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Jeremias - Kapitel 15

Jeremias - Kapitel 15

(Leander van Eß)

Gott antwortet dem Propheten auf seine Fürbitte, daß ihn Niemand von seinem Entschlusse, die Juden zu strafen, abbringen würde. Der Prophet beklagt sich über seine Verfolgungen; Gott tröstet ihn, und verspricht ihm seinen Schutz.

1 Jehova sprach ferner zu mir: wenn auch Moses und Samuel vor mir ständen; so würde sich mein Herz doch nicht zu diesem Volke neigen. Stoß sie weg von meinem Angesichte, und laß sie hinfahren!
2 Und es wird geschehen, daß sie zu dir sagen: Wo sollen wir hingehen? sprich dann zu ihnen: So spricht Jehova: Zum Tode hin, wer zum Tode; zum Schwerte, wer zum Schwerte; zum Hunger, wer zum Hunger; in die Gefangenschaft, wer zur Gefangenschaft bestimmt ist.
3 Denn ich will sie heimsuchen mit vier Arten, spricht Jehova: das Schwert soll sie tödten, die Hunde sollen sie umherschleifen, und die Vögel des Himmels, und die Thiere des Landes sollen sie fressen, und verschlingen.
4 Ja zur Mißhandlung will ich sie hingeben allen Königreichen der Erde, wegen dessen, was Manasse, der Sohn Hiskias, des Königes von Juda, zu Jerusalem verübt hat.
5 Wer wollte deiner schonen? Jerusalem! Wer Mitleid mit dir haben? Wer kommen, und dich fragen nach deinem Wohlergehen?
6 Du hast mich verlassen, spricht Jehova, bist zurückgewichen; darum will ich meine Hand wider dich ausstrecken, und dich aufreiben. Des Erbarmens bin ich müde.
7 Hinauswurfeln will ich sie mit der Wurfschaufel durch des Landes Thore; kinderlos will ich machen, und zu Grund richten mein Volk; sie kehren von ihren Wegen nicht zurück.
8 Ihre Wittwen sollen zahlreicher werden, als der Sand am Meere; ich werde gegen die Mütter ihrer auserlesenen Mannschaft den Verwüster am Mittag führen; plötzlich werde ich Wuth und Schrecken auf sie fallen lassen.
9 Ohnmächtig sinkt nieder die Mutter von sieben (Kindern) und gibt ihren Geist auf; noch bei Tage geht ihre Sonne unter; sie schämt sich, und erröthet; und den Ueberrest von ihnen gebe ich dem Schwerte hin vor ihren Feinden, spricht Jehova.
10 Wehe mir, meine Mutter! daß du mich geboren hast als Mann des Streites, und des Haders für das ganze Land! Ich habe nichts geliehen, und sie haben mir nichts geliehen; und doch verfluchen sie mich alle.
11 Jehova spricht: Fürwahr! glücklich will ich dich befreien; fürwahr! die Hand will ich dir reichen zur Zeit der Noth und Bedrängniß vor dem Feinde.
12 Wird wohl das Eisen brechen das Eisen von Mitternacht, und das Erz?
13 Ich will deine Habe, und deine Schätze zum Raube hingeben, nicht um Geld; wegen aller deiner Sünden, und in allen deinen Grenzen.
14 Ich will dich zum Sklaven deiner Feinde machen in einem Lande, das du nicht kennst; denn entzündet ist meines Zornes Feuer, es brennt über euch!
15 Du weißt es, o Jehova! sey meiner eingedenk, und nimm dich meiner an! räche mich an meinen Verfolgern, laß mich nicht wegnehmen durch deine Langmuth! Bedenke, daß ich Schmach leide um deinetwillen!
16 Deine Worte fanden sich ein, und ich verschlang sie gierig; ja deine Worte waren mir zur Freude, und zu meines Herzens Lust. Denn genannt bin ich nach deinem Namen, Jehova, du Weltenherrscher!
17 Ich weile nicht im Kreise der Spötter, und ergötzte mich; wegen deiner Hand setzte ich mich allein; denn mit Unmuth hattest du mich erfüllt.
18 Warum dauert mein Schmerz so lange? Warum ist tödtlich und unheilbar meine Wunde? Du bist mir wie täuschend Wasser, das nicht verlässig ist.
19 Darum sprach Jehova also: Wenn du umkehrest, so will ich dich wieder herstellen, vor meinem Angesichte sollst du stehen; und wenn du das Kostbare von dem Schlechten scheidest; so wirst du wie mein Mund seyn. Sie werden sich zu dir, und du wirst dich nicht zu ihnen wenden.
20 Und ich werde dich zur ehernen, zur festen Mauer wider dieses Volk machen; sie werden auf dich stürmen; aber nichts vermögen wider dich; denn ich bin bei dir, dir zu helfen, und dich zu retten, spricht Jehova.
21 Retten werde ich dich aus der Hand der Bösewichter; und dich befreien aus der Macht der Gewaltthätigen.

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