Spurgeon, Charles Haddon - Das Sündopfer für das Volk des Landes

Und wenn jemand vom Volke des Landes aus Versehen sündigt, indem er eines von den Verboten HERRN tut, die nicht getan werden sollen, und sich verschuldet und seine Sünde wird ihm kundgetan, die er begangen hat, so soll er seine Opfergabe bringen, eine Ziege ohne Fehl, ein Weiblein, für seine Sünde, die er begangen hat. Und er soll seine Hand auf den Kopf des Sündopfers legen und das Sündopfer schlachten an dem Orte des Brandopfers. Und der Priester nehme von seinem Blute mit seinem Finger und tue es an die Hörner des Brandopferaltars; und all sein Blut soll er an den Fuß des Altars gießen. Und all sein Fett soll er abtrennen, so wie das Fett von dem Friedensopfer abgetrennt wird; und der Priester soll es auf dem Altar räuchern zum lieblichen Geruch dem HERRN. Und so tue der Priester Sühnung für ihn, und es wird ihm vergeben werden.
3. Mose 4,27-31

Das Sündopfer ist von vielen interessanten Wahrheiten umgeben. Das Vorbild ist der sorgfältigsten Betrachtung wert und ich bedaure, daß wir nicht Zeit haben, auf alle Einzelheiten einzugehen.

Wer das Kapitel liest, wird feststellen, daß es vier Arten desselben Opfers gibt. Sie können als vier Sichtweisen derselben Sache angesehen werden und als vier Klassen von Gläubigen, je nach dem Stand des göttlichen Lebens. Denn wenn auch alle Geretteten denselben Heiland haben, so haben sie doch nicht gleiche Auffassungen von ihm. Wenn wir gereinigt sind, so sind wir alle durch dasselbe Blut gereinigt; aber wir haben nicht alle die gleiche Erkenntnis davon, wie es wirkt und was die Auswirkungen sind. Der fromme Israelit hatte nur ein Sündopfer; aber dieses wurde ihm unter verschiedenen Symbolen vorgestellt. Die folgenden Ausführungen mögen euch zum Verständnis des Vorbildes behilflich sein. Das Kapitel beginnt mit dem Sündopfer für den gesalbten Priester und beschreibt es am ausführlichsten. Es fährt dann ab Vers dreizehn fort, das Sündopfer für die ganze Gemeinde zu beschreiben, das in fast jeder Einzelheit gleichbedeutend mit dem Opfer für den Priester ist. Wird damit nicht deutlich gemacht, daß, als Christus, unser gesalbter Priester, die Sünde der ganzen Gemeinde auf sich nahm, von ihm dieselbe Sühnung erforderlich war, als wenn alle als einzelne Personen angesehen wurden? Sein Sündopfer für die Sünden, die nicht seine eigenen waren, die ihm aber um unseretwillen von dem Herrn auferlegt wurden, ist gleichwertig mit der Strafe, welche der ganzen Gemeinde der Gläubigen, für welche sein Blut vergossen wurde, auferlegt werden mußte.

Das ist eine ernste Lektion, welche nicht vergessen werden darf. Wir sollten darin den unschätzbaren Wert des Opfers Christi sehen, durch welches die vielen unzählbaren Sünden für immer weggenommen wurden. In dem Tod unseres Herrn wurde der Gerechtigkeit ein voller Ersatz für die ewige Bestrafung der Erlösten geboten. Ehre sei dem Namen unseres großen Stellvertreters. Er hat mit einem Opfer alle vollkommen gemacht, die geheiligt werden.

In dem Fall des Sündopfers für den Priester haben wir eine ausführlichere Beschreibung von dem dargebrachten Sündopfer, als in den beiden letzten Beispielen, und wir haben gelesen, daß das Sündopfer ohne Fehler sein mußte. In den beiden ersten Fällen mußte ein Farren, ein Jungstier, zum Sündopfer gebracht werden. Ein Farren war das wertvollste, edelste und stärkste Tier, das der Israelit besitzen konnte, ein Bild der Stärke und Ausdauer.

Unser Herr Jesus gleicht dem Erstling der Farren-stark zum Dienst, willig und fähig, um unseretwillen zu arbeiten und als vollkommenes Opfer ohne Fehler hatte er an unserer Stelle zu leiden. Der Priester tötete den Farren und sein Blut mußte fließen, denn ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung. Der wesentliche Punkt des Sündopfers Christi liegt in seinem Tod. Wieviel sein Leben auch dazu beigetragen haben mochte, so konnte doch die Schuld der Menschen nicht anders gesühnt werden, als durch des Herrn „Gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum Tod am Kreuz“.

Wenn wir zu unserem Kapitel zurückkehren, stellen wir fest, daß das Blut des Opfers in das Heilige getragen wurde. Dort tauchte der Priester seinen Finger in das Blut und sprengte es siebenmal gegen den Vorhang. Das war eine vollkommene Darbringung des Blutes Jesu vor Gott. Damit wurde allen deutlich, daß Leben für Leben gegeben wurde. Vor dem zornigen Gott wurde der stellvertretende Tod eindeutig bekannt. Wenn wir das Blut Jesu sehen, so gibt uns das Frieden; aber es schafft keine Genugtuung. Gott muß das versöhnende Blut sehen. Darum mußte es siebenmal vor den Herrn gesprengt werden. Das nächste, was der Priester tat, war, daß er an den goldenen Räucheraltar trat und jedes der vier Hörner mit dem Blut bestrich, um zu zeigen, daß es das Blut des Sündopfers ist, welches der Fürbitte Kraft gibt. Der liebliche Duft des Räucherwerks deutet auf die Gebete und das Lob der Heiligen und besonders die Fürbitte Jesu Christi hin. Weil das Blut da ist, wird Christi Fürbitte gehört und werden unsere Gebete vor dem Herrn angenommen.

Dann begab sich der Priester zu dem ehernen Brandopferaltar, welcher im Vorhof stand und goß alles übrige Blut am Fuß des Altars aus. So war überall, am Vorhang, am goldenen Altar und nun am ehernen Altar das Blut sichtbar. Innerhalb und außerhalb des Heiligtums war nur eine Stimme zu hören, die des Blutes des Versöhnungsopfers, das zu Gott um Frieden schrie. Das viele Blut sollte Israel lehren, daß Gottes Zorn wider die Sünde schrecklich ist und daß dem entehrten Gesetz mit nichts geringem Genüge getan wird, als daß Leben um Leben gegeben werden mußte, wenn der Sünder gerettet werden sollte.

Der Brandopferaltar war der Altar der Annahme, der Ort, wo die Opfer dargebracht wurden, die nicht in Verbindung mit Sünde standen, sondern Gott als Dankopfer gebracht wurden. Damit sollte deutlich werden, daß der Grund der Annahme des Christen und seiner Opfer in dem teuren Blut Jesu liegt, denn ganze Schalen voll Blut wurden auf den Boden vor dem Altar ausgegossen! Seht, welche Wunder das teure Blut Jesu vollbringt, es ist die Kraft der Fürbitte und der Grund der Annahme.

Von dem geschlachteten Farren wurden gewisse Teile und besonders das innere Fett auf den Altar gelegt und von den Flammen verzehrt, um uns zu zeigen, daß, während der Herr Jesus das Sündopfer war, er dennoch Gott wohlgefiel. Obwohl ihn Gott verlassen mußte, so daß er ausrief: „Warum hast du mich verlassen?“ war er dennoch in seinem Gehorsam Gott ein Wohlgeruch.

Aber der wichtigste Teil des Opfers ist noch zu beschreiben, und ihr werdet feststellen, daß wir die Beschreibung nur in den ersten beiden Arten des Sündopfers finden. Dem Priester wurde nicht gestattet, den Farren auf dem Altar zu verbrennen, sondern er mußte ihn samt dem Fell und Kopf und allem außerhalb des Lagers bringen. Es war ein Sündopfer und darum ein Abscheu in Gottes Augen. Der Priester ging deshalb mit der gräßlichen Last hinaus an den Ort, wo die Asche des Lagers hingetan wurde und dort wurde-nicht auf einem Altar, sondern auf der Erde-jedes Teil des Farren mit Feuer verbrannt. Als der Herr Jesus die Sünden seines Volkes auf sich nahm, konnte er als der Stellvertreter nicht länger an der Stätte der göttlichen Gunst bleiben, sondern mußte abgesondert werden. Der Verfasser des Hebräerbriefes macht das klar: „Denn die Leiber der Tiere, deren Blut durch den Hohenpriester für die Sünde in das Heiligtum hineingetragen wird, werden außerhalb des Lagers verbrannt. Darum hat auch Jesus, um das Volk durch sein eigenes Blut zu heiligen, außerhalb des Tores gelitten.“ Außerhalb Jerusalems mußte Jesus an der gewöhnlichen Hinrichtungsstätte der Übeltäter leiden, da „war er ein Fluch für uns; denn es steht Geschrieben:verflucht ist jeder, der am Holz hängt“. Das mußte geschehen, weil Gott die Sünde haßt, und er sie mit Unwillen behandeln muß.

Das Feuer der göttlichen Gerechtigkeit fiel auf unser gelobtes Sündopfer, bis er von Schmerz und Angst verzehrt wurde und ausrief: „Es ist vollbracht“ und verschied. Das ist der einzige Weg, Sünde wegzunehmen: sie wird auf einen anderen gelegt, und dieser andere muß leiden, als ob er selbst gesündigt hat und dann, weil die Sünde nicht zugleich an zwei Stellen sein kann, wird der Opfernde frei von aller Sünde. Ihm wird vergeben, und er ist angenehm, weil statt seiner sein Stellvertreter außerhalb des Lagers getötet wurde.

Ich habe euch hiermit kurz die ersten beiden Formen des Sündopfers gezeigt. Es erschien mir notwendig, damit zu beginnen.

Jemand vom Volk des Landes

Nun wollen wir unsere Betrachtung über unseren Text beginnen, in dem es um eine Person „vom Volk des Landes“ geht. Es macht mir große Freude diese Worte zu lesen: „Wenn jemand vom Volk des Landes aus Versehen sündigt,“ denn wer vom Volk sündigt nicht? Der Text erinnert mich daran, daß, wenn ein einfacher Mensch sündigt, ihn seine Sünde zugrunde richtet. Er mag mit seiner Sünde nicht so viel Unheil anrichten, wie ein Fürst oder ein öffentlicher Beamter, aber seine Sünde hat das Wesen des Bösen in sich, und Gott wird deswegen mit ihm abrechnen. Egal, wie verborgen er leben, wie arm und ungelehrt er sein mag, seine Sünde wird ihn zugrunde richten, wenn sie nicht vergeben und weggenommen wird.

Die Sünde eines gewöhnlichen Menschen kann nur durch ein blutiges Sündopfer weggenommen werden. Ihr seht, daß in diesem Fall das Opfer nicht ein Farren, sondern eine Ziege war, aber es mußte ein blutiges Opfer sein, denn ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung. Wie allgemein auch eure Sünden sein mögen, wie unbedeutend ihr selbst sein mögt-nichts wird euch reinigen, als das Blut Jesu Christi. Für die Sünden einer Hausfrau oder eines Dienstboten oder eines Bauern oder Straßenkehrers muß dasselbe Oper gebracht werden, wie für die Größten und Einflußreichsten. Kein anderes Sündopfer wird genügen. Die Sünden gewöhnlicher Leute werden sie vernichten, wenn das Blut Jesu sie nicht davon reinigt.

Aber hier ist Grund zur Freude, denn für das Volk des Landes gab es ein von Gott verordnetes Sündopfer. Ehre sei Gott! Ich mag Menschen unbekannt sein, aber ich werde von ihm nicht übersehen. Ich mag nur einer von vielen sein; aber er hat an mich gedacht. Jede schuldige Seele, die zu Christus kommt, findet in ihm ein Sündopfer für sich. Gelobt sei der Name des Herrn, es gibt ein Schuldopfer für das einfache Volk, so daß jeder, der zum Heiland kommt, Reinigung durch sein teures Blut bekommt.

Beachtet mit Dankbarkeit, daß das für das Volk des Landes bestimmte Opfer ebenso Annahme fand, wie das für den Fürsten angeordnete Opfer. Christus wird ebenso für die Ärmsten des Volkes, wie für die Reichsten angenommen. Er rettet sowohl die Unbekannten, wie die, welche apostolische Namen von hohem Ruf tragen. Sie bedürfen des Blutopfers, aber sie bedürfen nichts weiteres und das Blut spricht vor dem Thron Gottes sowohl für die Geringsten, wie für die Obersten des Volkes. Kommt denn, die ihr dem einfachen Volk angehört. Wenn jemand von euch gesündigt hat, der komme sofort zu Jesus, dem großen Sündopfer. Ob ihr auch im Rang niedrig steht, ihr lest, daß das einfache Volk den Herrn gern hörte. Obwohl ihr nur wenig von den Gütern dieser Welt habt, kommt dennoch und kauft Wein und Milch ohne Geld und umsonst. Obwohl schlicht in euren Talenten und Gaben, er lädt euch ein zu kommen, denn diese Dinge sind den Weisen und Klugen verborgen. Er hat nicht für die, welche sich für ausgezeichnet halten, sein Leben gelassen; sondern „den Armen wird das Evangelium gepredigt,“ und durch ihre Errettung will er sich verherrlichen.

Beachtet, es heißt: „Wenn jemand vom Volk des Landes aus Versehen sündigt … und seine Sünde, die er begangen hat, wird ihm zum Bewußtsein gebracht, dann soll er seine Opfergabe bringen.“ Ist es hier jemand plötzlich bewußt geworden, daß er gesündigt hat, wo er es vorher nicht meinte? Ist dir ein neues Licht aufgegangen und hat es dir deine Finsternis geoffenbart? Bist du beschwerten Herzens hierher gekommen, weil du entdeckt hast, daß du schuldig bist und verloren gehen mußt, wenn Gottes Barmherzigkeit es nicht verhütet! Komm und bringe dein Opfer. Nimm das Opfer an, welches Gott vorgesehen hat und laß deine Sünde weggenommen werden.

Ich wünschte, die Worte des Textes erweckten in jedem Herzen dieselben Empfindungen, welche ich habe, denn ich möchte vor Freuden darüber weinen, daß es für das einfache Volk ein Opfer gibt, denn zu ihnen zähle auch ich mich. Ich habe gesündigt, ich bin zur Erkenntnis meiner Sünde gekommen, und ich danke Gott, daß ich nicht weiter fragen muß, wer ich bin, denn es gibt ein Sündopfer für mich.

Das Opfer

Lenkt nun eure Aufmerksamkeit auf das Opfer. „Er soll seine Opfergabe bringen, eine weibliche Ziege ohne Fehler, für seine Sünde, die er begangen hat.“

Beachtet zunächst, daß hier ein Unterschied ist zwischen dem Vorbild und der Wirklichkeit, denn erstens war das Sündopfer unter dem Gesetz nur für Sünden der Unwissenheit da. Wir haben aber ein viel besseres Opfer für die Sünde: „Das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde.“ Das köstliche Wort „aller“ schließt Sünden der Erkenntnis, Sünden gegen das Licht und gegen die Liebe Gottes, Sünden gegen Gott und Menschen, gegen Leib und Seele, Gedankensünden, Wortsünden und Tatsünden, Sünden jeder Art ein, und sie alle sollen weggenommen werden.

Trotzdem preise ich Gott dafür, daß das Vorbild mit Unwissenheitssünden zu tun hat, denn wir alle haben viele Sünden begangen, von denen wir nichts wissen. Sie haben unser Gewissen nie beschwert, weil wir sie nicht entdeckt haben und weil wir nicht wissen, daß es Sünden sind. Aber Christus nimmt auch diese Sünden auf sich und betet: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ „Von verborgenen Sünden reinige mich,“ betete David und das ist es, was Jesus tut.

Es ist eine Lehre der römischen Kirche, daß eine Sünde nur vergeben wird, wenn sie gebeichtet wird. Wenn es so wäre, würde keiner von uns gerettet werden, da es dem Gedächtnis nicht möglich ist, sich an jede Sünde zu erinnern und weil das Gewissen nicht so vollkommen ist, jede Form der Übertretung zu erkennen. Aber während wir Gott alle Sünden bekennen sollten, welche wir kennen und während wir sie soviel wie möglich einzeln bekennen sollten, so nimmt Jesus Christus doch als das Sündopfer die Sünden weg, welche wir nicht als solche erkannt haben, als wir sie begingen. Er macht uns rein von aller Sünde.

Welch ein Trost ist hier für euch, die ihr euch zu dem einfachen Volk zählt! Hier ist ein Sündopfer, das euch alle eure Sünden abnimmt. Wie ihr euch auch befleckt haben mögt und wenn ihr schwarz wäret wie die Nacht und schrecklich wie die Hölle-es ist Kraft in dem sühnenden Blut des Mensch gewordenen Gottes, um euch so weiß zu machen, wie frisch gefallener Schnee es nur sein kann.

Seht auch den anderen Unterschied darin, daß der Sünder des einfachen Volkes in diesem Fall selber sein Opfer zu bringen hatte. Aber unser Sündopfer ist bereits für uns gebracht worden. Ihr erinnert euch an die Frage Isaaks an seinen Vater Abraham, als sie zum Berg Morija hinaufgingen: „Mein Vater, siehe das Feuer und das Holz, wo aber ist das Schaf zum Brandopfer?“ und Abraham sagte: „Gott wird sich das Schaf zum Brandopfer ersehen, mein Sohn.“ Gott hat sich ein Lamm zum Brandopfer und auch zum Sündopfer ersehen, und nun haben wir kein Opfer mehr für die Sünde zu bringen, sondern haben einfach zu nehmen, was Gott vor Grundlegung der Welt erwählt hat.

Nun laßt uns beachten, daß das im Vorbild zum Sündopfer erwählte Opfer tadellos war. Wie hätte Christus ein Sündopfer für Sünden sein können, wenn er selber Sünden gehabt hätte? Wenn er schuldig gewesen wäre, so hätte er für seine eigene Schuld leiden müssen. Da er aber keine andere Verpflichtung gegen das Gesetz hatte, als die, welche er freiwillig übernahm, so konnte er seinen Gehorsam weggeben, wie er denn auch uns gegenüber getan hat. Der unbefleckte Christus ist gestorben, er, „der Gerechte für die Ungerechten,“ auf daß er uns zu Gott brächte. Das ist sehr tröstlich, denn wenn du den vollkommenen Charakter unseres gelobten Herrn als Gott und Mensch studierst und ihn in seiner unvergleichlichen Reinheit siehst, so wirst du fühlen, daß, als er litt, in diesem Leiden ein unaussprechlicher Verdienst liegen muß, der dich vor dem zukünftigen Zorn erretten kann. In dem teuren Erlöser haben wir ein unsträfliches und untadeliges Opfer. Aber ich verstehe nicht und kann deshalb auch nicht erklären, warum in diesem Fall das Opfer ein weibliches sein sollte, weil die meisten Opfer einjährig und männlich sein mußten. War es so, weil da weder Mann noch Frau, weder Knecht noch Freier, sondern alle eins sind in Jesus Christus?

Oder bin ich im Unrecht, wenn ich vermute, daß damit eine mangelhafte Auffassung von Christus seitens des einfachen Volkes vorgebildet werden sollte, weil ein weibliches Vorbild eine unvollkommene Auffassung von Christus ist? Soll damit gesagt werden, daß, während eine vollkommene Anschauung von Christus sehr tröstlich, lehrreich und stärkend ist, doch auch schon eine unvollkommene Auffassung von ihm uns rettet, wenn sie von wahrem Glauben begleitet ist? Wenn wir hinsichtlich dieses Punktes irren, so steht es doch gut mit uns, wenn wir die Hauptwahrheit seiner Stellvertretung klar erkannt haben. Es scheint mir, daß hier absichtlich ein Opfer vorgeschrieben wurde, welches Christus nicht genau darstellt, damit der Herr zu seinem Volke und zu uns sagen könnte: „Ihr habt die vollkommene Auffassung von meinem lieben Sohn noch nicht erlangt; aber wenn ihr an ihn glaubt, wird euch auch ein unvollkommenes Verständnis von ihm erretten.“

Wer von uns weiß viel von Christus? Wir wissen genug von ihm um ihn von Herzen zu lieben und zu wissen, daß wir ihm alles verdanken und um zu wünschen, zu seiner Ehre leben zu können. Aber er ist viel größer, als unsere größten Gedanken. Wir haben nur die Küsten mit unseren Fahrzeugen gestreift und sind auf den eigentlichen Ozean noch nicht gekommen und haben seine großen Tiefen noch nicht ergründet. Doch, wie wenig wir auch von ihm wissen: Er hat uns gerettet; um seinetwillen ist uns vergeben worden, und wir sind angenehm gemacht in dem Geliebten. Scheint der Herr uns nicht zu sagen: „Arme Seelen, ihr habt meinen Sohn sehr mißverstanden, und ihr seid in manchen Stücken im Irrtum; aber ihr vertraut ihm, und ich rette euch.“ Wenn wir in bezug auf ihn hier und da auch irren mögen, solange unsere Seele an ihm hängt, wie ein Kind an seiner Mutter, das von der Mutter nicht mehr weiß, als daß sie es lieb hat und daß es von ihr abhängig ist-so werden wir doch durch dieses Hängen an ihm gerettet. Doch der wichtigste Punkt des Opfers war: Es wurde als ein Stellvertreter getötet. Es wird über das Hinausschaffen aus dem Lager nichts gesagt. Alles, was der Opfernde wußte, war, daß es als Stellvertreter getötet wurde. Lieber Zuhörer, alles, was zu wissen erforderlich ist, um gerettet werden zu können, ist, daß du ein Sünder bist und daß Christus dein Stellvertreter ist. Wenn wir auch noch so viel gelernt haben mögen, wenn wir nicht wissen, daß er uns geliebt und sich selbst für uns gegeben hat, so haben wir die ersten Prinzipien einer rechten Erziehung für die Ewigkeit noch nicht kennengelernt.

Die besonderen Vorschriften

Darüber will ich nur ein kurzes Wort sagen. Nachdem das Opfer für jemand aus dem Volk des Landes getötet wurde, brachte man das Blut zu dem ehernen Altar und seine vier Hörner wurden damit bestrichen, um deutlich zu machen, daß die Kraft der Gemeinschaft mit Gott in dem Blut der Stellvertretung liegt. Es gibt keine Gemeinschaft mit Gott als nur durch das Blut; es gibt keine Annahme bei Gott für uns als durch ihn, der an unserer Stelle gelitten hat.

Dann wurde das Blut am Fuß des ehernen Altars ausgegossen, als ob gezeigt werden sollte, daß das Sündopfer sowohl der Grund wie die Kraft der Gemeinschaft ist. Wir kommen Gott am nächsten, wenn wir die Kraft des Blutes am meisten fühlen, und wir könnten überhaupt nicht zu Gott kommen, wenn es nicht auf diesem Weg möglich wäre. Danach wurde ein Teil des Opfers auf den Altar gelegt und von diesem wird gesagt, was in den anderen Fällen nicht gesagt wurde: „Der Priester soll es auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen als wohlgefälligen Geruch für den Herrn.“

Dieser einfache Mensch hatte im Vergleich zu den anderen in den meisten Beziehungen nur eine unvollkommene Vorstellung von Christus. Aber es gab einige Punkte, in welchen er mehr Licht hatte als andere, denn bei dem Priester wird nicht gesagt, daß das, was er opferte, ein Wohlgeruch war. Zum Trost dieses schlichten Menschen wird ihm gesagt, daß das von ihm gebrachte Sündopfer Gott ein Wohlgeruch ist. Und welche Freude ist es, zu verstehen: wenn ich an Christus glaube, hat er nicht nur meine Sünde weggenommen, sondern er ist für mich nun auch Gott ein Wohlgeruch, und ich bin um seinetwillen von Gott angenommen, um seinetwillen von Gott geliebt, bin um seinetwillen Gott teuer! Wohl dem, der erkennen kann, daß Christus dem allerhöchsten Gott ein Wohlgeruch ist, so daß mit ihm ein Gnadenbund aufgerichtet worden ist, der niemals aufgehoben werden kann. Eine wichtige Einzelheit

An dieser Stelle erbitte ich mir eure ungeteilte Aufmerksamkeit. Ich habe absichtlich eine wesentliche Vorschrift ausgelassen, um mich hier ausführlicher damit zu befassen.

Beachtet bitte, daß alle vier Sündopfer eine wichtige Vorschrift gemeinsam haben: „Er soll seine Hand auf den Kopf des Sündopfers legen.“ Es war nutzlos, den Farren zu töten, es war vergeblich, den Bock zu schlachten, es hatte keinen Zweck, das Blut auszugießen oder die Hörner des Altars zu bestreichen, wenn das nicht geschah. Der schuldige Mensch mußte kommen und selber seine Hand auf das Opfer legen. Gott schenke, daß einige von euch ihre Hand auf Jesus Christus legen möchten, während ich hier rede.

„ Ich leg´ die Glaubenshand,
Lamm Gottes, auf dein Haupt;
Auf dich sei meine Schuld bekannt,
Weil´s so dein Wort erlaubt.“

Der Akt der Handauflegung bedeutete Bekenntnis. Es bedeutete: „Hier stehe ich als ein Sünder und bekenne, daß ich zu sterben verdiene. Dieser Bock, der nun getötet werden soll, stellt in seinen Leiden dar, was ich von Gott verdiene.“ Sünder, bekenne jetzt deine Sünde deinem großen Gott. Erkenne an, daß er gerecht wäre, wenn er dich verdammen würde. Bekenntnis der Sünde ist ein Teil der Bedeutung der Handauflegung. Das nächste, was dadurch deutlich gemacht werden sollte, war Annahme. Der die Hand auflegte, sagte: „Ich nehme diesen Bock als den an, der an meiner Stelle dasteht. Ich stimme damit überein.“ Das ist, was der Glaube mit Christus tut, er legt seine Hand auf den hochgelobten Sohn Gottes und sagt: „Er steht an meiner Stelle, ich nehme ihn als meinen Stellvertreter an.“

Eine weitere Bedeutung davon war Übertragung. Der Sünder, der dort stand und bekannte und seine Hand auf das Opfer legte und es annahm, sagte durch diese Handlung: „Nach Gottes Vorschrift übertrage ich alle meine Sünden, die ich hier bekenne, von mir auf dieses Opfer.“ Durch diesen Akt wurde die Übertragung vollzogen. Ihr kennt die köstliche Stelle, wo geschrieben steht: „der Herr warf unser aller Sünde auf ihn“. Auf Grund dieser Stelle ist Widerspruch gegen das schöne Lied erhoben worden: „Ich lege meine Sünden auf Jesu, meinen Herrn,“ aber ich denke, der Ausdruck ist ganz korrekt. Können nicht beide Aussprüche wahr sein? Gott warf die Sünde in ihrer ganzen Masse auf Christus; aber jeder legt seine Sünden in einem anderen Sinn durch den Akt des Glaubens auf Christus, an dessen Stellvertretung er teilhaben will.

Beachtet nun, daß dies eine persönliche Tat war. Niemand konnte an Stelle eines anderen seine Hand auf den Farren oder auf den Bock legen, das mußte jeder selber tun. Eine fromme Mutter konnte nicht sagen: „Mein ungehorsamer Sohn will seine Hand nicht auf das Opfer legen, darum will ich es für ihn tun.“ Das war unmöglich. Wer seine Hand auflegte, erhielt den Segen, aber kein anderer. So mußt du selbst und für dich selbst einen persönlichen Glauben an Christus haben. Manchmal ist das Wort mit „lehnen“ übersetzt worden und einige geben ihm denn Sinn von „schwer auflehnen“. Welch ein herrliches Bild vom Glauben! Nach den rabbinischen Darstellungen lehnten sich die, welche das Opfer brachten, mit aller Macht darauf, als ob sie durch diese Tat sagen wollten: „Ich lege die ganze Last, das ganze Gewicht meiner Sünden auf dieses tadellose Opfer.“ So, meine Seele, lehne dich fest auf Christus, wirf die ganze Last deiner Sünden auf ihn, denn er kann sie tragen und er kam zu dem Zweck, sie zu tragen, und er wird geehrt werden, wenn du dich allein auf ihn lehnst.

Geliebte, welch ein einfacher Akt war das! Der Mensch, welcher auf diese Weise nicht von der Sünde befreit werden wollte, verdiente es, verloren zu gehen. Es gab nichts zu tun, als seine Hand aufzulegen. Nichts, als zu lehnen, und wie hätte er sich da weigern können? Der Glaube an Christus ist kein Geheimnis, das erst durch lange Abhandlungen erklärt werden muß, es ist Einfach:vertraue ihm, vertraue ihm, vertraue ihm, und du bist gerettet. „Wendet euch zu ihm, aller Welt Ende, so werdet ihr gerettet.“ Nichts kann klarer, nichts kann einfacher sein. Wie ist es möglich, daß viele es sich so schwer machen, wo Gott es uns so einfach gemacht hat? Es muß daran liegen, daß, während Gott den Menschen aufrichtig gemacht hat, dieser viele Ränke sucht und sich so in Verwirrung bringt.

Die Handauflegung war die Tat eines Sünders. Er kam, weil er gesündigt hatte und sich seiner Sünde bewußt war. Wenn er sündlos gewesen wäre, hätte kein Sinn in der Darbringung eines Sündopfers gelegen. Die Unschuld bedarf keines Stellvertreters und keines Sündopfers. Das Sündopfer ist für den Menschen, welcher Sünde hat und es ist keine Seele hier, für welche Christus so gut paßt, als die, welche am meisten Sünden hat! Du bist ein großer, schwarzer Sünder, durch und durch ein Sünder, ein verdammungswürdiger Sünder; du bist gerade der Sünder, der zu Christus kommen und seine Gnade verherrlichen sollte.

Er ist ein Arzt, der nicht in die Welt gekommen ist, um ein wenig Hautjucken und Nadelstiche zu heilen, sondern große Krankheiten, ekelhaften Aussatz und hitziges Fieber hinwegzunehmen. Komm, du Sünder aus dem Volk, komm und verlasse dich allein auf Jesus! Innerhalb weniger Monate oder längstens weniger Jahre werden wir alle vor den Schranken Gottes stehen und was wird sein, wenn manche von uns dort mit ihren Sünden stehen werden? Ich fürchte, daß einige dann keine Vergebung haben werden. O wollt ihr, zu denen ich so oft gesprochen habe, unbegnadigt bleiben?

Ich werde nicht imstande sein, euch entschuldigen zu können, daß ihr den Heilsweg nicht kanntet, denn ich habe ihn in der einfachsten Sprache verkündigt. Ich habe oft eine Sprache vermieden, die meinem Geschmack besser entsprochen hätte und habe statt dessen bekannte und einfache Worte gebraucht, damit mich nicht jemand mißverstehen kann. Gott weiß, ich habe oft Gedankengänge fallen lassen, die sich vor mir öffneten und die viele meiner Zuhörer mehr interessiert hätten, weil viele von euch noch unbekehrt sind und ich ihnen elementare Wahrheiten predigen mußte.

Ich erzähle immer wieder die Geschichte von dem stellvertretenden Werk des Herrn Jesus. Haßt ihr denn eure Seelen so sehr, daß ihr sie trotz Christus verdammen, daß ihr Gottes eigenes Opfer für die Sünde verwerfen wollt? Ihr könnt nicht sagen, daß es euch schwer fällt, den Tod Jesu zu nutze zu machen. Ihr braucht nur die Hand des Glaubens auf das teure Haupt legen. Welche Feindschaft muß in euren Herzen sein, daß ihr nicht mit Gott versöhnt sein wollt, obwohl er seinerseits die Versöhnung durch den Tod seines geliebten Sohnes herbeigeführt hat.

Wie weit ist doch der Mensch in seiner Auflehnung gegen seinen Schöpfer gegangen, daß er, anstatt Frieden mit ihm zu schließen, lieber die ewige Liebe verwirft und seine eigene Seele für ewig zugrunde richtet. Möge Gott geben, daß heute einige sagen: „Ich will meine Hand ausstrecken, ich will Jesus vertrauen.“ Ihr seht, daß die Hand, welche ausgestreckt wurde, leer sein mußte, und das Herz, welches sich auf Christus lehnt, kann kraftlos sein. Schwäche und Sündhaftigkeit finden Stärke und Vergebung, wenn sie Jesus als einzige und ausreichende Hoffnung annehmen.

Das letzte Wort, das ich zu sagen habe, macht den fünften Teil aus. Es betrifft den zugesicherten Segen. Nehmt eure Bibeln, und möge jede Seele, die sich ihrer Sünde bewußt ist, den letzten Teil des 31. Verses lesen: „Es wird ihm vergeben werden.“

Da ist das Opfer. Der Mensch muß seine Hand darauf legen. Das Opfer ist geschlachtet und „seine Sünde wird ihm vergeben“. Waren das nicht einfache Worte? Da war kein wenn, kein aber, kein vielleicht, sondern: „Ihm wird vergeben.“ Nun, in jenen Tagen war es nur eine Sünde, die anerkannte und bekannte Sünde, die vergeben wurde. Aber jetzt werden „alle Sünden und Lästerungen den Menschen vergeben“. In jenen Tagen gab die Vergebung dem Gewissen keinen dauernden Frieden, denn der Opfernde mußte bald mit einem anderen Opfer wiederkommen. Aber jetzt tilgt das Blut Jesu alle Sünden der Gläubigen ein für allemal, so daß es nicht nötig ist, ein neues Opfer zu bringen oder zum zweiten Mal mit dem Blut des Sündopfers in unseren Händen zu kommen.

Das Opfer der Juden hatte keinen inneren, wirklichen Wert. Wie konnte das Blut von Ochsen und Böcken Sünden wegnehmen? Es konnte nur als Vorbild auf das wahre Opfer, auf das Sündopfer Christi, nützlich sein. Aber in unserem Herrn Jesus ist wirkliche Versöhnung und wirkliche Reinigung, und wer an ihn glaubt, findet in diesem Augenblick tatsächliche und vollkommene Vergebung. Unsere Sünden wurden als eine große Masse sämtlich auf Christus gelegt und alle zu gleicher Zeit weggenommen.

Wehe einem Menschen, welcher seine Sünden auf sich selber nehmen muß! Der Segen liegt darin, daß unsere Sünden auf Jesus gelegt werden, nach den Wort des Psalmisten: „Glücklich der, dem Übertretung vergeben, dem Sünde zugedeckt ist. Glücklich der Mensch, dem der Herr die Schuld nicht zurechnet, und in dessen Geist kein Trug ist.“ Der Gläubige sündigt, aber der Herr rechnet ihm seine Sünde nicht zu. Sie liegt auf dem Haupt unseres Sündopfers, das auf Golgatha unsere Sünden trug, auf Jesus Christus, unserem Heiland.

Die Quintessenz meiner Predigt ist die: Wenn hier ein Kind Gottes sein sollte, das im Finstern sitzt und mit Sünde beladen ist, so stehe nicht da und streite mit dem Teufel darüber, ob du ein Kind Gottes bist oder nicht. Gehe nicht über deine Erfahrung hinweg, indem du sprichst: „Ich fürchte, daß ich ein Heuchler bin und mich betrogen habe.“ Aber nimm einen Augenblick das Schlimmste an. Laß den Teufel alle seine Anschuldigungen als wahr aufsagen, und dann antworte ihm in ähnlichen Worten, wie es Martin Luther tat: „Du sagst, ich sei ein großer Sünder und ein Übertreter des Gesetzes und wer weiß, was sonst noch. Ich antworte dir darauf, daß ich dir mit deinem eigenen Schwerte deinen Kopf abschlagen werde, denn wie, wenn ich ein Sünder bin? Es steht geschrieben, daß Jesus Christus gekommen ist, Sünder selig zu machen, und als ein Sünder verlasse ich mich einfach auf ihn.“

Ich liebe neue Anfänge. Der beste Weg, verlorene Beweise zurückzuerhalten, ist, die Beweise fahren zu lassen und wieder zu Jesus zu gehen. Beweise haben viel Ähnlichkeit mit einer Sonnenuhr. Du kannst sagen, wie spät es ist, wenn die Sonne scheint, aber sonst nicht. Aber ein Mann mit Erfahrung kann ohne die Sonnenuhr die Tageszeit angeben, wenn er nur die Sonne selbst sehen kann. Beweise sind am klarsten, wenn Jesus nahe ist, und das ist gerade die Zeit, in der wir sie nicht nötig haben. Hier ist Gottes Anweisung für unser Verhalten, wenn wir uns unter einer Wolke befinden: „Wer ist unter euch, der im Finstern wandelt, und dem kein Licht scheint, der…“- nun, was? Der gräme sich um seine Beweise? Nein, „der vertraue,“ das ist der Zweck-„der vertraue auf den Namen des Herrn und stütze sich auf seinen Gott“ und höre auf die Stimme seines Knechtes, und das Licht wird ihm bald wieder scheinen.

Komm, beladener Gläubiger, komm zu dem Sündopfer. „Wenn jemand sündigt-wir haben einen Fürsprecher bei dem Vater.“ Der Brunnen, welcher geöffnet wurde gegen alle Sünde und Unreinigkeit, ist nicht nur für die Verlorenen da, sondern auch für das Volk Gottes, denn er ist „im Hause Davids“ für „die Bürger in Jerusalem,“ das heißt für die vom Volk Gottes geöffnet worden.

Wenn hier eine Seele ist, die nicht an Jesus glaubt und doch mit Sünden beladen ist, so lade ich sie ein-und ich bitte Gott, den Heiligen Geist, die Einladung wirksam zu machen-jetzt zu Jesus zu kommen. Wenn ich damals als junger Mann, als ich den Heiland suchte, in solch einer Versammlung gewesen wäre und gehört hätte, wie Christus als Stellvertreter vorgestellt wurde, wie er unsere Sünden trug und wenn ich die einfache Sprache hätte hören können, wie ihr sie jetzt gehört habt, ich hätte sofort Frieden gefunden. Statt dessen jagte ich Monat für Monat dem Frieden nach, weil ich nicht wußte, daß ich nichts zu tun hatte, sondern Christus alles getan hat. Ich wußte nicht, daß ich nur das Opfer Christi annehmen und ihm vertrauen brauchte. Nun, ihr wißt es. Möge Gott zu diesem Wissen etwas hinzufügen! Möchte er euch Kraft geben, eure Hand auf Jesus zu legen. Stütze dich auf ihn, Seele, stütze dich auf ihn! Wenn du dich nicht stützen kannst, so falle in seine Arme.

Vertraue ihm, verlaß dich auf ihn, das ist alles, was er fordert und dann wird der Glaube dich rechtfertigen und reinigen. Er wird dir Befreiung schenken und dich zu seinem ewigen Reich und zu seiner Herrlichkeit führen. Der Herr segne euch um Jesu willen! Amen.

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