Spurgeon, Charles Haddon - Ein Grösserer denn Salomo

Hier ist mehr denn Salomo.
Lukas 11,31

Kein Mensch könnte eine solche Aussage über sich selbst machen, wenn er nicht von Eitelkeit verzehrt wäre, denn Salomo galt bei den Juden als das Ideal der Größe und Weisheit. Es wäre ein Beispiel von größtem Selbstbetrug, wenn ein normaler Mensch von sich sagen würde: „Ein Größerer als Salomo ist hier.“ Irgend jemand, der wirklich größer und weiser wäre als Salomo, würde der letzte sein, der solchen Vorrang beanspruchte, und ein wirklich weiser Mensch würde das nicht denken, und ein kluger würde es nie sagen.

Wenn wir den Herrn Jesus Christus nur als Menschen betrachten, würde er nie einen solchen Ausdruck gebraucht haben, denn einen bescheideneren, sich selbst vergessenden Menschen hat es auf dieser Erde nie gegeben. Es ist nicht weise, wenn ein Mensch sich mit einem anderen vergleicht, und Christus war weise. Es ist auch nicht demütig, und Christus war demütig. Er würde nie so gesprochen haben, wenn er nicht in seiner unendlich herrlichen Natur Grund und Ursache dazu gehabt hätte. Es geschah, weil sich die Gottheit in ihm aussprechen mußte. Wenn Gott sagt, daß er größer ist als alle seine Geschöpfe, dann ist das kein Prahlen, denn was sind sie gegen ihn? Alle Welten sind nur Funken von dem Amboß seiner Allmacht. Raum, Zeit und Ewigkeit sind wie nichts vor ihm, und wenn er sich mit einem seiner Geschöpfe vergleicht, so ist das die erhabenste Herablassung. Es war das Göttliche in unserem Herrn, welches ihn veranlaßte, zu sagen: „Ein Größerer als Salomo ist hier.“ Er sagte damit: „Die Königin vom Saba kam aus weiter Entfernung, um die Weisheit Salomos zu hören, aber ihr weigert euch, mich anzuhören. Sie zollte einem Menschen Aufmerksamkeit, aber ihr wollt euren Gott nicht beachten. Ihr wollt den Mensch gewordenen Gott nicht hören, welcher euch Worte unendlicher, untrüglicher Weisheit sagt.“

Unser Herr hatte es auf das Wohl seiner Zuhörer abgesehen, und wo der Beweggrund so uneigennützig ist, da hat die Kritik nichts zu suchen. Er sagte ihnen, daß er größer sei als Salomo, um sie von der Größe ihres Verbrechens zu überzeugen, wenn sie sich weigern würden, der Botschaft der Liebe zuzuhören, von der sein Herz überfloß. Fremde kamen aus der Ferne zu Salomo, aber ich, sagt er, bin vor eure Tür gekommen und habe unendliche Weisheit in eure Tore gebracht und doch wollt ihr mich nicht. Darum wird die Königin vom Saba im Gericht gegen euch aufstehen, denn indem ihr mich verwerft, verwerft ihr einen Größeren als Salomo.

Der zweite Gedanke, der uns in den Sinn kommt, ist folgender: Beachtet das Selbstbewußtsein des Herrn Jesus Christus. Er weiß, wer er ist und was er ist, und er ist nicht darum demütig, weil er sich seiner eigenen Größe nicht bewußt wäre. Er war sanftmütig und von Herzen demütig-„Servus Servorum,“ wie die Lateiner ihn zu nennen pflegten, „der Knecht der Knechte,“ aber dabei wußte er, daß er „Rex regum,“ oder der König der Könige war. Er wäscht seinen Jüngern die Füße, aber dabei weiß er, daß er ihr Meister und Herr ist. Er vereinigt sich mit Zöllnern und Sündern und verkehrt mit dem gewöhnlichen Volk, dabei aber weiß er, daß er der Eingeborene des Vaters ist. Er steht zwischen seinen Jüngern, als ob er ihresgleichen wäre, unterhält sich mit den Unwissenden und Törichten und sucht ihr Bestes, aber er weiß, daß er nicht einer von ihnen ist. Er weiß, daß er Könige und Philosophen belehren könnte, denn er ist größer als Salomo.

Er trägt die Kleidung bescheidener Leute und hat nicht, wo er sein Haupt hinlegt, aber er weiß, daß er größer ist als Salomo. Er läßt es sie merken, daß er es weiß, damit sie alle die Liebe verstehen sollten, die ihn so tief herabgezogen hat. Es ist große Demut von ihm, daß er sich herabläßt, unser Diener und Heiland zu sein. Er, der so groß ist, daß auch die größten Menschen nichts vor ihm sind. „Er hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich sein“ -beachtet das, und doch „er erniedrigte sich selbst“. Er kannte seine Gottheit und seine Weisheit und Größe als Mensch. Ich bewundere darum das klare Verständnis, das gleich einem Edelstein in einer dunklen Mine in seiner tiefen Erniedrigung funkelt.

Brüder, wenn unser Heiland selbst sagte, daß er größer sei als Salomo, dann müssen wir es glauben, begeistert anerkennen und bereit sein, zu verkündigen. Wenn andere es nicht anerkennen wollen, so laßt es uns um so freimütiger bekennen. Wenn er selbst sagen mußte, ehe sie es gestehen wollten: „Ein Größerer als Salomo ist hier,“ so laßt es nicht notwendig werden, daß dieser Ausspruch wiederholt wird, sondern laßt es uns alle bekennen, daß er wirklich größer ist als Salomo. Laßt uns heimgehen mit dem Entschluß in unseren Herzen, größer von Christus zu reden, als wir bisher getan haben und zu versuchen, ihn mehr zu lieben und ihm besser zu dienen und ihn in unserer und der Welt Einschätzung größer zu machen, als er es je gewesen ist. O, daß wir einen herrlichen, hohen Thron hätten, um ihn darauf zu setzen und eine Krone, um sein Haupt damit zu schmücken! Ich weiß, daß meine Worte ihn nicht nach seinen Verdiensten ehren können. Ich wünschte, es wäre der Fall. Ich bin ganz gewiß, daß ich in meinem Urteil fehle, wenn ich versuche, von seiner Vortrefflichkeit zu reden. Tatsächlich befriedigen mich meine Gedanken und meine Sprache über ihn immer weniger. Er ist zu herrlich, als daß meine schwache Sprache ihn beschreiben könnte, und wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen reden würde, so könnte ich doch nicht würdig von ihm sprechen. Unser herrlicher Erlöser sei ewig hochgelobt, laßt uns ihn preisen. Er muß über die höchsten Himmel erhoben werden, laßt uns sein Lob verkündigen. O, daß ich eine gut gestimmte Harfe hätte! Möchte der Heilige Geist Herz und Lippen salben, ihn in dieser Stunde erheben zu können!

Zuerst wollen wir versuchen, eine Parallele zwischen Jesus und Salomo zu ziehen, und dann wollen wir alle Vergleiche aufgeben und zeigen, daß von einer Parallele zwischen Christus und Salomo überhaupt keine Rede sein kann. Die Ähnlichkeit zwischen Salomo und Christus

Wenn der Heiland uns selbst einen Vergleich gibt, so ist das ein klarer Beweis dafür, daß von dem Heiligen Geist ein Vergleich beabsichtigt- war, und darum können wir ohne zögern sagen, daß Salomo ein Vorbild von Christus sein sollte. Ich habe nicht die Absicht, auf Einzelheiten einzugehen, sondern ich werde euch fünf Punkte zeigen, in welchen Salomo offenbar Christus ähnlich war und in denen unser Herr größer war als Salomo. O, daß ich bei dieser großen Aufgabe Gottes Hilfe an mir erführe!

Zuerst denn in der Weisheit. Wenn ihr je mit einem Juden über Salomo sprecht, dann fangen seine Augen vor Freude an zu funkeln, und ihn wird Nationalstolz erfüllen. Salomo-schon der Name erinnert an die stolzeste Zeit der Dynastie Davids, an die goldene Zeit. Salomos Name umgibt die jüdische Geschichte mit Herrlichkeit, und der glänzendste Strahl dieser Herrlichkeit ist seine Weisheit. Im Morgenland, und ich kann wohl sagen auch im Abendland, ist „salomonische Weisheit“ noch sprichwörtlich. Kein neuerer Philosoph oder gelehrter Monarch hat jemals den Ruhm des Sohnes Davids geteilt, dessen Name mit Weisheit gleichbedeutend ist. Von keinem Menschen konnte seither wie von ihm gesagt werden: „Und alle Könige der Erde suchten das Angesicht Salomos, um seine Weisheit zu hören, die Gott in sein Herz gegeben hatte.“ Er war ein Meister in allen Wissenschaften. Er war ein Naturforscher, „er redete über die Bäume, von der Zeder, die auf dem Libanon steht, bis zu dem Ysop, der an der Mauer herauswächst; und er redete über das Vieh und über die Vögel und über das Gewürm und über die Fische“. Er war auch ein Ingenieur und Architekt, denn er schrieb: „Ich unternahm große Werke: Ich baute Häuser, ich pflanzte mir Weinberge. Ich macht mir Gärten und Parkanlagen und pflanzte darin die unterschiedlichsten Fruchtbäume. Ich machte mir Wasserteiche, um daraus den aufsprießenden Wald von Bäumen zu bewässern.“

Er war einer, der die Wissenschaft der Regierung verstand-ein Politiker der höchsten Art. Er war tatsächlich alles. Gott gab ihm Weisheit und Verstand, sagt die Schrift, wie der Sand am Meer. „Die Weisheit Salomos war größer als die Weisheit aller Söhne des Ostens und als alle Weisheit Ägyptens. Und er war weiser als alle Menschen.“ Ja, aber unser Heiland weiß unendlich mehr als Salomo. Ich wünschte, daß ihr zu ihm kommen würdet wie die Königin aus Saba zu Salomo kam, nur aus wichtigeren Gründen. Ihr habt nicht nötig, etwas anderes zu wissen, als wie ihr ein geistliches Haus bauen könnt und wie ihr jene gefahrvollen Meere durchqueren könnt, die zwischen diesem Land und der himmlischen Stadt liegen. Nun, ihr könnt zu Jesus kommen, und er wird euch alles lehren, das zu wissen notwendig ist, denn alle Weisheit ist in Christus. Unser Heiland weiß Vergangenes und Gegenwärtiges und Zukünftiges. Er kennt die Geheimnisse Gottes. Er kennt das Herz Gottes, denn niemand kennt den Vater, als nur der Sohn und wem der Sohn ihn offenbaren will. Ihm ist es gegeben, das Buch der prophetischen Ratschlüsse zu nehmen und seine sieben Siegel zu öffnen. Komm denn zu Christus, wenn du das Herz Gottes kennen möchtest, denn es steht geschrieben, daß er uns gemacht ist „zur Weisheit“. Salomo mochte Weisheit haben, aber er konnte für andere nicht Weisheit sein. Christus ist es aber durchaus. In der vielseitigen Kenntnis, welche er hat, ist genug zu deiner Leitung und Belehrung bis an das Ende deines Lebens, wie verworren und schattenreich dein Pfad auch sein mag.

Salomo bewies seine Weisheit zum Teil durch seine merkwürdigen Erfindungen. Wir können nicht sagen, was Salomo einst wußte. Jedenfalls weiß heute noch kein Mensch, wie jene ungeheuren Steine, welche jüngst entdeckt worden sind, die die Grundlage des Aufstieges bildeten, auf welchen Salomo zum Hause des Herrn hinaufging, jemals dorthin gelegt werden konnten. Viele Steine von Salomos Mauerwerken sind so kolossal, daß kaum irgendeine neuere Maschinerie sie bewegen kann und doch sind sie ohne jeden Mörtel so genau zusammengesetzt, daß man auch die Klinge eines Messers nicht dazwischen bringen kann. Es ist wunderbar, wie das geschehen konnte. Wie solch große Steine aus ihrer ursprünglichen Lage im Steinbruch gehoben werden und das ganze Gebäude des Tempels gebaut werden konnte-niemand weiß es.

Die Gießereien aus Erz und Silber sind kaum weniger merkwürdig. Ohne Zweifel sind der Kenntnis der neueren Zeit viele Erfindungen verlorengegangen, Erfindungen, die ebenso merkwürdig sind, wie die der Jetztzeit. Wir fangen erst an, etwas zu lernen, aber Salomo kannte und erfand Dinge, die wir vielleicht erst in kommenden Zeiten neu entdecken werden. Doch Jesus ist größer als Salomo. Was die Erfindungen anbetrifft, so war Salomo im Vergleich zu ihm, welcher sagte: „Befreie ihn, damit er nicht in die Grube hinabfährt! Ich habe Lösegeld für ihn gefunden,“ überhaupt kein Erfinder. O Heiland, hast du den Heilsweg gefunden? Hast du den Weg ausfindig gemacht, auf welchem die Höllenpforte verschlossen und die einst verriegelte Tür zum Himmel weit aufgetan werden konnte? Dann bist du wirklich weiser als Salomo. Du bist der Erfinder des Heils, du Baumeister der Gemeinde, der Anfänger und Vollender des Glaubens.

Salomo hat uns einige sehr wertvolle Bücher-die Sprüche, den Prediger und das unvergleichliche Hohelied-hinterlassen. Aber die Worte Salomos bleiben weit hinter den Worten Jesu Christi zurück, denn diese sind Geist und Leben. Die Kraft der Worte Jesu ist unendlich größer, als alle tiefen Aussprüche des Weisen. Die Weisheit in den Sprüchen kann seine Reden nicht erreichen. „Der Prediger“ kann es mit seinen Predigten nicht aufnehmen, und selbst das Hohelied-eine tiefsinnige Allegorie-bliebe ohne Sinn, wenn nicht Christus selbst Summe und Inhalt desselben wäre. Er ist größer als Salomo in seinen Lehren, denn seine Weisheit ist von oben her und führt Menschen zum Himmel hinauf. Selig, die zu seinen Füßen sitzen.

Salomo bewies seine Weisheit in schwierigen Urteilen. Ihr wißt, wie er die Frage zwischen den beiden Frauen hinsichtlich des Kindes löste, und so vermochte er manche andere Knoten zu lösen. Er war ein großer Herrscher, weise in allen menschlichen Beziehungen. Aber wo Christus ist, da ist ein Größerer als Salomo gegenwärtig. Es gibt keine Schwierigkeit, welche Christus nicht beseitigen, keinen Knoten, welchen Er nicht lösen, keine Frage, welche er nicht beantworten könnte. Ihr könnt ihm eure schweren Fragen vorlegen, und er will sie beantworten. Wenn ihr irgendwelche Schwierigkeiten auf dem Herzen habt, wendet euch nur im Gebet zu dem Herrn Jesus und forscht in seinem Wort. Ich möchte euch, die ihr den Herrn liebt, bitten, an seine unendliche Weisheit zu glauben und seine Leitung zu suchen.

Ich fürchte, daß ihr, wenn ihr euch in Trübsal befindet, annehmt, daß der große Hüter Israels einen Irrtum begangen haben müsse. Ihr seid auf einen so verschlungenen Pfad geraten, daß ihr sagt: „Gewiß hat mich mein Hirte nicht richtig geführt.“ Denke nicht so. Wenn du arm und elend bist, so sprich dennoch: „Diese meine Armut ist von einem Größeren als Salomo angeordnet.“ Scheint dir aller Trost entzogen und befindest du dich auf einem seltsamen und einsamen Wege, wo du keine Stadt findest, da du wohnen kannst? Doch ein Führer ist in der Nähe, und dieser Führer ist nicht töricht, sondern ein Größerer als Salomo ist hier. Komm, armes Kind, fange nicht an, dem besseren Gutachten deines Heilandes zu widersprechen, sondern laß ihn alles ordnen. Denke daran, wenn du durch tiefe Wasser gehst und flüstere es dir selbst tröstend zu: „Ein Größerer als Salomo ist hier.“

Ich habe nicht Zeit, mich weiter auszubreiten, deshalb beachtet, daß unser Herr Jesus Christus hinsichtlich des Reichtums größer ist als Salomo: „Silber galt in den Tagen Salomos überhaupt nichts,“ so reich war er. Er hatte eine Menge Diener. Ich meine, es seien sechzigtausend Arbeiter gewesen, welche in den Bergen Stein und Holz bearbeiteten. Sein Hof war überaus großartig. Wenn ihr von den Speisen lest, die bereitet wurden, um seine Leute zu speisen und von der stattlichen Weise, in welcher von den Pferdeställen hinauf bis zu seinem Thron aus Elfenbein alles geordnet war, dann werdet ihr mit der Königin von Saba von Bewunderung erfüllt, und ihr sprecht: „Nicht die Hälfte hat man mir gesagt.“

Aber wenn ihr den ganzen Reichtum Salomos betrachtet, welch armseliger Stoff ist er, wenn ihr ihn mit den Reichtümern vergleicht, die in Jesus Christus sind. Geliebte, er, der am Kreuze starb und einem Freund sein Grab verdankte, er, dem man vor seinem Tode auch das letzte Kleid nahm, er, welcher keinen Reichtum hatte, als den der Schmerzen: Er hat dennoch die Macht, viele reich zu machen. Selbst durch ein Wort tröstet unser Herr Jesus Christus diejenigen, die niedergeschlagen sind. Wenn er seine Hand ausstreckte, heilte er die Kranken durch eine Berührung. Und nun, nachdem er gestorben und wieder auferstanden ist, ist in ihm ein Reichtum vergebender Liebe, ein Reichtum seligmachender Kraft, ein Reichtum fürbittender Macht vor dem Thron des Vaters, mit dem er Menschenkinder bereichert und sie in alle Ewigkeit bereichern wird.

Ich wünsche, daß ihr, die ihr sein Volk seid, die Reichtümer Christi erkennt. Ich wünsche, daß wir lernen zu ermessen, was wir durch Christus sind. Ein alter Mann sagte: „Ich bin sehr alt, ich habe meinen einzigen Sohn verloren. Ich habe kein Geld, und was das Schlimmste von allem ist: ich bin blind. Aber,“ fügte er hinzu, „das tut nichts, denn Christus ist nicht schwach; Christus ist nicht alt, Christus hat alle Reichtümer, und Christus ist nicht blind. Christus ist mein, und in ihm habe ich alles.“

Will der Heilige Geist nicht auch euch die Kunst lehren, euch alles aneignen zu können, was Christus ist und was er hat?

Nehmt an, ich träfe mit einer Frau zusammen, und ich wüßte, daß ihr Mann sehr reich wäre und daß er sie sehr lieb hätte. Aber sie würde zu mir kommen und sagen: „Ich bin schrecklich arm, ich weiß nicht, wo ich Nahrung und Kleidung hernehmen soll.“ „O,“ würde ich sagen, „diese Frau ist von Sinnen.“ Wenn sie einen solchen Mann hat, braucht sie nur zu ihm gehen, um alles zu erhalten, was sie bedarf. Ich würde sagen: „Liebe Frau, so müssen sie nicht reden, oder ich werde ihrem Mann von ihnen erzählen.“ Nun ich denke, daß ich dasselbe von euch zu sagen habe, die ihr so arm und niedergeworfen und doch mit Jesus Christus verbunden seid. Ich werde eurem Mann von euch sagen, daß ihr solche Klagen wider ihn habt, denn alles ist euer. Ihr seid Christi und Christus ist Gottes, darum richtet auf die schlaffen Hände, und stärkt die müden Knie des Gebets und die Hand des Glaubens, und euer Vermögen wird euch zufrieden stellen. Denkt nicht, daß ihr mit Rehabeam verbunden seid, der euch mit Skorpionen züchtigt, denn ihr seid einem Größeren als Salomo anvertraut. Bildet euch nicht ein, daß euer himmlischer Bräutigam ein Bettler ist. Aller Reichtum der Ewigkeit ist sein. Wie könnt ihr sagen, daß ihr arm seid, da alles, das er hat, euer ist?

Weiter erkennen wir an Salomo etwas, worüber sich jeder Israelit freute: er war der Friedensfürst. Sein Vater David war ein großer Feldherr; aber Salomo hatte keine Kriege zu führen. Seine Macht war derartig, daß niemand es wagte, einen Konflikt mit einem so großen und mächtigen Monarchen anzufangen. Jedermann in ganz Israel saß unter seinem Weinstock und Feigenbaum, und niemand fürchtete sich. Als Salomo regierte, gab es friedliche Tage für Israel. Aber in dieser Hinsicht ist ein Größerer als Salomo hier; denn Salomo konnte seinen Untertanen keinen Frieden im Herzen geben, er konnte ihnen ihre Schuldenlast nicht erleichtern. Aber ich predige euch heute den gelobten Mann der Schmerzen, der unsere Erlösung zustande gebracht hat und der in seiner Fähigkeit, Frieden zu geben, größer ist als Salomo. O, komm und vertraue ihm, und „dein Friede wird sein wie ein Strom, und deine Gerechtigkeit wie Meereswellen“.

Spreche ich zu einem von Volk Gottes, der sehr bekümmert ist und in seinen Gedanken hin und her geworfen wird? Bruder oder Schwester, denke nicht, daß du ein oder zwei Wochen warten mußt, ehe du deinen Frieden wieder erlangen kannst. „Er ist unser Friede,“ er selbst und er allein. Und wenn du ihn nur sogleich mit der Hand des Glaubens als deinen Heiland ergreifen willst, so wird er dein Friede sein, selbst wenn die Assyrer ins Land fallen sollten. Es gibt keinen Frieden gleich dem, den Jesus gibt. O, komm zu ihm! Bleibe nicht eine Stunde fern von deinem Noah oder deiner Ruhe, denn bei ihm in der Arche werden deine müden Schwingen nicht länger geplagt werden. Friede, Friede! Schon in dem Wort ist Musik. Nimm den Frieden von ihm, der das Wort ist, und dessen Stimme den Sturm stillen kann. Ein Größerer als Salomo ist hier, um dir diesen Frieden zu geben. Ein Viertes, das Salomo berühmt machte, waren seine großen Werke. Salomo baute den Tempel, welcher eins von den sieben Wundern der Welt war. Es muß ein sehr wunderbares Bauwerk gewesen sein, aber ich will mich nicht dabei aufhalten, es zu beschreiben. Außerdem errichtete er für sich Paläste, baute Festungswerke und legte Wasserleitungen und große Teiche an, um den verschiedenen Städten Wasser von den Bergen zuzuführen. Er gründete auch Palmyra und Baalbek, jene Städte der Wüste, um seinen Handel mit Indien, Arabien und andern entfernten Gebieten zu erleichtern. Er war ein wunderbarer Mann, die Welt hat seinesgleichen nicht gesehen. Und doch ist ein Größerer als Salomo hier, denn Christus hat durstigen Menschen das lebendige Wasser vom Thron Gottes direkt zugeführt und sich selbst zum ewigen Kanal gemacht, durch welchen sich die himmlischen Ströme ergießen. Christus hat Burgen und Schutzmauern errichtet, hinter welchen seine Kinder vor dem Zorn der Hölle gesichert sind, und er hat einen wundervollen Tempel, seine Gemeinde, gegründet und baut ihn beständig aus lebendigen Steinen, die sein Volk sind. Er formt und poliert sie und baut einen Tempel, welchen Gott selbst bewohnen wird, einen Tempel, dessen Architekt, Baumeister, Grund- und Eckstein Christus ist.

Aber Jesus baut für die Ewigkeit einen ewigen Tempel, und wenn alle sichtbaren Dinge vergehen und die Ruinen von Salomos Tempel und Salomos Wasserläufen kaum noch zu entdecken sind, welchen Anblick wird er in dem neuen Jerusalem gewähren! Dort, wo das Lamm selbst das Licht ist und der Herr, unser Gott, selber wohnt, da wird das ganze Bauwerk, das neue Jerusalem dastehen zum Ruhm und Preis seiner Gnade, der Jesus Christus zum Erbauer des Hauses seiner Herrlichkeit hergab, des Hauses, von welchem wir immer und ewiglich einen Teil bilden werden.

Nun, wenn Christus solch große Werke verrichtet, dann wünsche ich, daß ihr zu ihm kommt, damit er in euch das Werk Gottes wirken kann. Das ist der Punkt. Komm und vertraue ihm jetzt! Komm und vertraue ihm, daß er dich aufbauen wird. Vertraue ihm, daß er das lebendige Wasser an deine Lippen bringen wird. Komm, liebes Kind Gottes, wenn du große Werke zu tun hast und bitte um die Kraft Christi, damit du sie ausführen kannst. Komm zu ihm, damit er dich belehre und stärke. Er ist der weise Baumeister, komm und sei Christi Mitarbeiter. Tausche deine Schwachheit gegen seine unendliche Stärke und du wirst stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke sein. Gott helfe dir dabei!

Noch eins. Ich ziehe die Parallele bei dem fünften Punkt, und ich bin dann damit fertig. Salomo war groß in bezug auf die Herrschaft. Das Reich der Juden war weder vorher noch nachher so groß an Umfang, wie zur Zeit Salomos. Es scheint sich von dem Strom Ägyptens quer durch die Wüste bis nach dem persischen Meerbusen hin erstreckt zu haben. Wir können kaum sagen, wie weit sich Salomos Besitz erstreckte. Auf die eine oder andere Weise schaffte er es, verschiedene Könige sich zu unterwerfen, und er war der größte Monarch, der jemals das Zepter Judas schwang. Es ist nun alles dahin. Dem armen, schwachen Rehabeam entglitten die Zügel, die sein Vater führte, aus den törichten Händen. Das Reich wurde in Stücke zerrissen, die tributpflichtigen Fürsten machten sich frei, und die siegreichen Tage Israels waren vorbei.

Im Gegensatz dazu hat unser Herr Jesus Herrschaft über alles. Gott hat ihn über alle Werke seiner Hände gesetzt. Ja, erzählt es unter den Heiden, daß der Herr regiert. Die Füße, die ans Kreuz genagelt waren, sind seinem Feind auf den Nacken gestellt. Die durchbohrten Hände schwingen jetzt das Zepter aller Welten. Jesus ist König der Könige und Herr der Herren! Halleluja! Sprecht es zu eurem eigenen Trost aus, ihr Heiligen. „Der Herr ist König! Es frohlocke die Erde! Es sollen sich freuen die vielen Inseln!“ Alles, was in der Vorsehung geschieht, vollzieht sich unter seiner Herrschaft und die Zeit kommt, wo er ein moralisches und geistliches Reich aufrichten wird, das die ganze Welt umfaßt. Nicht wahr, danach sieht es jetzt nicht aus! Alle diese Jahrhunderte sind vergangen, und es ist wenig Fortschritt gemacht worden. Aber er kommt, so gewiß Gott, der Herr, lebt, werden sich aller Knie vor ihm beugen, und alle Zungen werden bekennen, „daß Jesus Christus der Herr ist, zur Verherrlichung Gottes, des Vaters“.

Seid deshalb unbesorgt. Meßt die Schwierigkeiten nicht und noch weniger zittert vor ihnen. Wozu ist der Glaube da, als das zu glauben, was unmöglich scheint? Die allgemeine Herrschaft Christi erwarten, wenn alles gut geht, ist nur die Erwartung der Vernunft; sie aber zu erwarten, wenn alles dagegen zu sprechen scheint, ist der Triumph des Vertrauens. Blickt auf den großen Berg und sprecht: „Wer bist du, großer Berg, der doch vor dem wirklichen Serubabel zur Ebene werden muß?“ So hat der Gläubige zu handeln, und ich bitte euch, so zu handeln und völlig an Christus, den Allmächtigen, zu glauben!

In welcher Unruhe befinden wir uns, und welche Sorge ergreift uns, wenn eine kleine Verzögerung eintritt! Alles muß innerhalb der nächsten zehn Minuten eintreffen, sonst glauben wir, daß der Herr säumig ist! Ist das Weisheit? Der Ewige hat unendliche Zeit. Wer sind wir, daß wir ihn zur Eile antreiben sollten? Uns kommt ein Tag lang vor, vor ihm sind tausend Jahre wie ein Tag. Sei stille dem Herrn und warte auf ihn, denn die Zeit wird kommen, in welcher der Gott Israels seine Widersacher ausrotten und der Christus des Kreuzes der Christus der Krone sein wird. Wir werden eines Tages hören, daß gesagt wird: Der große Hirte regiert und sein Reich ist da. Dann werden Felsen und Berge und Täler und Inseln das eine Lied anstimmen: „Würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist, zu empfangen die Macht und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Herrlichkeit und Lobpreis.“ Nun, ich habe versucht, die Parallelen zu ziehen, aber ich bitte euch, selbst über den Herrn Jesus nachzudenken und festzustellen, ob ich die Wahrheit über ihn gesprochen habe. Ihr habt das Gerücht gehört, nun geht, gleich der Königin von Saba, und überzeugt euch selber. Kommt hinsichtlich seiner Herrschaft zu Christus und erkennt sein Zepter an. Geht und vertraut eurem König, liebt euren König, rühmt euren König und freut euch eures Königs, wie Hofleute sich freuen, die zum König gerufen werden. Wie freuen sie sich, des Königs Angesicht sehen zu dürfen! Wie glücklich macht es sie, ein freundliches Wort von ihm hören zu dürfen! Sollen wir uns nicht sonnen in der Gegenwart des einzigen und gelobten Herrschers? Laßt uns glücklich sein in seiner Liebe und wir werden gewißlich sagen: „Ein Größerer als Salomo ist hier.“ Der Unterschied zwischen Salomo und Christus

Ich werde nur wenig Zeit in Anspruch nehmen, um deutlich zu machen, daß die Unterschiede zwischen Salomo und Christus größer sind als ihre Ähnlichkeiten.

In seiner Natur ist der Herr Jesus größer als Salomo. Ach, armer Salomo! Der stärkste Mann, der jemals lebte, Simson, war der schwächste. Und der weiseste Mann, der jemals lebte, war vielleicht der größte oder zumindest der berühmteste Tor. Wie ganz anders unser Herr! Da ist keine Schwäche bei Christus zu sehen. Der Verfall Salomos findet keine Parallele in Jesus, an welchem die Großen dieser Welt nichts finden konnten, obgleich sie gründlich danach forschten.

Unser Herr ist größer als Salomo, weil er nicht nur Mensch ist. Er ist Mensch, ein vollkommener Mensch, die Sünde ausgenommen, aber er ist doch mehr und unendlich viel mehr als ein Mensch. „In ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig.“ Er ist Gott selbst. „Das Wort war Gott.“ Gott wohnt in ihm, und er selbst ist Gott.

Wie er in seiner Natur dem Salomo unendlich überlegen und auch nicht einen Augenblick mit ihm zu vergleichen ist, so ist er es auch in seinem Charakter. Schaut hinsichtlich der wahren Charaktergröße einen Augenblick auf Christus und Salomo, und ihr könnt Salomo kaum durch ein Mikroskop sehen, während Christus erhaben vor euch steht und mit jedem Augenblick wächst, bis er den ganzen Horizont eurer Bewunderung ausfüllt.

Ich erinnere euch vor allem an seine Hingabe. Jesus lebte völlig für andere. Er dachte nie an sich selbst. Salomo war zum großen Teil für sich selber weise, reich und stark. In seinen großen Palästen und in allen ihren Anordnungen seht ihr, daß er sein eigenes Vergnügen, seine Ehre und seinen Vorteil suchte und daß leider sein Suchen nach Vergnügen ihn in die Sünde führte und daß die Sünde ihn in noch größere Sünde stürzte. So großartig Salomo auch ist, er nötigt euch nur, ihn wegen seiner Größe zu bewundern, aber ihr bewundert ihn nicht wegen seiner Güte. Ihr seht nichts, das euch veranlaßt, ihn zu lieben. Ihr zittert mehr vor ihm, als daß ihr durch ihn erfreut werdet.

Aber blickt auf Christus. Er hat keinen Gedanken für sich selbst. Er lebt für andere. Wie erhaben groß ist er in seiner uneigennützigen Liebe! Er „hat die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben“. Er vergießt selbst sein Blut zum Besten der Menschen und darum, liebe Freunde, ist unser gelobter Herr jetzt noch dem Salomo in seinem Einfluß unendlich überlegen. Salomo hat heute wenig oder gar keinen Einfluß. Selbst zu seiner Zeit übte er den Einfluß nicht aus, den Christus in seiner tiefsten Erniedrigung hatte. Ich höre nicht, daß damals jemand bereit gewesen wäre, für Salomo zu sterben; sicherlich würde es heute niemand tun. Aber wie ständig wird die Begeisterung für Christus in Tausenden von Herzen wach! Der Herr Jesus hat gegenwärtig solche nach der Wahl seiner Gnade, welche sich für ihn verbrennen lassen würden und welche sich freuen würden, es tun zu dürfen. „Wer wird uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn?“ „O,“ sagt jemand, „ich fürchte, daß ich das Märtyrertum nicht erleiden könnte.“ Du bist noch nicht dazu berufen, mein Bruder, und Gott hat dir die Kraft dazu vorenthalten, bis die Notwendigkeit dafür gegeben sein wird; aber du wirst Kraft genug haben, wenn es dein Los werden sollte, für Jesus zu sterben.

Hast du nie von dem Märtyrer gehört, welcher am Abend vor dem Tag, als er verbrannt werden sollte, dem Feuer gegenüber saß und seine Schuhe ausziehend, seinen Fuß so dicht an die Flammen hielt, daß er das Brennen fühlen konnte? Er zog ihn zurück und sagte: „Ich sehe, Gott gibt mir nicht die Kraft, solche Leiden zu ertragen, wie ich sie mir selbst auferlege. Aber ich zweifle trotzdem nicht daran,“ sagte er, „daß ich morgen ausharren und für Christus verbrennen werde, ohne zurückzuweichen.“ Und so geschah es, denn man bemerkte kein Zucken an ihm, als die Flammen ihn verzehrten. Es ist ein großer Unterschied zwischen deiner heutigen Kraft und der Kraft, die du haben wirst, wenn du zu einem schwierigen Werk oder zum Leiden berufen werden solltest. Laßt mich euch sagen, daß mein Herr und Meister in unseren Tagen mehr Begeisterung in menschlichen Herzen wachruft, als irgendein anderer Name im ganzen Universum. Napoleon sagte einst: „Ich gründete ein Reich auf Gewalt, und es wird vergehen; aber Christus gründete ein Reich auf Liebe, und es wird ewig fortbestehen.“ So wird es sein. Den Namen Christi aus dem Herzen seines Volkes auslöschen? Entferne jene Sonne vom Firmament und lösche die Sterne aus, und wenn du jene leichte Arbeit verrichtet hast, so hast du noch nicht angefangen, die Herrlichkeit des innewohnenden Christus aus dem Herzen seines Volkes zu entfernen. Wir sind in seinem Namen begraben worden, und wir gehören ihm an nach Geist, Seele und Leib. Dieses Wasserzeichen, welches andeutet, daß wir sein sind, kann nie aus uns herausgenommen werden. Wir sind mit ihm gestorben und begraben und auferstanden, und es gibt gegenwärtig nichts, das unsere Seele so mächtig anregt, wie der Name Jesu.

Sprecht für euch selbst, ist es nicht so? Habt ihr nie von dem gehört, der im Sterben lag, dem die Sinne schwanden und zu dem seine Frau sagte: „Mein Lieber, kennst du mich nicht?“ Er schüttelte den Kopf, und sie brachte ihm sein Lieblingskind. „Kennst du mich nicht?“ Er verneinte. Ein Anwesender flüsterte: „Kennst du den Herrn Jesus Christus?“ Und er antwortete: „Er ist all mein Heil und all mein Verlangen.“ O, herrlicher, gepriesener Name!

Vor einigen Jahren befand ich mich auf kurze Zeit zur Erholung an einem kleinen Ort. Ich dachte bei mir: „Ob ich wohl die Kraft des Evangeliums an mir empfinde, wie ich es gern möchte? Ich will gehen und eine Predigt hören und zusehen.“ Manchmal würde ich gerne neben euch in der Bank sitzen und jemand anders predigen hören. Natürlich nicht irgend jemand, denn ich langweile mich, wenn sie nicht glühen und brennen. Aber an jenem Morgen wollte ich eine Predigt hören, und ich suchte eine Anbetungsstätte auf. Ein armer, einfacher Bauer begann von Jesus Christus zu predigen. Er pries meinen Meister in einer sehr bescheidenen Sprache; aber er pries ihn äußerst herzlich. O, die Tränen begannen zu fließen. Ich dachte: „Gelobt sei der Herr! Ich liebe Ihn.“ Laßt nur Christi teuren, köstlichen Namen verkündigt werden, und mein Herz hüpft bei dem Ton. Unter dem Himmel gibt es nichts, das mein Herz so anregen kann. Ich hoffe, ihr könnt alle dasselbe sagen. „Ein Größerer als Salomo ist hier.“

Salomo hat keine Macht über eure Herzen, aber Jesus hat sie. Sein Einfluß ist unendlich viel größer; seine Macht zu segnen ist unendlich größer, und so laßt uns ihn von ganzem Herzen erheben und anbeten. O, daß alle ihn liebten! Ach, daß so viele es nicht tun! Welche seltsamen Menschen seid ihr doch! Ihr steinernen Herzen, wollt ihr nicht brechen? Wenn seine sterbende Liebe sie nicht zerbricht, wer kann es dann tun? Wenn ihr Jesu Schönheiten nicht sehen könnt, was könnt ihr dann sehen? Ihr blinden Wesen! O ihr, die ihr die Musik seines Namens nicht kennt, ihr seid taub! O ihr, die ihr euch seiner nicht freut, ihr seid tot. Gott erbarme sich euer und bringe euch dahin, Christus zu vertrauen und an ihm eure Freude zu haben!

Wir aber, die wir ihm vertrauen, wollen ihn lieben und uns seiner mehr und mehr freuen bis in alle Ewigkeit! Amen. 

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