Newton, John - Das fortschreitende Werk der Gnade im Herzen des Menschen - Erster Brief.

Newton, John - Das fortschreitende Werk der Gnade im Herzen des Menschen - Erster Brief.

„A“ oder die Gnade im Keim. Mark. 4, 28.

Um Ihrer Aufforderung zu genügen, das fortschreitende Werk der Gnade, durch die verschiedenen Stufen der Erfahrung eines Gläubigen, zu beschreiben, will ich Ihnen solches mit den drei Buchstaben A B C bezeichnen, welche den Unterschied andeuten sollen, den uns der Herr beim Wuchs des Korns (Mark. 4, 28) wahrnehmen lehrt: „zuerst das Gras, danach die Ähren, danach den vollen Weizen in den Ähren.“ - Obwohl nun der Herr alle seine Kinder, durch seine ewige Gnade und Barmherzigkeit zur Erkenntnis einer und derselben Wahrheit führt, so sind doch die Mittel, deren er sich bedient, und die Wege, auf denen solches geschieht, so verschiedenartig, dass ich es mir in der gegenwärtigen Auseinandersetzung zur Pflicht machen muss, alles dasjenige, so viel es sich tun lässt, auszulassen, was nur zu den persönlichen Führungen Einzelner gehört, und nur diejenigen inneren Erfahrungen zusammenzustellen, welche alle wahren Kinder Gottes, mehr oder weniger, mit einander gemein haben. Ich werde Ihnen deshalb weder eine Beschreibung meiner eigenen Erfahrungen, noch der irgendeines andern Menschen geben, sondern mich bemühen, so deutlich als ich es nur immer vermag, das herauszuheben, was uns die Schrift von der Natur und dem Wesen der Gnadenarbeit Gottes an dem Herzen eines Sünders lehrt, soweit es sich nämlich auf einen jeglichen Menschen anwenden lässt, der unter der Gnadenleitung des Heiligen Geistes steht.

Alle Menschen sind von Natur tot in Sünden und Übertretungen; dieser Tod besteht aber nicht nur in einer Entfremdung von Gott, sondern in einer heimlichen inneren Feindschaft und offenbaren Widersetzlichkeit gegen seine Gnadenleitungen. Wie sehr die Menschen auch als Glieder der bürgerlichen Gesellschaft in Hinsicht ihrer verschiedenen Charaktere und Stellungen im Leben voneinander abweichen mögen, so sind sie doch Alle, sie mögen gelehrt oder ungelehrt, ehrbar oder ausschweifend sein, sinnliche Menschen, und nehmen von Natur nicht an was des Geistes Gottes ist. (1. Kor. 2, 14.) Darum spricht der Herr ausdrücklich : „Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, dass ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat.“ (Joh. 6, 44.)

Es geht aus diesen Worten unsers Heilandes hervor, dass der Mensch notwendig einen von Gott gewirkten innerlichen kraftvollen Zug an seinem Herzen erfahren muss, wenn er zu Jesus, der Welt Heiland, kommen will. Dieser Gnadenzug wird, nach der biblischen Heilsordnung, gewöhnlich dem Heiligen Geiste zugeschrieben (Joh. 16, 8-11.), da er aber eine Kraftäußerung Gottes des Vaters unsers Herrn Jesu Christi ist, so wird er in verschiedenen Stellen der Schrift ein Werk des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes genannt. (Joh. 5, 21; 6, 44. 63; 2. Kor. 3, 18; 2. Thess. 3, 5.)

Durch den Buchstaben A möchte ich nun einen Menschen bezeichnen, welcher diesen Gnadenzug Gottes an seinem Herzen erfährt, der ihn notwendig zu dem Herrn Jesus Christus führen wird, um von Ihm Leben und Seligkeit zu nehmen. Der Anfang dieses Werkes muss ohne Widerrede demjenigen, der es in seinem Herzen erfährt, deutlich bewusst werden. Es besteht in der Mitteilung eines gewissen Lichtes, dem die Seele zuvor ganz fremd war; indem die inneren Augen des Verständnisses plötzlich aufgetan werden und die Seele also erleuchtet wird, dass sie göttliche Dinge fassen und inne werden lernt.

Von Anfang ist dieses Licht nur schwach und unbestimmt, gleich dem Anbruch des jungen Tages, wenn es aber erst einmal aufgegangen ist, so wird es sich schon in der Seele ausbreiten, bis der helle Tag erscheint. Es wird gewöhnlich angenommen, dass das Bewusstsein des Sündenelendes das erste Werk ist, welches Gott in einer Seele wirkt, die er zu sich ziehen will; doch scheint mir dieses eine ungenaue Annahme zu sein; denn das Gefühl oder Bewusstsein der Sündhaftigkeit ist eigentlich nur ein Teil, oder vielmehr eine notwendige Folge jenes ersten Werkes, der Erleuchtung; und es gibt manche innere Bewegung, welche durchaus nicht ein Werk des Heiligen Geistes genannt werden darf, sondern von äußerlichen Veranlassungen herrührt und eben deshalb nur augenblicklich und vorübergehend ist, obgleich sie für den Augenblick auch wohl sehr schmerzhaft sein, und den Menschen veranlassen kann, Manches zu lassen, und Vieles zu unternehmen. Hierher könnte man alle jene so genannten Erweckungen zählen, welche aus dem täglichen Umgang mit frommen Leuten entstehen, ohne dass das Herz einen lebendigen Eindruck von dem Werke des Heiligen Geistes empfängt, woraus, besonders in abgeschlossenen Gesellschaften und Sekten, viel Maulchristentum entsteht, und denen, welche draußen sind, manche Veranlassung zur Lästerung des heiligen Namens Jesu Christi gegeben wird.

Um ein klares Bewusstsein unseres Sündenelendes zu erlangen, müssen wir uns notwendig zuvor richtige Begriffe von dem Gott machen, mit welchem wir es zu tun haben. Zwar kann man auch ohne diese Erkenntnis Gottes sich vor der Sünde als vor einer Gefahr scheuen, aber das wahre Wesen und die Abscheulichkeit der Sünde kann erst recht begriffen werden, wenn man sie der Heiligkeit, der Majestät, der Güte, der Treue und Wahrheit des Gottes gegenüber anschauen lernt, gegen den sie verübt worden ist. Keine äußerlichen Mittel, Gerichte oder Anstalten sind vermögend, eine solche Erkenntnis Gottes zu erwecken, oder ein so tiefes Bewusstsein des Sündenelendes hervorzubringen, wenn nicht das Licht und die Kraft Gottes im Innern es zeuget, und die äußerlichen Gnadenmittel, welche Gott verordnet hat und die Kirche darbietet, lebendig macht.

Das Gewissen und die natürlichen Leidenschaften des Menschen können zwar durch äußere Veranlassungen insofern bearbeitet werden, dass das Verlangen der Seele und die natürlichen Anstrengungen derselben etwas Besseres zu wollen und zu tun angeregt werden; wenn diese inneren Bewegungen aber nicht aus einer geistigen Erkenntnis der höchsten Vollkommenheit Gottes, wie Er sich in Seinem heiligen Worte offenbart hat, hervorgehen, so müssen sie notwendig über - kurz oder lang ganz aufhören, und der also bewegte Mensch wird zu seinem früheren unordentlichen Wesen zurückkehren (2. Petr. 2, 20), oder er wird in eine selbstgerechte Form der Gottseligkeit versinken, die sein Inneres ohne Liebe und Kraft Gottes, also unfruchtbar lässt. (Luk. 18, 11.)

Da es nun so Vieles in der Verkündigung des Evangeliums gibt, das neben seiner Hauptbestimmung, das Inwendige des Menschen zur aufrichtigen Liebe zu Gott zu erwecken, auch die natürlichen Gefühle des Menschen leicht bewegt, so kann man die sich so oft wiederholenden Verwechselungen der natürlichen Gefühle mit der Arbeit des Heiligen Geistes und den daraus herstammenden Rückfall zur Sünde der Welt, welchen man bisweilen bei solchen antrifft, die sich zum Herrn einmal bekannt hatten, nur mit höchster Wehmut beklagen, wird sich aber nicht darüber wundern, wenn man die große Blindheit des natürlichen Menschenherzens bedenkt. Denn obgleich die ausgestreute Saat des Wortes Gottes wohl in einem Herzen aufgehen und eine kurze Zeit grünen mag, so wird sie doch bald wieder verwelken, wenn das Wort des Lebens in der Tiefe des Herzens nicht Wurzel fassen konnte. Aus dem ersten Bekenntnis zu Christo kann ein Mensch den Andern nicht leicht beurteilen oder erkennen, ob das Werk wirklich im Geiste des Gemütes Wurzel gefasst hat, aber „der Herr kennt die Seinen und ist ihnen bekannt;“ wo es nun ein wahrhaftes Werk des Heiligen Geistes ist, da wird es auch der Seele, die solches erfährt, ein von Gott gegebenes sicheres Angeld der ewigen Seligkeit werden.

Da sich Gott nur vermittelst der in der Heiligen Schrift enthaltenen Wahrheiten den Menschen offenbart, so führt das auf diese Weise empfangene innerliche Licht die Seele zur Heiligen Schrift, und bald wird eine so bearbeitete Seele alle Grundwahrheiten des geschriebenen Wortes Gottes verstehen und mit denselben übereinstimmen; denn das lebendige Wort im Innern legt ihr dieselben aus. Die Abscheulichkeit der Sünde wird erkannt, und das Verderben des Herzens tief gefühlt. Zwar entstehen zuweilen noch einige schwache Versuche, die Gunst Gottes durch Gebet, durch Buße, durch Umkehr zu erwerben, aber es dauert gewöhnlich nicht sehr lange; denn alle solche Versuche werden in der Erfahrung als eitel und erfolglos befunden. Ermüdet von eitlen Anstrengungen sieht die Seele, wie das blutflüssige Weib, Mark. 5, 26, dass sie von den vielen Ärzten viel erlitten hat, und dass all ihre natürlichen Kräfte darob verzehrt sind, und ihr Alles nichts geholfen hat, sondern es vielmehr immer ärger mit ihr wird;“ darum entschließt sie sich endlich die freie Gnade Gottes in Christo Jesu, wie sie das Evangelium darbietet, anzunehmen.

„A“ kann insofern bald ein Gläubiger genannt werden, denn er glaubt an das Wort Gottes, er sieht und beurteilt alle Dinge, wie sie darin beschrieben sind, er hasst und meidet die Sünde, weil er weiß, dass sie Gott missfällig und Seinen Geboten zuwider ist; er nimmt gläubig die in der Schrift dargereichte Beschreibung des Sohnes Gottes als der Welt Heiland an; sein Herz ist bewegt und in Liebe zu Jesus gewandt, denn es erkennt Seine Herrlichkeit und Seine Liebe zu armen verlorenen Sündern; darum wagt er es auf Seinen Namen und Seine Verheißungen hin, worauf er allein sich stützen kann, sich dem Gnadenthrone Gottes zu nahen; täglich sieht man ihn mit großem Fleiß jede Gelegenheit benutzen, die ihn zum Wachstum in der Gnade aufmuntern könnte; er liebt die Kinder Gottes, hält sie für das auserwählte Volk, und hat nur in ihrem Umgange Vergnügen. Er verlangt, wartet und bittet um einen Anteil an den Segnungen, deren er sie teilhaftig glaubt, und seine innere Sehnsucht kann sonst mit nichts befriedigt werden. Er ist vollkommen davon überzeugt, dass Jesus Macht genug hat ihn zu retten, aber seine Unerfahrenheit in den Wegen Gottes, so wie die heimliche Neigung seines Herzens zur Selbstgerechtigkeit und zu den gesetzlichen Wegen, macht ihm noch manche schwere Stunde, denn die Erinnerung an begangene Sünden und das Bewusstsein der noch vorhandenen Verderbtheit des Herzens veranlassen ihn oft zur Frage: ob der Herr einen solchen auch selig machen wolle; und da er die unendliche Fülle der Gnade und die Unveränderlichkeit der Verheißungen Gottes noch nicht kennt, so fürchtet er, dass der barmherzige Heiland ihn von Seinem Throne weisen könnte.

Es gefällt aber dem Herrn den, der noch jung und unerfahren in der Erkenntnis des Evangeliums, mit seinen Sünden schwer beladen einhergeht, und oft von den Versuchungen des Teufels geplagt wird, von Zeit zu Zeit durch die Mitteilung Seines freudigen Geistes zu erquicken, denn er weidet seine Herde wie ein Hirte, er sammelt die Lämmer in seine Arme, und trägt sie in seinem Busen“ (Jes. 40, 11), und schützet ihn, dass er nicht von zu großer Traurigkeit verschlungen werde. Zuweilen wird das Herz im Gebet gestärkt, zuweilen durch Anhören der Predigt des Wortes, oder irgendeine gnädige Verheißung wird ins Gedächtnis gerufen, und dient der Seele zur kräftigen und süßen Speise. Die Seele verkennt aber gar leicht den Zweck dieser Tröstungen, welche ihr nicht gegeben sind, um sich daraus ein Ruhekissen zu machen, sondern dass sie wachse und fortschreite; darum hält sie sich zu früh für sicher und geborgen, und schmeichelt sich mit der Hoffnung, dass dieses Gefühl des Naheseins des Herrn immer bleiben werde. Aber nicht lange nach solchen Fehlgriffen in der Erkenntnis spürt sie eine merkliche Veränderung im Innern. Die empfindlichen Tröstungen hören auf, die Seele hat keine Kraft und Lust mehr zum Gebet, kein Aufmerken auf das Wort Gottes; die inwohnende Sünde erwacht mit neuer Kraft, und auch die Anfechtungen des Feindes kehren mit doppelter Stärke wieder zurück.

Hierüber in große Unruhe gebracht, verliert ein so bearbeiteter Mensch nur zu leicht allen Mut, seine früheren Hoffnungen hält er für Anmaßung, seine empfindlichen Tröstungen für Täuschung1). Beständig trachtet er nach lebhaften Gefühlen, und sucht in ihnen eine Bürgschaft für die Wahrheit der freien Gnadenverheißungen der Schrift. Das kommt daher, weil er sich noch zu kleinliche Begriffe von der Gnade des Erlösers macht; er erkennt nicht die Übereinstimmung und Herrlichkeit der Eigenschaften Gottes, wie sie sich in der Erlösung des Sünders offenbaren; er seufzt nach der Gnade und fürchtet, dass die Gerechtigkeit ihn verdammen werde. Er erkennt noch nicht, dass ihn der Herr eben durch diesen Wechsel in den Gefühlen und Erfahrungen im inneren Leben auferzieht und fördert ; denn er empfängt Gnade von Jesus, wodurch er gekräftigt wird gegen die Anfechtungen der Sünde zu kämpfen; sein Gewissen wird sehr zart, und seine Leiden sind hauptsächlich geistlicher Art; ja er fühlt eine gewisse Zuversicht, dass wenn er nur ein sicheres und bleibendes Bewusstsein der Annahme in dem Geliebten erlangen würde, er nicht leicht durch äußere Leiden in seinem inneren Frieden gestört werden könnte.

So schwach auch immer sein Glaube sein mag, und so sehr das gesetzliche Wesen, welches ihm viel Aufenthalt verursacht, in ihm vorherrschend ist, so gibt es doch in den Erfahrungen eines Menschen, auf dieser ersten Stufe der Entwicklung des inneren Lebens, Manches, dessen er sich auch noch wird freuen dürfen, wenn er in der Erkenntnis und im Glauben durch reifere Erfahrung mehr gefördert sein wird; hierher rechne ich vorzüglich den Hunger und Durst, womit er die von Gott gegebenen Gelegenheiten benutzt, um seinen von allen Seiten angefochtenen Glauben zu stärken; das ernste Verlangen seiner Seele nach der lauteren Milch des Evangeliums, die sich mit einer solchen Begierde danach streckt, wie ein Kind nach der Brust der Mutter verlangt. Er zählt die Stunden von einer Gelegenheit zur andern, und die Freude seines Herzens, wenn er das Wort Gottes anhören darf, liest man deutlich in seinen Gesichtszügen. Er zeichnet sich auch durch einen tätigen Eifer in der Verbreitung der heilsamen Erkenntnis aus, und macht aus Mangel an Erfahrung in den Wegen des Herrn manchen vergebenen Gang, der denn freilich, weil er nur der Gang eines willigen Menschen war, ohne Nutzen für Andere bleibt; und oft dem gutmeinenden Eiferer manche schwere Stunde macht, die er sich mit mehr Weisheit hätte ersparen können. Obgleich aber seine Liebe zu den Seelen seiner Brüder, und sein Eifer für die Ehre seines Gottes nicht ganz weise ist, und auch oft von sündhaften Bewegungen der Eigenliebe getrübt wird, so sind doch die ersten Beweggründe derselben Liebe zu seinem Heilande, und darum darf man ihn nicht ganz verwerfen2). (Joh. 18, 10.)

Die Gnade Gottes wirkt auf Kopf und Herz. Starke Bewegungen des Herzens, ohne eine gleichmäßige Erleuchtung des Verstandes, führen höchstens zum Aberglauben und zur Schwärmerei; und eine vorherrschende Entwicklung des Verstandes mit Vernachlässigung oder gar Dämpfung der zarteren Bewegungen der Liebe im inwendigen Menschen, muss notwendig einen Heuchler gebären. Der wahre Gläubige wird durch die Gnade Gottes in beiden Beziehungen erneuert, indessen müssen wir doch nicht vergessen zu bemerken, dass unser Freund „A“, obgleich er nicht ganz ohne Erkenntnis ist, doch noch viel mehr in unbestimmten Gefühlen lebt. Wenn das Werk der Gnade aber fortschreitet, so scheint der Fortschritt mehr im Kopf als im Herzen zu sein, obgleich eine zarte Liebesneigung zum Herrn nie ganz fehlen darf. Der alte erfahrene Christ hat gewöhnlich bewusstere, klarere und zusammenhängendere Einsichten in die Herrlichkeit, welche sich voller Gnade und Wahrheit in Christo offenbart hat, und eine tiefere Erkenntnis des Geheimnisses der versöhnenden Liebe, darum ist seine Hoffnung fester, seine Übergabe an Gott stiller, und sein Friede und die innere Kraft anhaltender, gleichförmiger, stärker, als es bei einem jungen Christen der Fall sein kann; wogegen der Letztere durch die Kraft der ersten Liebe oft Manches voraus hat. Ein mit reifen Früchten beladener Baum hat mehr Wert als ein Baum in der Blüte, aber auch dieser hat seine eigentümliche Schönheit, und alle jene Früchte waren doch schon in der Blüte vorhanden. Blüte und Frucht kommen, Eins wie das Andere, vom Herrn, darum gebührt Ihm für beides die Ehre. Unser Freund „A“ ist jetzt in der Blütezeit seines Christentums, und durch die Gnade und den Segen des himmlischen Vaters wird auch er im Alter Früchte tragen. Sein Glaube ist schwach, aber sein Herz ist warm. Selten wird er es wagen, sich für einen Gläubigen zu halten, aber er sieht und fühlt und handelt, wie nur der kann, mit dem der Herr ist. Das innerste Verlangen und Sehnen seiner Seele fragt unaufhörlich nach Gott und nach dem Worte Seiner Gnade. Seine Erkenntnis ist nur gering, aber sie wächst und nimmt zu mit jedem Tage. Wenn er auch kein Vater oder Jüngling in Christo genannt werden darf, so ist er doch ein liebes Kind. Der Herr hat sein Herz heimgesucht, ihn von der Liebe zur Sünde erlöst, und sein Verlangen nach Jesus Christus allein rege gemacht. Die Schuppen fallen allmählig von seinen Augen, die Banden der Sünde und des Todes weichen, die langersehnte Stunde der Erlösung naht, und es wird ihm bald, aus neuen Entdeckungen, welche er in dem teuer werten Evangelio machen wird, die Gnade zu Teil werden, der Vergebung aller seiner Sünden und seiner Annahme in dem Geliebten gewiss zu werden; ja, seine Seele wird dann Ruhe finden in der vollkommenen, freien Gnade Gottes in Christo Jesu. (Eph. 2, 8. 9.)

Wir werden ihn dann in einem zweiten Briefe unter dem Namen „B“ näher kennen lernen, wenn es Ihr Wille ist, dass ich diesen anziehenden Gegenstand weiter fortsetzen soll.

1)
Diese Mutlosigkeit stammt aber aus Mangel an gründlicher Demut, denn wer sich seiner Unwürdigkeit vor Gott bewusst ist, der kann sich nicht wundern, wenn ihn Gott auch ganz verlassen würde; sondern sieht es als eine gerechte Strafe seiner Untreue an, und beugt sich still unter die gewaltige Hand Gottes.
2)
Denn der schwache Glaube ist doch auch ein Glaube. Jes. 42, 3.
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