Müller, Heinrich - Von der Großmüthigkeit der Christen.

Müller, Heinrich - Von der Großmüthigkeit der Christen.

Welt, wie du willst.

Gott ist mein Schild. Darfst du es wagen? Ich wag es mit. Gott ist auf meiner Seite. Drohest du? Ich erschrecke nicht. Vom Drohen stirbt man nicht. Ein kecker Muth ist besser als ein kecker Mund. Willst du mich verzagt machen? Gott macht mich beherzt und spricht mir einen Muth ein: Fürchte dich nicht, du Würmlein Jacob, ich bin bei dir. Nimmst du? Ich verliere nichts. Nichts ist mein, von allem was ich habe. Drum Alles verloren, nichts verloren. Je mehr du nimmst, je mehr Gott gibt. Verachtest du? Ich danke dir. Niemand kann mich so tief vernichten, als ich mich selbst vernichte. War doch mein Jesus auch eine Verachtung des Volkes. Ps. 22, 7. Das muß so sein. Der Gerechte muß ein verachtetes Lichtlein sein vor den Augen der Stolzen. Je schnöder auf Erden, je werther im Himmel. Spottest du mein? Spott immerhin. War nicht mein Jesus auch ein Spott der Leute? Der Knecht ist nicht besser als der Herr. Je näher hier dem verspotteten, je näher dort dem verherrlichten Jesu. Hat nicht Hiob auch klagen müssen: Meine Brüder sind meine Spötter, aber mein Auge thränt zu Gott. Wie kannst du anders als der Frommen spotten, da du den höllischen Spottvogel im Herzen hast? Aber harr! der im Himmel sitzt, wird einmal dein wieder spotten. Jagst du mich? Ich bleibe doch, wo mein Gott bleibt; bei ihm bin ich unverloren. Die Erde ist des Herrn; Gott wird schon ein Oertlein finden, da er mich sein Würmlein hinstecke. Ist kein Raum auf Erden, so ist noch Raum im Himmel. Da höre ich zu Haus, hie bin ich nur ein Pilger. Willst du mich tödten? Ach! mich tödtest du nicht, sondern nur mein Elend. Wer im Herrn stirbt, hört nicht auf, sondern fängt erst an zu leben. Wie köstlich ist der Tod seiner Heiligen vor ihm! Haben die Märtyrer ihr Leben nicht geliebt bis in den Tod, warum sollte ich denn nach meinem Leben et, was fragen? Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel fährt hin; deß freu ich mich gar eben, Sterben ist mein Gewinn. Ein treuer Diener setzt sein Leben auf bei seinem Herrn. Und wenn ich tausend Hälse hätte, wills Jesus haben? Tod, brich sie alle. Ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben mich scheiden soll von der Liebe Gottes, die da ist in Christo Jesu, meinem Herrn. Röm. 8, 38. 39. Drum, Welt, wie du willst. Mich beißt du nicht. Gott ist mein Schild. Nach dir frag ich nicht ein Härlein. Fällst du mich an, so fällst du Gott an. Wehe deines Jammers! Drum nur nicht so trotzig.

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