MacDuff, John Ross – Abendopfer - 16ter Abend. Um Sieg über die Sünde.

„Am Abend will ich beten“

Denn die Sünde wird nicht herrschen können über euch.
Röm. 6, 14.

Deinem heiligen Auge o Gott, ist Sünde und Ungerechtigkeit ein Gräuel. Der Böse kann nicht bleiben vor Dir und die Gottlosen können nicht in Deiner Gegenwart stehen; denn Du bist nicht ein Gott, dem gottloses Wesen gefällt. Wer böse ist, der bleibt nicht vor Dir. Du hast es feierlich erklärt: „Du kannst in keinerlei Weise tilgen deine Schuld!“ Herr, ich freue mich, dass ich mich Dir im Namen dessen nahen darf, durch den wahrhaftig alle meine Schuld getilgt ist und durch den das Unmögliche möglich geworden, dass ein heiliger und gerechter und Sünde hassender Gott so gerecht und getreu sein kann, dass er den Gottlosen rechtfertigt aus Gnaden.

Ich begehre dankbar anzubeten vor Dir, für all die Güter und Gaben Deiner Schöpfung und Vorsehung. Du hast mich mit Deinen Wohltaten überhäuft. Meine Vergangenheit ist eine Kette von Erweisungen Deiner Liebe. Beim Rückblick auf mein Leben finde ich nichts als eine Fülle unverdienter Güte, „Gnade um Gnade.“ Unter dem mannigfachsten Wechsel hienieden ist doch keine Veränderung bei Dir gewesen, kein Wechsel des Lichts und der Finsternis, kein Abwenden des Auges, kein Ermüden in der Geduld, kein Entfremdetwerden durch meine Entfremdung. Bei allen Wandlungen meines zum Fallen und Irren so geneigten Geistes, kann ich doch über das Denkmal meiner Vergangenheit die Inschrift setzen: Aber Du bleibst, wie Du bist.

Mit demütiger Rene beklage ich meine Undankbarkeit und Sünde, die verzweifelte Verdorbenheit und Treulosigkeit meines Herzens, die Herrschaft der Selbstsucht in mir und die Entfremdung meiner Gefühle und Empfindungen von Dir ihrem rechtmäßigen Herrn und Herrscher. - Wie oft bin ich in der Stunde der Versuchung, eine leichte Beute, der Sünde zum Opfer gefallen! - wie oft habe ich in Gedanken, Worten und Werken Deinen heiligen Namen entheiligt und deine treue Liebe mit schändlichem Undank vergolten. Vater, ich habe gesündigt in den Himmel und vor Dir, ich bin hinfort nicht wert, dass ich Dein Sohn heiße.

Gib mir wahre Reue und Buße über das Vergangene, flöße mir für die Zukunft neue Vorsätze des Gehorsams ein. Ohne Deine Gnade und Versöhnung kann ich nicht im Frieden leben, noch im Frieden sterben. Mein Schreien soll sein: Mehr Gnade! mehr Gnade! Lass mich jeden Tag neue Siege über die Sünde gewinnen, und meine Seele täglich neu erfüllt werden von himmlischen Gedanken und Entschließungen. Lass mich erfahren die alles Andere verscheuchende Kraft Deiner immer neu in mich hinein sich ergießenden Liebe. Entthrone in mir die Welt. Unterjoche die Feinde. Gib mir größere Gewissenszartheit, sorgfältigere Achtsamkeit auf mich selbst beim Nahen der Versuchung und lehre mich den Versuchungskünsten des Versuchers stets mit der Antwort entgegenzutreten: „Wie sollte ich ein so großes Übel tun und wider den Herrn, meinen Gott, sündigen!“ Lass mich lieber alles willig darangeben, als verlassen Deine Wege. Lass mich alle meine Pflichten und Werke heiligen durch deine Gnade und mit Hoffnungsblicken auf die Zeit hinausschauen, wo mein Wille mit dem Deinigen, Du heiliger Gott, völlig eins und keine Sünde im Stande sein wird, die Gemeinschaft mit Dir zu trüben und mir Deine Liebe zu entziehen.

Segne alle meine teuren Freunde. Möge der Segen des Gottes Jakobs, des Vaters alles dessen, was Kinder heißt im Himmel und auf Erden, auf ihnen ruhen! Erfülle ihre Seelen mit Friede und Freude im Glauben. Lass sie und mich mit Freude unverwandt schauen auf jenen wolkenlosen Morgen, der keinen Wechsel mehr kennt, wo der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerzen wird mehr sein, weil das alte Wesen der Sünde völlig vergangen ist. Das Alles bitte ich um Jesu willen. Amen.

Mein Gebet müsse vor Dir taugen wie ein Räuchopfer, meiner Hände Aufheben wie ein Abendopfer!

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