Spurgeon, Charles Haddon - Segen der Trübsal.

Man sagt, man könne die Sterne, die man am Tage von der Erdoberfläche aus nicht wahrzunehmen vermag, sogleich sehen, wenn man sich in die Tiefe eines Schachts hinabbegebe, und von da aus den Blick nach dem Himmel richte. Und s verhält sich's gerade mit den köstlichsten Gottesverheißungen, die den Kindern Gottes von den dunkeln Tiefen der Trübsale aus am deutlichsten sichtbar werden. So gewiß Gott je und je die Seinen in den Ofen der Trübsal führt, so gewiß ist Er daselbst bei ihnen. Ich finde nichts davon in der Bibel, daß Jakob den Engel sah, bis daß er in die Lage kam, mit ihm zu ringen; und da erst sah der ringende Jakob den ringenden Engel. Es ist mir nicht bekannt, daß Josua den Engel Gottes erblickte, bis daß er vor Jericho stund; da erst erschien ihm der Fürst über das Heer des Herrn. Ich weiß nicht, daß Abraham je den Herrn sah, bis daß er ein Fremdling und Pilgrim in dem Hain von Mamre geworden war; da erst kehrte der Herr als Gast bei ihm ein. Erst in unsern tiefsten Kümmernissen machen wir unsre seligsten Erfahrungen. Nur in der Verbannung auf dem öden Patmos wird die die Offenbarung des Herrn zu Theil. Erst auf dem dürren, brandungsumgürteten Felseneiland, wo wir von allem Licht der Welt abgeschlossen sind, vermögen wir die rechte Tiefe zu finden, von wo aus wir, unbeirrt von allen irdischen Wolken, das reine Himmelslicht erblicken können.

Quelle: Balmer-Rinck, Dr - Ährenlese aus den Predigten von C.H. Spurgeon

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