Spurgeon, Charles Haddon - Hans Pflügers Bilderbuch (Zitate)

Wunderkinder

Die Eule meint, alle ihre Jungen seien schön. Und machen wir es nicht auch so? Wie oft sind die Eltern die einzigen Bewunderer ihrer Sprößlinge! Glückliche Parteilichkeit!

Bändigen

Das beste Füllen muß gebändigt werden, und bei deinem eigenen Wunderkind ist es ebenso notwendig, wir bei den lange nicht so wundervollen Sprößlingen anderer Leute. Wenn du die richtige Einsicht hättest, würdest du auf das wichtige Geschäft des Bändigens etwas mehr Sorgfalt verwenden. Wer sein Kind verhätschelt, bindet sich eine Rute für seinen eigenen Rücken.

Mit vielem hält man Haus, mit wenig kommt man auch aus

Der ist ein guter Fuhrmann, der auf kleinem Raum umwenden kann. Gemütlich und sparsam mit einem kleinen Einkommen haushalten ist die höchste Klugheit. Es gibt Frauen, die mit hundert Mark mehr ausrichten als andere mit der dreifachen Summe.

Streck dich nach der Decke

Mache deinen ganzen Lebensplan so, daß er mit deinen Mitteln übereinstimmt, dann bleiben dir Schulden und anderes Mißgeschick erspart. Mancher Mann unternimmt zuviel und unternimmt es zum Untergang seines Geschäfts oder seines Hauses.

Das Haus des Gerechten wird gesegnet

Der Gerechte fürchtet den Herrn, und darum steht er und das Dach, das ihn und seine Familie bedeckt, unter dem göttlichen Schutz. Sein Heim ist eine Wohnung der Liebe, eine Schule christlicher Erziehung, eine Stätte himmlischen Lichtes. In diesem Heim ist ein Hausaltar, wo der Name des Herrn täglich gepriesen wird. Darum segnet der Herr die Wohnung des Gerechten. Sie mag eine kleine Hütte oder ein fürstliches Schloß sein: des Herrn Segen kommt wegen der Gesinnung des Bewohners, nicht wegen der Größe oder Kleine der Wohnung.

Das Haus ist am gesegnetsten, wo Hausherr und Hausfrau gottesfürchtige Menschen sind; auch ein Sohn oder eine Tochter, ja selbst ein Knecht oder eine Magd kann Segen über ein Haus bringen. Der Herr erhält, versorgt und segnet eine Familie oft um eines oder zweier Gerechten willen, die er durch seine Gnade gerecht gemacht hat.

Wir wollen sorgen, daß wir in allen Beziehungen gerecht bleiben: in unserem Beruf, in unserem Urteil über andere, in unserem Verkehr mit unseren Mitmenschen und in unserer persönlichen Gesinnung. Ein gerechter Gott kann ungerechtes Tun nicht segnen.

Vor allem aber wollen wir, wie jene Schwestern in Bethanien, Jesus als beständigen Gast haben, dann sind wir erst recht gesegnet.

Jeder besorge das Seine

Wenn jeder seine Arbeit tut, wird die Kuh fett. Die notwendigsten Pflichten des Alltagslebens werden bald vergessen, wenn sie nicht einer bestimmten Person zugeteilt sind. Nichts ist schlimmer für einen Haushalt, als wenn niemand weiß, was er zu tun hat. Sogar die Kuh muß darunter leiden, wenn nicht einer persönlich verantwortlich ist.

Laß dein Gut nicht aus der Hand

Wer seine habe vor seinem Tod weggibt, ist wie einer, der sich auszieht, ehe es Schlafenszeit ist. Gib her, was du übrig hast, aber behalte die Verwaltung deines Vermögens in der Hand, solange du eine Hand hast.

Lasset euer Licht leuchten

Wenn eine Kerze brennt, so kannst du damit alle anderen Kerzen im Haus anzünden. Die Gnade ist nicht ansteckend, aber es liegt in ihrer Natur, sich auszubreiten, und sie bringt Segen in eines Mannes Familie. Wenn eines im Hause in der Gnade steht, kann es die andern für Jesus gewinnen.

Hausandacht

Leider vernachlässigt man in vielen Familien die Hausandacht. Wenn ihr das tut, so schadet ihr gewiß eurem Familienleben. Die Hausandacht ist die Burg des Protestantismus. Sie ist die große Schutzwehr gegen die Priester, die behaupten, man solle nur durch ihre Vermittlung und nur im Tempel beten. Nein, unser Haus ist der Tempel, und jeder Hausvater ist der Priester seines Hauses. Das Gebet in der Familie ist die Nahrung der Familienfrömmigkeit, und wehe denen, die die Übung unterlassen.

Ein Mann sagte einmal zu Eheleuten, die behaupteten, sie könnten keine Hausandacht halten: „Wenn ihr wüßtet, daß das Unterlassen der Hausandacht eure Kinder krank machte, wenn an jedem Tag, wo ihr keine Morgenandacht haltet, eins von den Kindern Fieber bekäme, was dann?“ „Dann würden wir natürlich eine Andacht halten.“ „Wenn es ein Gesetz gäbe, daß bei fünf Mark Strafe in jeder Familie eine Hausandacht sein muß, hättet ihr dann Zeit dazu?“ „Ja.“ „Und wenn jeder, der seine Hausandacht hält, zwanzig Mark bekäme, würdet ihr nicht dann Zeit dazu finden?“ „Ja.“ „ Dann ist es also bloß eine schlechte Ausrede, wenn ihr, die ihr Diener sein wollt, behauptet, ihr hättet weder Zeit noch Gelegenheit zu gemeinschaftlichem Gebet.“

Sagt vielleicht jemand: „Wir legen keinen Wert auf äußere Formen.“ Um das handelt sich's hier nicht. Ihr versäumt etwas, das zum Besten eurer Familie und zu eurem eigenen geistlichen Wachstum dient; darum bitte ich euch, kommt wieder näher zu dem Herrn, nähert euch ihm ernstlicher als bisher, denn nur so könnt ihr hoffen, der Lauheit und dem Rückfall der einzelnen und ganzer Familien entgegenzuwirken.

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