Spurgeon, Charles Haddon - - Die Bibel und die Zeitung - Religiöse Müßiggänger.

Spurgeon, Charles Haddon - - Die Bibel und die Zeitung - Religiöse Müßiggänger.

„Ihre Gewaltigen brachten ihren Hals nicht zum Dienst ihrer Herren.“ Neh. 3, 5.

„Faulheit bringt Schlafen.“ („Faulheit wirft in tiefen Schlaf.“ Engl. Üb.) Spr. Sal. 19, 15.

„So lasst uns nun nicht schlafen, wie die Andern.“ 1. Thess. 5, 6.

Ein amerikanisches Blatt hat Folgendes in seiner Rubrik für Witz und Anekdote: Ein Sonntagsschulknabe zu M. ward von dem Superintendenten neulich gefragt, ob sein Vater ein Christ sei. „Ja, mein Herr,“ erwiderte er, aber er macht nicht viel darin.“

In zu vielen Fällen könnte derselbe Ausspruch getan werden, denn große Mengen haben den Namen, dass sie leben und sind tot und die Liebe ist in Vielen erkaltet. Ihre Religion ist ein Bekenntnis, aber nicht mit der Tat verbunden. Nun, von allen Bestrebungen in der Welt erfordert das christliche Bekenntnis das tatkräftigste Handeln, und es ist gar nichts, wenn Fleiß und Eifer fehlen. Was kann ein Mensch tun als Landmann, Kaufmann, Zimmermann oder selbst als Bettler, wenn er nicht seinem Berufe mit Tätigkeit und Ausdauer nachgeht? Ein Müßiggänger wünscht und hat nichts, was auch sein Geschäft sei. Was kann der denn zu gewinnen hoffen, der sich ein Christ nennt und weder von Christo als seinem Lehrer lernt, noch ihm als seinem Meister folgt oder als seinem Fürsten dient? Die Errettung ist nicht durch Werke, aber es ist Errettung von Trägheit; wir werden nicht errettet, weil wir eifrig sind; aber der, welcher nicht eifrig ist, hat viel Ursache zu zweifeln, ob er errettet ist.

Kennt ihr einen Christen, der nie die Wochen-Gottesdienste besucht, und nur einmal am Sonntag kommt? Er macht nicht viel darin.“ Kennt ihr einen Bekenner Christi, der nicht in der Sonntagsschule, der Stadtmission, der Traktatgesellschaft oder einem andern christlichen Werke tätig ist? „Er macht nicht viel darin.“ Kennt ihr einen Menschen, der wenig oder nichts für das Werk des Herrn gibt, die Hausandacht vernachlässigt, nie ein Wort für Jesum spricht und nie für Seelen, die ins Verderben gehen, Fürbitte tut? „Er macht nicht viel darin.“ Vielleicht ist er der beste Beurteiler seiner Religion, und hält sie nicht für wert, sich ihrethalben Mühe zu geben. Wir hörten von Jemand, der sagte, seine Religion koste ihm nicht einen Schilling das Jahr, und ein Freund bemerkte, er glaube, das wäre auch mehr, als sie wert sei; und im vorliegenden Falle können wir schließen, dass eines Menschen Religion ein sehr armseliges Ding ist, wenn er nicht viel darin macht.“

Unser Herr stellt uns das christliche Leben nicht als bequeme Ruhe dar, sondern als Streit und Kampf. Er heißt uns „ringen, dass wir durch die enge Pforte eingehen,“ und deutet nie an, dass wir in seine Ruhe eingehen können, wenn wir nicht willig sind, sein Foch zu tragen. Der Glaube errettet uns, aber es ist der Glaube, der durch die Liebe tätig ist; all' unser Heil wirket der Herr in uns, sowohl das Wollen als das Vollbringen, aber doch haben wir es zu schaffen mit Furcht und Zittern; was wir auch durch seine Gnade künftig tun wollen.

Cookies helfen bei der Bereitstellung von Inhalten. Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung der Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies auf Ihrem Computer gespeichert werden. Außerdem bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzerklärung gelesen und verstanden haben. Wenn Sie nicht einverstanden sind, verlassen Sie die Website.Weitere Information
autoren/s/spurgeon/d/die_bibel_und_die_zeitung/spurgeon_-_die_bibel_und_die_zeitung_-_religioese_muessiggaenger.txt · Zuletzt geändert:
Public Domain Falls nicht anders bezeichnet, ist der Inhalt dieses Wikis unter der folgenden Lizenz veröffentlicht: Public Domain