MacDuff, John Ross – Abendopfer - 18ter Abend. Um tägliches Sterben

MacDuff, John Ross – Abendopfer - 18ter Abend. Um tägliches Sterben

„Am Abend will ich beten“

Ich sterbe täglich.“ 1. Kor. 15, 31.

O allmächtiger Gott, Vater aller Barmherzigkeit, Gott aller Gnaden, ich bitte Dich, Du wollest auf mich herabblicken zu dieser Stunde in Deiner großen Güte, und mich die Süßigkeit Deiner Nähe schmecken lassen. Ich trete heran zu Dir mit dem Bekenntnis meiner großen Unwürdigkeit. Vergib, Du Herr der Gnade, meine vielen und groben Sünden und Versuchungen in Gedanken, Worten und Werken, wasche ab alle Flecken, womit ich an dem verflossenen Tage meine Seele verunreinigt habe. Wenn Du mich zur Rechenschaft zögest auch nur für die Handlungen einer einzigen Stunde, wie könnte ich vor Dir bestehen! Ich bin ein Wunder der Barmherzigkeit, bewahrt, getragen von Deiner Langmut von einem Tag zum andern und aufrecht gehalten einzig durch Deine Macht.

Gnädiger Heiland! Wohin sollte ich diese Nacht meine Zuflucht nehmen, wenn Du nicht wärest? Du bittest für mich, wie Du vor Alters batest für den Petrus, dass mein Glauben nicht aufhören möge. Ich bin selig in dem Gedanken, dass dieselbe Hand, die einst für mich am Kreuze ausgestreckt war, jetzt erhoben ist in Fürsprache der Liebe vor dem Throne des Richters und dass der, welcher für mich ist, größer ist denn alles, was gegen mich sein kann. O stärke mich mit aller Macht Deines Geistes an dem inwendigen Menschen. Unterdrücke die böse Lust, kreuzige alle Sünden und Begierden. Gib, dass ich der Welt absterbe, dass ich fliehe ihre verführerischen Trugbilder und mich nicht teilhaftig mache ihres sündlichen Wesens und Treibens. Lass das eigene sündhafte Ich in allen seinen verschiedenen Formen und Gestalten gekreuzigt werden, auf dass der Name Gottes an mir verklärt und gepriesen werde, und Christus in mir eine Gestalt gewinne. Komm, o Herr! prüfe mich und erforsche mein Herz, prüfe mich und erfahre, wie ich es meine. Lass mich beständig und gründlich vor Allem die Sünde hassen, deren Anfechtungen ich am meisten aus. gesetzt bin. Lass mich stets eine heilige Wachsamkeit über mein Herz ausüben. Gib nicht zu, dass irdisches Glück und Wohlergehen mich an diese Erde und ihre Güter fesseln und mein Herz von den himmlischen Dingen entfremden möge. Wenn Du mich mit irdischen Gütern überschüttest, dann lass mich doch stets daran denken, dass die Dinge dieser Welt zeitlich und vergänglich sind, und lass es meine höchste Lust bleiben, Deine Gaben zu Deines Na mens Ehre und Verherrlichung zu gebrauchen. Wenn Du Prüfungen mir schickst, dann lass mir dieselben eine friedliche Frucht der Gerechtigkeit bringen, nämlich kindliches Vertrauen in Deine Wege. Lass mich stets eingedenk sein, dass ich als ein Pilgrim nach der himmlischen Stadt nicht zu trachten habe nach dem, was auf Erden, sondern nach dem, das droben ist. Lass mich vorwärts blicken auf jene herrliche Zeit hin, wo dem Verderben dieser Zeit entronnen, ich gewaschen von allen Sünden fleckenrein stehen werde vor Deinem Thron. Mache mich immer mehr himmlisch gesinnt, lass mich treten in die Fußstapfen dessen, der da sanftmütig war und von Herzen demütig.

O gib mir einen himmlischen Geist schon diesseits des Grabes, auf dass, wenn die Stunde schlägt, wo ich die Fluten des Todesstromes überschreiten muss, ich gewiss sein darf, einem fröhlichen Willkommen entgegenzugehen, welches mich an den Ufern des Jenseits erwartet, und dem köstlichen Gruße meines Heilandes: „Gehe ein zu deines Herrn Freude!“

Erbarme Dich der Welt, die im Argen liegt! Siehe gnädig hernieder auf die sorglosen Sünder, wecke sie aus ihrem Sündenschlaf, stärke die Schwachen, stehe den Armen und Hilflosen bei mit Deiner Kraft und Gnade. Segne Deine Kirche an allen Enden der Erde! Mögen die Diener Deines Wortes nie suchen ihre eigene Ehre, auf dass der Name ihres Gottes und Herrn an ihnen gepriesen werde.

Birg mich, o birg mich, Du König der Könige, unter dem Schatten Deiner Flügel, und erhöre all mein Bitten und Flehen heute und alle Tage, um Jesu willen. Amen.

Mein Gebet müsse vor Dir taugen, wie ein Räuchopfer, meiner Hände Aufheben wie ein Abendopfer!

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