MacDuff, John - Abendopfer - 9ter Abend. Um Frieden im Glauben
„Am Abend will ich beten“
„Nun wir denn sind gerecht geworden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesum Christum.“ Röm. 5, 1.
Gnädiger Gott, ich möchte diesen aufs Neue verlebten Tag mit Dir beschließen. ich begehre meine Augen auszuschlagen zu Dir, durch Jesum Christum, Deinen geliebten Sohn, und durch diesen Namen Teil zu nehmen an dem Frieden, welcher höher ist, denn alle Vernunft.
Es gibt keine andere Zuflucht für die sündenbeladene, zerschlagene Seele. Vergebens versuche ich inmitten des Gewühls irdischer Sorgen und Freuden meiner Seele zuzurufen: Friede! Friede!
Dort ist kein Friede! Aber indem ich auf Dein vollendetes Werk und Deine ewige Gerechtigkeit mich stütze, o geliebter Heiland, habe ich den Frieden, den die Welt nicht kennt, und welcher mich in den Stand setzt, mich zu erheben über alle Veränderungen und Wechselfälle dieses unbeständigen Lebens. Ich begehre mit dankbarem Herzen allezeit eingedenk zu sein, dass dieser Friede mir erkauft worden ist mit dem Blute des Kreuzes und dass der mir bleiben wird, so sicher und gewiss, wie die Macht und Weisheit, welche ihn mir erworben hat, ewig treu ist.
Du großer Friedensfürst, welchem Gott die Macht und Herrschaft gegeben hat über Alles, ich will mein Glaubensauge unverwandt auf Dein blutiges Opfer am Kreuze richten! Lass den Gedanken, dass Du Alles vollbracht, Alles gelitten, Alles für mich erworben hast, jede Furcht des Kleinglaubens von mir verscheuchen. Gerechtfertigt durch den Glauben, habe ich Frieden mit Gott, durch unsern Herrn Jesum Christum. Ich freue mich in dem Reichtum Deiner Verheißungen, welche alle sind Ja Amen denen, die da glauben. Der Menschen Wort ist ungewiss, der Menschen Treue ist wandelbar und schwankend, aber das Wort des Herrn ist geläutert. Deine Treue währt von Geschlecht zu Geschlecht, ja von Ewigkeit zu Ewigkeit. mein Gott, bereite mich immer
mehr zu der unvergänglichen Freude, die Dich als ihr ewiges Erbteil liebend umfasst! - Lass mich gegenüber Deiner Gnade alles andere für Nichts achten. Alle andern Stützen mögen brechen, alle andern Zufluchtsstätten trügen, Du bist und bleibst meines Herzens Trost und Teil immer und ewig.
Schenke mir die Gnade, tätig zu sein in Deinem Dienste, so lange es noch heute heißt. Die Zeit entflieht und die Gelegenheit zu wirken eilt schnell dahin, als flögen wir davon. Die Nacht kommt, da Niemand wirken kann. Möchte die Einfalt des Glaubens sich in mir erstarken durch treueste Übung jeglicher christlichen Tugend und stetigen Fortschritt im himmlischen Wandel! Möchte ich treulichst verwerten die von Dir mir anvertrauten Pfunde und nimmer müde werden, Gutes zu tun. O Herr, bewahre mich vor jeder ungöttlichen Regung und unchristlichen Tat. Mache mich einfältig, innig abgeschieden, sanfte und voll stillen Frieden; mach mich reines Herzens, dass ich Deine Klarheit schauen mag im Geist und Wahrheit. Lass mein Herz himmelwärts wie ein Adler schweben und in Dir nur leben!
Für alle meine Geliebten erfleh' ich Deinen reichsten Segen. Schütze sie durch Deine Gnade wie mit einem Schilde, heilige sie durch und durch nach Geist, Seele und Leib, versiegle sie auf den Tag der ewigen Erlösung. Segne alle Betrübten; gib ihnen reiche Erquickung aus dem Brunnen Deines ewigen Trostes. Lehre sie einzig Deine liebende Hand erkennen in allen ihren Prüfungen und in Ergebung rufen: Herr, Dein Wille geschehe!
Herr, nimm mich in dieser Nacht in Deine Gnadenhut, lass sanft mich einschlafen unter Deinem Gruße: Friede sei mit Euch! Und wenn die Pforten des Morgens sich öffnen, lass mich Dein Wort hören: Mein Angesicht soll mit dir gehen! Herr, höre und erhöre, und antworte meinem Gebete mit Deinem Ja und Amen, um Jesu willen. Amen.
Mein Gebet müsse vor Dir taugen wie ein Räuchopfer, meiner Hände Aufheben wie ein Abendopfer!