Zuletzt angesehen: Ezechiel - Kapitel 20

Ezechiel - Kapitel 20

Ezechiel - Kapitel 20

(Leander van Eß)

Der Prophet wird beauftragt, den Aeltesten Israels, die zu ihm gekommen waren, um ihn zu bitten, daß er Gott befragen möge, die Verbrechen und die Abgötterei ihrer Nation vorzuhalten, die sie in Aegypten, dann in der Wüste, und endlich in Kanaan selbst begangen hatten; dann aber auch die Verheißung zu geben, daß sie zum Theil aus ihrer Zerstreuung gesammelt werden, und in ihr Vaterland zurückkehren sollten, wo sie den wahren Gott wieder verehren würden.

1 Und es begab sich im siebenten Jahre, im fünften Monate, am zehnten Tage des Monates; da kamen Einige von den Aeltesten Israels, um Jehova zu fragen; und sie setzten sich vor mich.
2 Und es geschah der Ausspruch Jehova's an mich, indem er sprach:
3 Menschensohn! Rede zu den Aeltesten Israels, und sage ihnen: So spricht der Herr Jehova: Seyd ihr gekommen, mich zu fragen? So wahr ich lebe, ich werde mich von euch nicht fragen lassen, spricht der Herr Jehova;
4 willst du sie strafen, willst du strafen, Menschensohn? zeige ihnen die Gräuel ihrer Väter;
5 und sprich zu ihnen: So spricht der Herr Jehova: Am Tage als ich Israel erwählte, und nach dem Samen des Hauses Jakobs meine Hand erhob, und mich ihnen zu erkennen gab im Lande Aegypten, und meine Hand nach ihnen erhob, sagend: Ich bin Jehova, euer Gott!
6 Eben an dem Tage erhob ich meine Hand nach ihnen, um sie aus dem Lande Aegypten in ein Land zu führen, das ich für sie ausersehen hatte, wo Milch und Honig fließt, das die Zierde aller Länder ist.
7 Da sprach ich zu ihnen: Ein Jeder werfe weg die Gräuel seiner Augen; und verunreiniget euch nicht mit Aegyptens Schandgötzen! Ich bin Jehova, euer Gott!
8 Aber sie waren widerspenstig gegen mich, und wollten nicht auf mich hören. Keiner warf die Gräuel seiner Augen weg, und Aegyptens Schandgötzen verließen sie nicht. Da sagte ich, daß ich meinen Grimm über sie ausschütten, und meinen Zorn an ihnen ausüben würde mitten im Lande Aegypten.
9 Aber ich that es meines Namens wegen, damit er nicht entweihet würde vor den Augen der Völker, in deren Mitte sie waren, und denen ich vor ihren Augen dadurch bekannt geworden war, daß ich sie aus Aegyptenland herausführte.
10 Ich führte sie also aus Aegyptenland, und brachte sie in die Wüste,
11 und gab ihnen meine Gesetze, und machte ihnen meine Verordnungen kund, durch welche der Mensch, der sie beachtet, lebt.
12 Ich gab ihnen auch meine Sabbathe, die zum Zeichen zwischen mir und ihnen seyn sollten, um zu wissen, daß ich Jehova es bin, der sie heiliget.
13 Aber das Haus Israels empörte sich gegen mich in der Wüste; sie wandelten nicht nach meinen Gesetzen, und verwarfen meine Verordnungen, durch welche der Mensch, der sie beachtet, lebt; und sie entheiligten meine Sabbathe sehr; darum sagte ich; daß ich meinen Grimm über sie ausschütten wollte in der Wüste, um sie zu vertilgen.
14 Aber ich that es meines Namens wegen, damit er nicht entweiht würde vor den Augen der Völker, vor deren Augen ich sie herausgeführt hatte.
15 Ich hob auch in der Wüste meine Hand gegen sie auf, sie nicht zu führen in das Land, das ich ihnen gegeben hatte, wo Milch und Honig fließt, das die Zierde aller Länder ist;
16 weil sie meine Verordnungen verwarfen, und nach meinen Gesetzen nicht wandelten, und meine Sabbathe entheiligten; sondern vielmehr ihr Herz sich nach den Götzen neigte.
17 Doch schonte ihrer mein Auge, um sie nicht zu vertilgen, und ich rottete sie nicht ganz aus in der Wüste.
18 Und ich sprach zu ihren Kindern in der Wüste: Wandelt nicht nach eurer Väter Satzungen, und befolget ihre Verordnungen nicht, und beflecket euch nicht mit ihren Schandgötzen!
19 Ich Jehova bin euer Gott! wandelt nach meinen Gesetzen, beachtet und haltet meine Verordnungen!
20 Und haltet meine Sabbathe heilig, und sie seyen zwischen mir und euch das Zeichen, das ihr wisset, daß ich Jehova, euer Gott bin!
21 Aber die Kinder waren mir widerspenstig; sie wandelten nicht nach meinen Gesetzen, und beachteten und hielten nicht meine Verordnungen, wodurch Jeder, der sie beachtet, lebt; auch meine Sabbathe entheiligten sie. Da sprach ich, daß ich meinen Grimm über sie ausschütten, und meinen Zorn an ihnen ausüben wollte in der Wüste.
22 Doch zog ich meine Hand zurück; und that es meines Namens wegen; damit er nicht entheiliget würde vor den Augen der Völker, vor deren Augen ich sie herausgeführt hatte.
23 Auch hob ich meine Hand wider sie auf in der Wüste, daß ich sie unter die Völker zerstreuen, und in den Ländern herumtreiben würde;
24 weil sie meine Verordnungen nicht gehalten, meine Gesetze verachtet, und meine Sabbathe entheiliget hatten, und nach den Schandgötzen ihrer Väter ihre Augen gerichtet waren.
25 Darum überließ ich sie auch Satzungen, die nicht gut waren, und Gebräuchen, durch die sie nicht leben konnten.
26 Und ich ließ sie sich durch ihre Opfer verunreinigen, indem sie alle Erstgeburt hingaben; damit ich verwüsten konnte, und sie erkennen sollten, daß ich Jehova bin.
27 Darum, Menschensohn! rede zu dem Hause Israels, und sprich zu ihnen: So spricht der Herr Jehova: Noch mehr haben mich eure Väter gelästert durch ihre Uebertretung, die sie wider mich begangen.
28 Ich brachte sie in das Land, über welches ich meine Hand erhoben hatte, um es ihnen zu geben; aber sie sahen nach jedem hohen Hügel, und nach jedem dichtbelaubten Baume, und brachten daselbst ihre Opfer, und legten dahin ihre aufreizenden Gaben, und machten daselbst ihre angenehmen Opfergerüche, und gossen dort ihre Trankopfer aus.
29 Und ich sprach zu ihnen: Was ist die Höhe, wohin ihr gehet? und sie heißt noch bis auf den heutigen Tag die Höhe.
30 Sage also zum Hause Israels: So spricht der Herr Jehova: Ihr verunreiniget euch auf dem Wege eurer Väter, und ihr huret ihren Schandgötzen nach.
31 Durch das Darbringen eurer Opfergaben, und dadurch daß ihr eure Kinder durch's Feuer gehen lasset, beflecket ihr euch mit allen ihren Schandgötzen bis auf den heutigen Tag; und ich sollte mich von euch fragen lassen, ihr vom Hause Israels? So wahr ich lebe, spricht der Her Jehova: Ich werde mich von euch nicht fragen lassen.
32 Und was sich erhebt aus eurem Geist, wird nicht geschehen; wenn ihr saget: Wir wollen wie die Völker, wie die Nationen der Länder seyn, um Holz und Stein anzubeten.
33 So wahr ich lebe, spricht der Herr Jehova, mit starker Hand, mit gestrecktem Arm, mit ausgegossenen Zorn will ich über euch herrschen.
34 Und wegführen will ich euch aus den Völkern, und euch versammeln aus den Ländern, in denen ihr zerstreuet seyd, mit starker Hand, mit gestrecktem Arme, und mit ausgegossenem Zorn.
35 Und bringen will ich euch in die Wüste der Völker, und daselbst mit euch rechten von Angesicht zu Angesicht.
36 Wie ich mit eueren Vätern in der Wüste des Landes Aegypten gerechtet habe; so will ich mit euch rechten, spricht der Herr Jehova.
37 Ich will euch unter dem Stabe führen, und euch in die Bande des Bundes bringen.
38 Und die Widerspenstigen, und mir Ungehorsamen von euch absondern; aus dem Lande ihrer Heimat sie führen, und nicht in das Land Israels kommen lassen; und ihr werdet erfahren, daß ich Jehova bin.
39 Und ihr vom Hause Israels! So spricht der Herr Jehova: Gehet, dienet euren Schandgötzen! Nachher aber, wenn ihr mir nicht gehorchen wollet, lasset meinen heiligen Namen ungeschändet mit euren Opfern und Schandgötzen!
40 Denn auf meinem heiligen Berge, auf dem hohen Berge Israels, spricht der Herr Jehova, daselbst soll mir das ganze Haus Israels, Alles, was von ihm im Lande ist, dienen, da werde ich Wohlgefallen an ihnen haben, und da werde ich fragen nach euren Opfern, und nach den Erstlingen eurer Gaben unter allen euren heiligen Gaben.
41 Ich werde durch den angenehmen Opfergeruch Wohlgefallen an euch haben, nachdem ich euch aus den Völkern herausgeführt, und aus den Ländern versammelt habe, in welchen ihr zerstreuet seyd, und ich werde vor euch vor den Augen der Völker verherrlichet werden.
42 Und ihr werdet erfahren, daß ich Jehova bin, wenn ich euch heimführe in das Land Israels, in das Land, über welches ich meine Hand erhoben, es euren Vätern zu geben.
43 Und daselbst werdet ihr an eure Wege, und an alle eure Handlungen denken, durch die ihr euch verunreiniget habet, und Abscheu empfinden vor euch selbst, wegen all des Bösen, welches ihr begangen habet.
44 Und ihr werdet erfahren, daß ich Jehova bin, wenn ich mit euch meines Namens wegen wegen verfahre, nicht nach euren bösen Wegen, und nach euren schändlichen Handlungen, Haus Israels! spricht der Herr Jehova.

Cookies helfen bei der Bereitstellung von Inhalten. Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung der Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies auf Ihrem Computer gespeichert werden. Außerdem bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzerklärung gelesen und verstanden haben. Wenn Sie nicht einverstanden sind, verlassen Sie die Website.Weitere Information
autoren/e/ess/at/hes/kapitel_20.txt · Zuletzt geändert: von 127.0.0.1