, wer sich gewühnt hat, sich in diesem heiligen Zeughaus eine Rüstung zu suchen, mit Harnisch und Helm sich zu wappnen, und seine Hand zu bewehren mit Schwert und Speer. Sie sind eine Apotheke, die ihresgleichen nicht hat; wo der Gläubige alle kräftigen Heilmittel und alle stärkenden köstlichen Tropfen findet; da fehlt's an keinem Wundbalsam, an keinem Lebenselexir, an keiner Arzenei für irgend eine Krankheit. Selig ist der, der wohl bewandert ist in der himmlischen Apothekerkunst, und die heilsamen Kräfte der Gottesverheißungen sich anzueignen versteht. Die Verheißungen sind für den Christen ein unerschöpfliches vorrathshaus, sie sind wie die Kornhäuser Egyptens, die Joseph erbaut hat, oder wie das goldene Krüglein, darin das Manna behalten ward vor dem Herrn. Selig ist, wer die fünf Gerstenbrode und Fische der Verheißung ergreift, und sie bricht und ißt, bis alle seine fünftausend Bedürfnisse gesättigt sind, und noch aufheben darf, das ihm übrig bleibt von Brocken, ganzer Körbe voll. Die Verheißungen sind des Christen Bürgerbrief, die Urkunde, die ihn in alle Rechte des himmlischen Reichs einsetzt. Selig ist der, der diese Urkunde zu lesen versteht und mit Zuversicht ihren Inhalt sein eigen nennen darf. Ja, Gottes Verheißungen sind des Christen Schatzkammer, in welcher seine Kronjuwelen aufbewahrt werden. Ihm gehört der königliche Schmuck, den er heute noch in stiller Verborgenheit bewundernd anstaunt, den er aber einst vor aller Welt tragen wird im seligen Paradies. Schon jetzt ist er in seine Königswürde eingesetzt, denn er trägt den silbernen Schlüssel, der zu den Reichskleinodien führt. Schon jetzt darf er das Szepter ergreifen, die Krone auf's Haupt setzen und mit dem Herrschermantel seine Schultern schmücken. - O, wie unaussprechlich reich sind die Verheißungen unseres treuen Bundesgottes! Besäßen wir die Sprache des gewaltigsten Redners, und könnte unsre Zunge berührt werden mit eine glühenden Kohle vom Altar, so vermöchten wir doch nicht den tausendsten Theil des Lobes zu erzählen, das den überschwänglich großen und köstelichen Verheißungen Gottes gebührt. Ja, selbst die da eingegangen sind zur ewigen Ruhe, deren Loblieder sich aufschwingen zur erhabensten und entzüückendsten Beredtsamkeit der Cherubim und Seraphim, sie vermögen nimmer auszusprechen die Höhe und die Tiefe, die Länge und die Breite der unerforschlichen Reichthümer Christi, die da vereinigt sind im Schatzhause Gottes; die Verheißungen des Bundes Seiner Gnade.

Quelle: Balmer-Rinck, Dr - Ährenlese aus den Predigten von C.H. Spurgeon

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