Jonas, Justus

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Jonas, Dr. Justus, auch Jodokus Jonas genannt, geb. am 5. Juni 1493 zu Nordhausen, wo sein Vater Bürgermeister war. Der Herr erhielt ihn auf wunderbare Weise, denn in seiner Kindheit verschluckte er eine Zwiebel, welche man seinem Vater auf eine Pestbeule gelegt hatte, ohne daß es ihm schädlich wurde. Er besuchte zuerst die Schule zu Nordhausen, ging dann nach Erfurt, trieb dort die schönen Wissenschaften; machte, um Erasmus Rotterdam kennen zu lernen, eine Reise zu ihm; beschäftigte sich hierauf fleißig mit der Philosophie, so daß er Magister in derselben wurde; doch besonders aber lag er dem Studium der Rechte ab, in welcher Wissenschaft er Licentiat wurde. Als die reine Lehre durch Luther je mehr und mehr sich verbreitete, verließ er die Rechte und gab sich ganz der Theologie hin. Als Luther 1521 nach Worms ging wurde Jonas von ihm zum Begleiter erwählt; hier lernte ihn der Kurfürst Friedrich der Weise kennen, ernannte ihn zum Probst des Kollegiums zu Allerheiligen in Wittenberg, und übertrug ihm zugleich die Professur des kanonischen Rechts. Luther fand an ihm einen treuen Gehülfen, und war mit Melanchthon auf dem Reichstage zu Augsburg, wo er der reinen Lehre wichtige Dienste leistete. Er versahe 1536 die Stelle eine Evangelischen Lehrers in Naumburg; unterschrieb die Schmalkaldischen Artikel; wurde 1541 zum Pfarrer und Superintendent in Halle erwählt, wo er aber 1546 vertrieben wurde. Er reisete nun mit Luther (1546) nach Eisleben, war bei seinem Tode gegenwärtig und hielt ihm die Leichenpredigt. Er wurde 1551 Hofprediger und Superintendent bei dem Herzog Johann Ernst zu Coburg; 1553 Superintendent und Inspektor der Fränkischen Kirchen zu Eisfeld, wo er am 9. Oktober 1555 starb, als 63 Jahre. (s. Langbecker's deutsch evangelisches Kirchenlied, Berlin 1830 Seite 107.) 2)

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