MacDuff, John Ross – Abendopfer - 15ter Abend. Um Wegweisung in schwerer Zeit
„Am Abend will ich beten“
„Tue mir kund den Weg, darauf ich gehen soll, denn mich verlangt nach Dir.“
Ps. 143, 8.
Gott, Deine Gnade ist Leben, Deine Liebesfreundlichkeit ist besser, denn Leben. Deine Güte ist alle Morgen über mir neu und Deine Treue alle Nacht. Du hast von den frühesten Tagen der Kindheit an mit mehr denn Vatertreue über mir gewacht. Die Freundlichkeit des Gütigsten auf Erden war wie die kälteste Gleichgültigkeit im Vergleich mit Deiner Liebe. Mein Herz ist erfreut, dass ich in den wunderbaren Führungen meines vergangenen Lebens die sichtbaren Fußstapfen Deiner Liebe entdecken, und furchtlos mein Vertrauen und meine Zuversicht für die Zukunft auf Dich bauen kann.
Du bist ein Geber reicher Gaben. Keiner ist so mächtig, keiner so willig, mich in Verlegenheiten zu beraten, aus jeder Gefahr zu erlösen und inmitten der Veränderlichkeiten dieses wechselvollen Lebens zu unterstützen. Welch ein sicherer Ankerplatz inmitten der rastlos sich überstürzenden Wellen dieser veränderlichen Welt: „Er sitzt im Regimente und macht Alles wohl!“
Rüste mich aus mit Deiner Kraft, damit ich tüchtig werde, dem Herrn, meinem Gott, zu folgen, nicht nur auf ebener und gebahnter Straße, sondern selbst, wenn der Pfad rau und der Weg dornig ist. Gib, dass ich mit kindlichem Vertrauen mich auf die weisen Absichten Deiner väterlichen Schickungen völlig verlasse. Ich weiß es ja und freue mich darüber, dass Alles, was Du Deinem Bundesvolke verordnest, zum Besten und nicht zum Bösen ausschlagen wird.
O gnädiger Jesus, der Du bist die wahrhaftige Wolkensäule bei Tag und die Feuersäule bei Nacht, gehe stets vor mir her bei allen meinen Wanderungen durch die Wüste dieses irdischen Lebens. Nur da will ich mein Lager aufschlagen, wohin Du mich führst, und nur dann mein Zelt abbrechen, wenn Du befiehlst, dass ich weiter ziehen soll. Lass mich das verborgene Glück empfinden, keinen anderen Willen als den Deinigen zu kennen; lass es in allen Dingen mein einziges Bestreben sein, nur der leitenden Stimme und den Fußstapfen des großen Hirten der Schafe zu folgen. Sollte etwas in Deinen vorsehungsvollen Führungen mir noch dunkel und rätselhaft erscheinen, so lehre mich in kindlicher Einfalt sagen: „Ich bin zerschlagen, tritt Du für mich ein. Mein Herz ist beklommen, führe mich zu dem Felsen, welcher höher ist als ich. Birg mich in den Spalten des geschlagenen Felsens, lass mich die Freude empfinden, dort sicher geborgen zu sein, bis alle irdischen Trübsale vorüber gerauscht sein werden.“
Vergib gnädig alle Sünden dieses vergangenen Tages, was ich begangen in Gedanken, Worten und Werken, - vergib mir all meine Selbstsucht und Lieblosigkeit, all meinen Stolz, und meine Eitelkeit, alle meine Tadelsucht und Rücksichtslosigkeit in Betreff der Wünsche und der Gefühle Anderer. Teurer Jesus, lass mich Deinen heiligen Fußstapfen immer näher kommen und Deines himmlischen Geistes immer mehr teilhaftig werden.
Segne alle die, welche in Sorgen und Betrübnis sind, heilige sie in ihren Prüfungen, und lehre sie Dein „Nahe bei uns sein“ in Allem erkennen. Bereite die Sterbenden auf den Tod vor, und erhalte ihnen Dein heilschaffendes Leben.
Bedecke in dieser Nacht alle, welche mir angehören, mit dem Schilde Deiner schützenden Vorsehung, lehre sie ihren Weg Dir befehlen und führe Alles zu ihrem Besten hinaus. Erhalte sie in Deinem Worte, dass ihr Fuß nicht straucheln möge auf dem Wege.
Wache über mir während der Stunden bewusstlosen Schlafes, und wenn alle meine Tage und Nächte auf Erden einst ein Ende haben, dann lass mein Erbe sein Deine Gnadengegenwart in einem wolkenlosen und nachtlosen Himmel, durch Jesum Christum, meinen hochgelobten Herrn und Heiland, welchem sei Ehre in Ewigkeit! Amen.
Mein Gebet müsse vor Dir taugen wie ein Räuchopfer, meiner Hände Aufheben wie ein Abendopfer!