Spurgeon, Charles Haddon - Der Seelengewinner - Erfordernisse für das Seelengewinnen mit Beziehung auf die Menschen.

Spurgeon, Charles Haddon - Der Seelengewinner - Erfordernisse für das Seelengewinnen mit Beziehung auf die Menschen.

Sie erinnern sich, Brüder, dass ich bei der letzten Gelegenheit, als ich Ihnen einen Vortrag über Seelengewinnen hielt, über die Erfordernisse dazu mit Beziehung auf Gott sprach; ich versuchte, Ihnen die Art von Männern zu beschreiben, welche Gott am wahrscheinlichsten zum Gewinnen von Seelen gebrauchen würde. Heute Nachmittag habe ich vor, als mein Thema zu nehmen

Die Kennzeichen eines Seelengewinners mit Beziehung auf die Menschen.

Ich könnte fast dieselben Punkte nennen, die ich Ihnen früher aufzählte, denn ich denke, dass diejenigen Eigenschaften, welche sich vor Gott für den von ihm gewünschten Zweck als annehmbar erweisen, wahrscheinlich auch den Beifall der Menschen finden werden.

Es hat viele Männer in der Welt gegeben, die durchaus nicht für dieses Werk geeignet waren. Zuerst lassen Sie mich sagen, dass ein ganz Unwissender wahrscheinlich kein großer Seelengewinner sein wird. Ein Mensch, der nur weiß, dass er ein Sünder ist und Christus ein Heiland, mag denen sehr nützlich sein, die in demselben Zustande sind wie er, und es ist seine Pflicht, mit der geringen Kenntnis, die er besitzt, so viel zu tun, wie er kann; aber im allgemeinen würde ich nicht erwarten, dass ein solcher sehr viel im Dienste Gottes gebraucht werden wird. Hätte er eine weitere und tiefere Erfahrung von den göttlichen Dingen gehabt, wäre er ein Gelehrter im höchsten Sinne des Wortes, weil von Gott gelehrt, gewesen, so hätte er seine Kenntnis zum Wohle anderer gebrauchen können; aber da er in großem Maße selbst die göttlichen Dinge nicht kennt, sehe ich nicht ein, wie er andere Menschen sie lehren kann. Wahrlich, es muss etwas Licht in der Kerze sein, welche der Menschen Finsternis erhellen soll, und es muss etwas Kenntnis in dem sein, der ein Lehrer seiner Mitmenschen sein soll. Der Mann, welcher fast oder ganz unwissend ist, wie sehr er auch den Willen hat, Gutes zu tun, muss von dem Wettlauf großer Seelengewinner ausgeschlossen werden; er ist nicht einmal befähigt, in die Schranken zu treten, und deshalb lassen Sie uns alle bitten, Brüder, dass wir gut unterwiesen sein mögen in der Wahrheit, damit wir fähig sind, andere zu lehren.

Zugegeben, dass Sie nicht zu der Klasse der eben erwähnten Unwissenden gehören, sondern vorausgesetzt, dass Sie wohl unterrichtet sind in der besten Weisheit, was sind die Eigenschaften, die Sie Menschen gegenüber zeigen müssen, wenn Sie diese für den Herrn gewinnen? Ich würde sagen, wir müssen offenbare Aufrichtigkeit haben; nicht nur Aufrichtigkeit, sondern eine, die sofort jedem offenbar wird, der ehrlich danach sucht. Es muss Ihren Hörern ganz klar sein, dass Sie einen festen Glauben haben an die Wahrheiten, die Sie predigen; sonst werden Sie dieselben niemals zum Glauben daran bringen. Wenn sie nicht über jeden Zweifel hinaus überzeugt sind, dass Sie selber diese Wahrheiten glauben, so wird keine Wirksamkeit und keine Kraft in Ihrer Predigt sein. Niemand darf Sie im Verdacht haben, dass Sie andern verkünden, was Sie selber nicht völlig glauben; wenn dies je der Fall wäre, wird Ihre Arbeit wirkungslos sein. Alle, die Ihnen zuhören, sollten fühlen, dass Sie einem der edelsten Berufe obliegen und eins der heiligsten Geschäfte vollziehen, die jemals dem Menschen zugefallen sind. Wenn Sie nur eine geringe Würdigung des Evangeliums haben, so ist es unmöglich, dass diejenigen, welche Ihre Verkündigung desselben hören, sehr davon beeinflusst werden. Neulich hörte ich in Betreff eines gewissen Predigers die Frage: „Hielt er eine gute Predigt?“ und die Antwort war: „Was er sagte, war sehr gut.“ „Aber hatten Sie Nutzen von der Predigt?“ „Nein, nicht im Geringsten.“ „War es keine gute Predigt?“ Wieder kam die erste Antwort: „Was er sagte, war sehr gut.“ „Was meinen Sie? Warum hatten Sie keinen Nutzen von der Predigt, wenn das, was der Pastor sagte, sehr gut war?“ Die Erklärung, welche der Zuhörer gab, war diese: „Ich hatte keinen Nutzen von der Rede, weil ich kein Vertrauen zu dem hatte, der sie hielt; er war einfach ein Schauspieler, der eine Rolle spielte; ich glaube nicht, dass er fühlte, was er predigte oder dass er sich darum kümmerte, ob wir es fühlten und glaubten oder nicht.“

Wo es so steht, kann man nicht erwarten, dass die Hörer Nutzen von der Rede haben, was der Prediger auch sagen mag; sie mögen versuchen zu denken, dass die Wahrheiten, die er vorträgt, köstlich sind, sie mögen sich vornehmen, von der Speise sich zu nähren, wer ihnen die Schüssel auch vorsetze; aber es nützt nichts, sie können es nicht, sie können den herzlosen Redner nicht trennen von der Botschaft, die er so nachlässig vorträgt. Sobald ein Mann seine Arbeit eine bloße Sache der Form oder der Routine werden lässt, so sinkt sie zu einem Tun herab, bei welchem der Prediger nur ein Schauspieler ist. Er spielt bloß eine Rolle, wie er es in einem Stück auf dem Theater tun könnte; er spricht nicht aus seiner innersten Seele heraus wie ein Mann, der von Gott gesandt ist. Ich beschwöre Sie, Brüder, sprechen Sie aus Ihrem Herzen heraus, oder sonst sprechen Sie gar nicht. Wenn Sie schweigen können, so schweigen Sie; aber wenn Sie für Gott sprechen müssen, so seien Sie völlig aufrichtig darin. Es würde besser für Sie sein, ins Geschäft zurück zu gehen und Butter abzuwägen oder Rollen Garn zu verkaufen oder irgendetwas anderes zu tun, als dass Sie vorgeben, Prediger des Evangeliums zu sein, wenn Gott Sie nicht dazu berufen hat. Ich glaube, das Verdammungswürdigste, was ein Mensch tun kann, ist das Evangelium zu predigen als ein bloßer Schauspieler und den Gottesdienst in eine Art theatralische Aufführung zu verwandeln. Eine solche Karikatur ist des Teufels würdiger als Gottes. Die göttliche Wahrheit ist viel zu köstlich, um zum Gegenstand solches Gespöttes gemacht zu werden. Sie können sich darauf verlassen, wenn die Leute erst argwöhnen, dass Sie nicht aufrichtig sind, so werden sie Ihnen nie anders als mit Widerwillen zuhören, und es wird nicht wahrscheinlich sein, dass sie Ihre Botschaft glauben werden, sobald Sie ihnen Anlass geben zu denken, dass Sie selber sie nicht glauben.

Ich hoffe, ich habe nicht unrecht, wenn ich annehme, dass wir alle ganz aufrichtig im Dienste unsers Meisters sind; deshalb will ich weiter gehen zu dem, was mir das nächste Erfordernis scheint, und das ist ersichtlicher Ernst. Der Befehl an den Menschen, der ein wahrer Diener Jesu Christi sein will, lautet: „Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüte und von allen deinen Kräften.“ Wenn ein Mann ein Seelengewinner sein soll, so muss er Stärke des Gefühls besitzen, ebenso wohl wie Aufrichtigkeit des Herzens. Sie können die feierlichsten Warnungen und die furchtbarsten Drohungen in so gleichgültiger oder sorgloser Art aussprechen, dass niemand im geringsten davon ergriffen wird; und Sie können die liebevollsten Ermahnungen in so halbherziger Manier wiederholen, dass niemand dadurch zur Liebe oder zur Furcht bewogen werden wird. Ich glaube, Brüder, dass fürs Seelengewinnen der Ernst wichtiger ist, als fast alles andere. Ich habe einige gesehen und gehört, die sehr armselige Prediger waren und doch viele Seelen zum Heiland führten, durch den Ernst, mit dem sie ihre Botschaft ausrichteten. Es war durchaus gar nichts in ihren Predigten (bis der Händler seine Butter darin einwickelte), dennoch brachten diese schwachen Predigten viele zu Christo. Es war nicht sowohl das, was die Prediger sagten, als die Art, wie sie es sagten, was die Herzen der Hörer traf. Die einfachste Wahrheit wurde durch den Ernst und die tiefe Bewegung dessen, der sie verkündete, so ins Herz gedrückt, dass sie eine überraschende Wirkung hervorbrachte. Wenn einer der Herren hier mir eine Kanonenkugel schenkte, vielleicht eine von fünfzig oder hundert Pfund Gewicht und sie mich im Zimmer umher rollen ließe, und ein anderer mir eine Flintenkugel gäbe und eine Flinte, aus der ich sie abfeuern könnte, so weiß ich, welche von beiden Kugeln die wirksamere sein würde. Möge niemand die kleine Kugel verachten, denn sehr oft ist sie es, welche die Sünde tötet und den Sünder dazu. So, Brüder, ist es nicht die Fülle der Worte, die von Ihren Lippen strömen, es ist die Kraft, mit der Sie dieselben aussprechen, welche über ihre Wirksamkeit entscheidet. Ich habe von einem Schiff gehört, auf das aus einer Festung mit einer Kanone gefeuert wurde, ohne dass es Wirkung hatte, bis der Kommandant Befehl gab, die Kugeln glühendrot zu machen, da ward das Schiff in drei Minuten in den Grund des Meeres versenkt. Das ist es, was Sie mit Ihren Predigten tun müssen, sie glühendrot machen; es tut nichts, wenn die Leute sagen, Sie seien zu enthusiastisch oder gar zu fanatisch, schießen Sie mit glühendroten Kugeln, es gibt nichts, was halb so gut ist für Ihren Zweck. Wir werfen nicht mit Schneeballen am Sonntag, wir werfen Feuerballen; wir sollten Granaten in die Reihen der Feinde schleudern.

Welchen Ernst verdient unser Thema! Wir haben zu reden von einem ernsten Heiland, einem ernsten Himmel, einer ernsten Hölle. Wie ernst sollten wir es nehmen, wenn wir bedenken, dass wir es in unserem Werk zu tun haben mit Seelen, die unsterblich sind, mit der Sünde, die ewig ist in ihren Wirkungen, mit einer Vergebung, die unendlich ist und mit Schrecken und Freuden, die dauern sollen von Ewigkeit zu Ewigkeit! Ein Mann, der es nicht ernst nimmt, wenn er ein solches Thema hat, kann der überhaupt ein Herz besitzen? Könnte ein solches, selbst mit einem Mikroskop, entdeckt werden? Wenn man ihn sezierte, würde wahrscheinlich nichts gefunden werden als ein Kiesel, ein Herz von Stein oder einer andern Substanz, die der Empfindung ebenso unfähig wäre. Ich hoffe, als Gott uns Herzen von Fleisch für uns selber gab, da gab er uns Herzen, die auch für andere fühlen können.

Wenn dies alles vorhanden ist, so würde ich sagen, das Nächste für einen Mann, der ein Seelengewinner sein soll, ist, dass er augenscheinlich Liebe für seine Hörer hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Mann Seelen gewinnt, wenn er die meiste Zeit damit zubringt, seine Gemeinde zu schelten, und spricht, als ob er ihren bloßen Anblick hasste. Solche Männer scheinen nur glücklich zu sein, wenn sie Zornesschalen über die ausgießen können, welche das Unglück haben, ihnen zuzuhören. Ich hörte von einem Bruder, der über den Text predigte: „Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho und fiel unter die Mörder.“ Er begann seine Rede so: „Ich sage nicht, dass dieser Mensch zu dem Ort kam, wo wir sind, aber ich kenne einen andern, der kam an diesen Ort und fiel unter die Mörder.“ Sie können leicht erraten was das Ergebnis von solchem Vitriol-Ausgießen war. Ich weiß von einem, der über die Stelle predigte: „Und Aaron schwieg stille,“ von dem ein Hörer sagte, der Unterschied zwischen ihm und Aaron sei der, dass Aaron stille gewesen und der Prediger nicht, sondern im Gegenteil mit aller Kraft gegen die Leute getobt habe.

Sie müssen aufrichtig das Wohl der Leute wünschen, wenn Sie viel Einfluss auf dieselben haben sollen. Sogar Hunde und Katzen lieben die Leute, welche sie lieben, und menschliche Wesen sind ziemlich ebenso wie diese stummen Tiere. Die Lente wissen es sehr bald, wenn ein kalter Mann auf die Kanzel steigt, einer von denen, die aus einem Marmorblock gehauen scheinen. Ein oder zwei von unsern Brüdern waren dieser Art, und es ist ihnen nirgends gelungen. Wenn ich nach der Ursache des Misserfolgs fragte, habe ich jedes Mal die Antwort bekommen: „Er ist ein guter Mann, ein sehr guter Mann; er predigt gut, sehr gut, aber wir können doch nicht mit ihm zurechtkommen.“ Ich fragte: „Warum mögen Sie ihn nicht?“ Die Antwort war: „Niemand hat ihn je leiden mögen.“ „Ist er streitsüchtig?“ „Nein, ich wünschte, er finge 'mal etwas Lärm an.“ Ich versuche, herauszufischen, wo der Fehler ist, denn mir liegt viel daran, es zu wissen, und zuletzt sagt jemand: „Nun, ich denke, er hat kein Herz; wenigstens predigt und handelt er nicht, als wenn er eins hätte.“

Es ist sehr traurig, wenn die Amtsführung wirkungslos ist aus Mangel an Herz. Sie sollten ein großes Herz haben, weit wie der Hafen in Portsmouth oder Plymouth, so dass alle in Ihrer Gemeinde kommen könnten und da Anker werfen und fühlen, dass sie unter dem Lee eines großen Felsens wären. Bemerken Sie nicht, dass Prediger Segen im Amte haben und Seelen gewinnen je nachdem sie Männer mit weitem Herzen sind? Denken Sie z. B. an Dr. Brock1); da war eine Masse von einem Menschen, einer, der Eingeweide der Barmherzigkeit hatte, und was ist der Nutzen eines Predigers, der diese nicht hat? Ich stelle nicht die Anhäufung von Fleisch als ein Ziel dar, das Ihres Strebens würdig wäre; aber ich sage, dass Sie weite Herzen haben müssen, wenn Sie Menschen für Jesum gewinnen wollen; Sie müssen „Großherze2)“ sein, wenn Sie viele Pilger zu der himmlischen Stadt führen wollen. Ich habe einige sehr. magere Leute gesehen, die behaupteten, sie seien vollkommen heilig und ich konnte beinahe glauben, dass sie nicht zu sündigen vermöchten, denn sie waren wie Stücke alten Leders, es schien nichts in ihnen, was fähig wäre zu sündigen. Ich traf einmal einen von diesen „vollkommenen“ Brüdern; er war gerade wie ein Stück Meergras, es war nichts Menschliches in ihm. Ich mag gern eine Spur von etwas Menschlichem irgendwo an einem Mann sehen, und im allgemeinen mögen die Leute das auch gern; sie können besser mit einem Mann auskommen, der etwas menschliche Natur in sich hat. Die menschliche Natur ist in mancher Hinsicht etwas Furchtbares; aber als der Herr Jesus Christus sie annahm und seine eigene göttliche Natur damit verband, machte er sie zu etwas Großartigem; und sie ist etwas Edles, wenn sie mit dem Herrn Jesu Christo vereinigt ist. Jene Männer, die sich abschließen wie Einsiedler und ein vermeintlich geheiligtes Leben der Selbst-Absorption führen, werden wahrscheinlich keinen Einfluss in der Welt haben und nichts zum Wohle ihrer Mitgeschöpfe beitragen. Sie müssen die Menschen lieben und sich unter sie mischen, wenn Sie ihnen dienen wollen. Es gibt einige Prediger, die wirklich viel bessere Menschen sind, als andere, und doch wirken sie nicht so viel Gutes, wie diejenigen, welche mehr menschlich sind, welche hingehen und sich bei den Leuten niedersetzen und so viel als möglich tun, wie wenn sie bei ihnen zu Hause wären. Sie wissen, Brüder, dass es möglich für Sie ist, gerade ein bisschen zu gut zu scheinen, so dass die Leute fühlen, dass Sie ganz und gar übersinnliche Wesen sind und mehr geeignet, den Engeln und Cherubim und Seraphim zu predigen, als den gefallenen Kindern Adams. Seien Sie Menschen unter Menschen; halten Sie sich rein von allen ihren Fehlern und Lastern, aber verkehren Sie mit ihnen in vollkommener Liebe und Teilnahme, in dem Gefühl, dass Sie alles, was in Ihren Kräften steht, tun möchten, um sie zu Christo zu bringen, so dass Sie sogar mit dem Apostel Paulus sprechen könnten: „Denn wiewohl ich frei bin von jedermann, habe ich mich doch selbst jedermann zum Knechte gemacht, auf dass ich ihrer viele gewinne. Den Juden bin ich geworden als ein Jude, auf dass ich die Juden gewinne. Denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich geworden als unter dem Gesetz, auf dass ich die, so unter dem Gesetz sind, gewinne. Denen, die ohne Gesetz sind, bin ich als ohne Gesetz geworden, (so ich doch nicht ohne Gesetz bin vor Gott, sondern bin in dem Gesetz Christi) auf dass ich die, so ohne Gesetz sind, gewinne. Den Schwachen bin ich geworden als ein Schwacher, auf dass ich die Schwachen gewinne. Ich bin jedermann allerlei geworden, auf dass ich allenthalben ja etliche selig mache.“

Das nächste Erfordernis zum Gewinnen der Seelen ist offenbare Selbstlosigkeit. Ein Mann hört auf, Menschen zu Christo zu bringen, sobald er als ein selbstsüchtiger Mann bekannt wird. Bei einigen ist die Selbstsucht tief eingewurzelt; man sieht es an ihrem Tische daheim, im Hause Gottes, überall. Wenn solche Individuen mit einer Kirche und Gemeinde zu tun haben, zeigt sich ihr Egoismus bald; sie wollen alles haben, was sie nur bekommen können, obwohl sie als Baptistenprediger nicht häufig viel bekommen. Ich hoffe, jeder von Ihnen, Brüder, wird willig sein, zu sagen: „Nun, wenn ich nur Nahrung und Kleidung habe, will ich mich begnügen.“ Wenn Sie versuchen, den Gedanken an Geld ganz zu verbannen, so wird das Geld oft doppelt zu Ihnen zurückkehren; aber wenn Sie streben, alles zu erhaschen und zu ergreifen, werden Sie sehr wahrscheinlich finden, dass es gar nicht zu Ihnen kommt. Die, welche in Sachen des Gehalts selbstsüchtig sind, werden in allen andern Sachen ebenso sein; sie werden nicht wünschen, dass ihre Gemeinde jemanden kenne, der besser predigen kann, als sie selber; und sie werden nicht ertragen, dass irgendein gutes Werk geschieht anderswo als in ihrer eigenen Kapelle. Wenn an einem andern Orte eine Erweckung stattfindet und Seelen errettet werden, sagen sie mit höhnischem Lächeln: „O ja, es sind viele Neubekehrte da, aber was sind sie? Wo werden sie nach einigen Monaten sein?“ Sie halten ihren eigenen Gewinn von einem neuen Mitglied per Jahr viel höher, als ihres Nachbars hundert auf einmal. Sehen Ihre Gemeindeglieder diese Art Selbstsucht in Ihnen, so werden Sie bald die Macht über sie verlieren; wenn Sie sich vornehmen, ein großer Mann zu sein, wer immer auch bei Seite gestoßen werden muss, so werden Sie vor die Hunde gehen, so gewiss wie Sie leben. Was sind Sie, mein lieber Bruder, dass die Leute alle sich beugen und Sie anbeten sollten und denken, dass es in der ganzen Welt keinen neben Ihnen gäbe? Ich will Ihnen sagen, wie es ist: je geringer Sie von sich selbst denken, desto höher werden andere von Ihnen denken; und je höher Sie von sich selbst denken, desto geringer werden andere von Ihnen denken. Wenn einige von Ihnen eine Spur von Selbstsucht an sich haben, bitte, befreien Sie sich davon, sonst werden Sie niemals taugliche Werkzeuge sein, um Seelen für Christum zu gewinnen.

Ferner bin ich gewiss, dass Heiligkeit etwas ist, was dem Seelengewinner nottut. Es nützt nichts, am Sonntag von dem höheren Leben“ zu reden, und dann an Wochentagen das niedere Leben zu führen. Ein christlicher Prediger muss sich sehr hüten, nicht nur, dass er kein wirkliches Unrecht begeht, sondern auch, dass er den Schwachen der Herde keine Ursache des Ärgernisses wird. „Ich habe es alles Macht, aber es frommt nicht alles.“ Wir sollten niemals etwas tun, was wir für unrecht ansehen, aber wir sollten auch willig sein, uns der Dinge zu enthalten, die an sich nicht unrecht sein mögen, aber andern einen Anstoß geben könnten. Wenn die Leute sehen, dass wir nicht nur Heiligkeit predigen, sondern auch selbst heilige Männer sind, werden sie sich zu heiligen Dingen hingezogen fühlen durch unsere Persönlichkeit sowohl wie durch unsere Predigt.

Ich denke auch, wenn wir Seelengewinner sein sollen, muss Ernsthaftigkeit in unserm Verhalten sein. Einige Brüder sind von Natur ernsthaft. Vor einiger Zeit hörte ein Herr in einem Eisenbahnwagen eine Unterredung zwischen zwei Passagieren. Einer von ihnen sagte: „Ich denke, die römische Kirche hat große Macht und wird wahrscheinlich beim Volke viel Erfolg haben wegen der offenbaren Heiligkeit ihrer Prediger. Da ist z. B. Kardinal -, er ist gerade wie ein Skelett; durch sein langes Fasten und Beten ist er fast bis zu Haut und Knochen abgemagert. Jedes Mal, wenn ich ihn reden höre, fühle ich sofort die Kraft der Heiligkeit dieses Mannes. Sehen Sie dagegen Spurgeon, er isst und trinkt wie ein gewöhnlicher Sterblicher; ich würde keine Stecknadel darum geben, ihn predigen zu hören.“ Sein Bekannter hörte ihn sehr geduldig an und sagte dann ganz ruhig: „Kam es Ihnen je in den Sinn, dass das Aussehen des Kardinals dadurch zu erklären sei, dass er an der Leber leidet? Ich glaube nicht, dass es die Gnade ist, die ihn so mager macht, ich glaube, es ist seine Leber.“ So gibt es einige Brüder, die von Natur zum Trübsinn neigen, sie sind immer sehr ernsthaft; aber bei ihnen ist es kein Zeichen der Gnade, sondern nur ein Anzeichen, dass sie an der Leber leiden. Sie lachen niemals, sie meinen, das würde gottlos sein; sie gehen nur umher in der Welt und vermehren das Elend der Menschheit, das schrecklich genug ist, ohne dass ihre unnötige Portion noch hinzugefügt wird. Solche Leute bilden sich offenbar ein, dass sie vorherbestimmt sind, Eimer voll kalten Wassers auf alle menschliche Lust und Freude zu gießen. Darum, liebe Brüder, wenn einige von Ihnen sehr ernsthaft sind, müssen Sie es nicht immer der Gnade zuschreiben, denn es mag alles vom Zustand Ihrer Leber herrühren.

Die meisten von uns sind indes viel mehr geneigt zu jenem Lachen, das wie Arznei wirkt, und wir werden all unsern Frohsinn nötig haben, wenn wir die Niedergeschlagenen trösten und aufrichten sollen; aber wir werden nie viele Seelen zu Christo bringen, wenn wir voll von jenem Leichtsinn sind, der einige Menschen charakterisiert. Die Leute werden sagen: „Es ist alles ein Spaß; hört nur, wie diese jungen Männer über Religion scherzen; ihnen zuhören, wenn sie auf der Kanzel stehen, das ist eine Sache, aber es ist eine ganz andere, ihnen zuhören, wenn sie um den Tisch herum beim Abendessen sitzen.“ Ich habe von einem Totkranken gehört, der nach einem Prediger sandte. Als dieser zu ihm kam, sagte der Sterbende: „Erinnern Sie sich eines jungen Mannes, der Sie vor mehreren Jahren eines Abends begleitete, als Sie hingingen, um zu predigen?“ Der Pastor antwortete, er erinnere sich nicht. „Ich entsinne mich dessen sehr wohl“, sagte der andere. „Erinnern Sie sich nicht, dass Sie in dem und dem Dorfe predigten, über den und den Text, und dass nach dem Gottesdienst ein junger Mensch mit Ihnen nach Hause ging?“ „ja, das weiß ich sehr wohl.“ „Nun ich bin dieser junge Mann, ich erinnere mich Ihrer Predigt, ich werde sie nie vergessen.“ „Gott sei Dank dafür“, erwiderte der Prediger. „Nein“, war die Antwort des Sterbenden, „Sie werden nicht Gott danken, wenn Sie alles gehört haben, was ich zu sagen wünsche. Ich ging mit Ihnen nach dem Dorfe, aber Sie sprachen nicht viel auf dem Wege, denn Sie dachten an Ihre Predigt; diese machte einen tiefen Eindruck auf mich, und ich war geneigt, mein Herz Christo zu geben. Ich wünschte mit Ihnen auf dem Heimwege über meine Seele zu sprechen; aber sobald Sie herauskamen, machten Sie einen Spaß und auf dem Rückwege scherzten Sie so viel über ernste Dinge, dass ich nichts von dem sagen konnte, was ich fühlte, und es flößte mir einen gründlichen Widerwillen gegen die Religion und alle ihre Bekenner ein, und jetzt werde ich verdammt werden, und mein Blut wird vor Ihrer Türe liegen, so gewiss Sie leben“; und damit schied er aus dieser Welt. Niemand möchte, dass ihm so etwas geschähe, deshalb hüten Sie sich, Brüder, damit Sie keinen Anlass dazu geben. Ernsthaftigkeit muss vorherrschen in unserem ganzen Leben, sonst können wir nicht hoffen, andere zu Christo zu bringen.

Schließlich, wenn wir von Gott viel als Seelengewinner gebraucht werden sollen, so muss sehr viel Weichheit in unseren Herzen sein. Ich sehe gern, wenn ein Mann einen angemessenen Grad heiliger Kühnheit hat, aber ich mag ihn nicht frech und unverschämt sehen. Ein junger Mann geht auf die Kanzel, entschuldigt sich, dass er zu predigen versucht und hofft, die Leute werden Nachsicht mit ihm haben; er weiß nicht, dass er etwas Besonderes zu sagen hat, wenn der Herr ihn gesandt, möchte er vielleicht eine Botschaft für sie haben, aber er fühlt sich so jung und unerfahren, dass er nicht sehr bestimmt über irgendetwas sprechen kann. Solches Gerede wird niemals eine Maus erretten, viel weniger eine unsterbliche Seele. Wenn der Herr Sie gesandt hat, zu predigen, warum sollten Sie dann Entschuldigungen machen? Gesandte entschuldigen sich nicht, wenn sie an einen fremden Hof gehen; sie wissen, dass ihr Monarch sie gesandt hat und sie richten ihre Botschaft aus und haben dabei. die ganze Autorität des Königs und des Landes hinter sich. Ebenso wenig ist es der Mühe wert für Sie, die Aufmerksamkeit auf Ihre Jugend zu lenken. Sie sind nur eine Posaune von Widderhorn; und es ist einerlei, ob Sie gestern von dem Kopf des Widders abgerissen sind oder vor fünfundzwanzig Jahren. Wenn Gott durch. Sie bläst, wird Geräusch genug da sein, und etwas mehr als Geräusch; wenn er es nicht tut, so wird nichts nach dem Blasen kommen. Wenn Sie predigen, so sprechen Sie geradheraus, aber seien Sie sehr milde dabei; wenn etwas Unangenehmes gesagt werden muss, tragen Sie Sorge, dass Sie es in der freundlichsten Weise sagen. Ein paar unserer Brüder hatten einem christlichen Mitbruder eine Botschaft zu überbringen, und sie taten es in so ungeschickter Art, dass er schwer beleidigt ward. Als ich über dieselbe Sache mit ihm redete, sagte er: „Ich hätte mir nichts daraus gemacht, wenn Sie mit mir gesprochen hätten, Sie verstehen es, eine unangenehme Wahrheit so zu sagen, dass man sich nicht beleidigt fühlt, wie sehr einem auch Ihre Botschaft missfällt.“3) „Nun, aber“, sagte ich, „ich drücke die Sache ebenso stark aus, wie die anderen Brüder es taten.“ „Ja, das taten Sie, aber die anderen sagten es in so unangenehmer Weise, dass ich es nicht ertragen konnte. Ich wollte lieber von Ihnen gescholten werden, als von den anderen gelobt!“ Es gibt eine Art, dergleichen Dinge tun, so dass der Getadelte sich wirklich dankbar fühlt. Man kann einen Mann die Treppe hinunterstoßen in einer solchen Weise, dass es ihm beinahe gefällt; während ein anderer eine Tür in so beleidigender Weise öffnen kann, dass man nicht hindurch gehen mag, ehe er aus dem Wege ist. Nun, wenn ich jemanden missfällige Wahrheiten zu sagen habe, die er notwendig wissen muss, wenn seine Seele errettet werden soll, so ist es eine ernste Notwendigkeit für mich, treu gegen ihn zu sein; dennoch will ich versuchen, meine Botschaft so auszurichten, dass er nicht dadurch beleidigt wird. Wenn er dennoch Anstoß nimmt, muss er es tun; die Wahrscheinlichkeit ist dafür, dass er es nicht tun wird, sondern dass meine Worte auf sein Gewissen einwirken werden.

Ich kenne einige Brüder, die predigen, als wenn sie Preiskämpfer wären. Wenn sie auf der Kanzel stehen, erinnern sie mich an den Irländer auf dem Markt zu Donnybrook; die ganze Predigt. hindurch scheinen sie jemanden aufzufordern, herauf zu kommen und mit ihnen zu fechten, und sie sind nie glücklich, wenn sie nicht jemanden. zwicken können. Ein Mann, der oft auf dem freien Platz in Clapham predigt, tut es in so streitsüchtiger Weise, dass die Ungläubigen, welche er angreift, es nicht ertragen können, und es ist häufig Lärm und Kampf da. Es gibt eine Weise zu predigen, die alle gegeneinander hetzt; wenn es einigen Männern gestattet wäre, im Himmel zu predigen, so ist mir bange, dass sie die Engel in Streit miteinander bringen würden. Ich kenne eine Anzahl Prediger dieses Schlages. Es gibt einen, von dem ich gewiss weiß, dass er an mehr als ein Dutzend verschiedener Stellen gewesen ist während seiner nicht sehr langen Predigerlaufbahn. Man kann sehen, wo er gewesen ist, an der Zerstörung, die er zurücklässt. Er findet beständig die Gemeinden in traurigem Zustande vor und beginnt sofort, sie zu reinigen d. h. zu zerstören. In der Regel geht zuerst der älteste Gemeindevorsteher, dann der nächste, dann gehen alle angesehenen Familien, und binnen kurzer Zeit hat der Mann den Platz so wirksam gereinigt, dass die paar Leute, die übrig geblieben sind, ihn nicht mehr unterhalten können. Fort geht er an einen andern Ort und wiederholt da denselben Zerstörungsprozess. Er ist eine Art geistlicher Schiffsbohrer und fühlt sich niemals glücklich, wenn er nicht ein Loch durch die Planken eines guten Schiffes bohren kann. Er behauptet, das Schiff sei wurmstichig, darum bohrt er und bohrt, bis er grade, als es im Begriff zu sinken ist, davon schlüpft und an Bord eines andern Schiffes geht, das bald in derselben Weise sinkt. Er fühlt, dass er berufen ist zu dem Werke, „die Frommen zu sondern von den bösen Leuten,“ und einen bösen Wirrwarr macht er überall. Ich habe keinen Grund zu glauben, dass es bei diesem Bruder an der Leber liegt, es ist wahrscheinlicher, dass etwas in seinem Herzen nicht richtig ist; gewiss, es ist eine böse Krankheit in ihm, die mich immer böse auf ihn macht. Es ist gefährlich, ihn mehr als drei Tage zu beherbergen, denn er würde in dieser Zeit mit dem friedliebendsten Mann von der Welt sich zanken. Ich will ihn niemals wieder für ein Pastorat empfehlen; lasst ihn selbst einen Platz finden, wenn er kann, denn ich glaube, überall, wohin er geht, wird der Platz sein wie der, wo des Tartaren Pferd gestanden, das Gras wird da niemals wieder wachsen. Wenn einer von Ihnen, Brüder, auch nur ein bisschen von diesem hässlichen, bitteren Geiste hat, so gehe er aufs Meer, um davon frei zu werden. Ich hoffe, es wird Ihnen geschehen nach der Legende, die von Mohammed erzählt wird. „In jedem menschlichen Wesen,“ so lautet die Geschichte, „sind zwei schwarze Tropfen Sünde. Der große Prophet selber war nicht frei von dem allgemeinen Übel; aber ein Engel ward gesandt, um sein Herz zu nehmen und die zwei schwarzen Sündentropfen herauszudrücken.“ Schaffen Sie diese schwarzen Tropfen irgendwie heraus, so lange Sie im College sind; wenn Sie einen Groll, ein Übelwollen oder einen Zorn in sich tragen, so bitten Sie den Herrn, dies wegzunehmen, während Sie hier sind; gehen Sie nicht in die Gemeinden, um dort zu streiten, wie andere es getan haben. „Doch“, sagt ein Bruder, „werde ich mich nicht mit Füßen treten lassen. Ich werde den Stier bei den Hörnern fassen.“ Sie werden ein großer Narr sein, wenn Sie das tun. Ich hatte nie das Gefühl, dass ich zu etwas derartigem berufen sei. Warum nicht den Stier in Ruhe lassen, dass er gehen kann, wohin er will? Ein Stier ist ein Geschöpf, das Sie wahrscheinlich in die Luft werfen wird, wenn Sie sich mit seinen Hörnern zu schaffen machen. „Aber,“ sagt ein anderer, wir müssen doch die Dinge zurecht bringen.“ Ja, aber die beste Art, sie zurecht zu bringen, ist nicht die, sie schlimmer zu machen, als sie sind. Niemanden fällt es ein, einen tollen Stier in einen Porzellanladen zu bringen, um das Porzellan zu reinigen, und niemand kann durch Zorn und üble Laune das zurecht bringen, was in unsern Gemeinden nicht recht ist. Tragen Sie Sorge, immer die Wahrheit in Liebe zu sprechen, und besonders, wenn Sie Sünde rügen.

Ich glaube, Brüder, dass Seelen gewonnen werden müssen durch Männer von der Art, die ich eben beschrieben habe; und am meisten wird dies der Fall sein, wenn sie von Leuten derselben Art umgeben sind. Die Atmosphäre, in der Sie leben und arbeiten, muss von diesem Geist durchdrungen sein, ehe Sie mit Recht die vollsten und reichsten Segnungen erwarten dürfen. Mögen darum Sie und alle Ihre Gemeindeglieder so sein, wie ich es eben geschildert habe, um des Herrn Jesu Christi willen. Amen.

1)
Ein sehr korpulenter Mann und ein ausgezeichneter Prediger. A. d. Üb.
2)
Aus Bunyans Pilgerreise. A. d. Üb.
3)
Es war die tiefe Demut Spurgeons, die sich nie über den erhob, der getadelt werden musste; wie er sich denn überhaupt nie herabließ zu dem, mit dem er sprach, wie tief dieser auch unter ihm stehen mochte, sondern ihn zu sich hinauf hob. A. d. Üb.
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