MacDuff, John - Abendopfer - 12ter Abend. Um Dankbarkeit
„Am Abend will ich beten“
„Lobe den Herrn meine Seele, und vergiss nicht, was Er dir Gutes getan hat.“ Ps. 103, 2.
Um Dankbarkeit.
Du allmächtiger Gott, sei Du mir nahe zu dieser Stunde, und nimm mein Abendopfer gnädig an! Ich bringe Dir Lob, Preis und Dank für alle Deine irdischen Gaben, für Essen und Trinken, Kleider und Schuh, Haus und Hof, gute Freunde, getreue Nachbarn, Gesundheit des Leibes und der Seele, für alle die unverdienten Segnungen, womit Du mich täglich und reichlich überschüttet hast. Ja, Deine Güte ist alle Morgen über mir neu geworden. Tag und Nacht hat Deine Treue mich umfangen. Du hast es mir an keinem Gute mangeln lassen. So mannigfach mein Bedürfen, so reich war Deine Gabe. So groß mein Begehren, so unerschöpflich Dein Lieben. Mit dankbarem Herzen muss ich mein Ebenezer aufrichten und sagen: „Bis hierher hat der Herr geholfen!“
Und indem ich Deiner bewiesenen Treue gedenke, kann ich auch für die Zukunft mich vertrauensvoll auf Dich allein verlassen. Gib mir nur, dass ich aus Dankbarkeit alle die mannigfaltigen Gaben, die Deine Freigiebigkeit mir verliehen hat, anwende zu Deines Namens Ehre. Lass mich stets bedenken, dass ich nur ein Haushalter und Dir für Ales, was ich besitze, verantwortlich bin. Lass mich nur nicht die Gaben, welche Du in meine Hand gelegt hast, selbstsüchtig zu meiner Ehre benutzen, sondern dieselben einzig in Deinem Dienste und zum Besten meiner Nebenmenschen gebrauchen, damit, wenn Du kommst, um Rechenschaft von mir zu fordern, ich könne Rechnung legen von meinem Haushalt und Dein Pfund Dir mit Wucher zurückerstatten.
Aber indem ich Dich lobe für alle Deine reichen Gaben, muss ich doch Dich darum am meisten preisen, dass Du die unaussprechliche Gabe, Deinen einigen Sohn uns gegeben. Wo würde ich sein, wenn Er nicht wäre? Wie traurig würde meine Vergangenheit, wie hoffnungslos und trübe meine Zukunft sein! Dank, ewiger Dank sei unserm Gott für Seine unaussprechliche Gabe! Lass mich empfinden, mehr als ich es bisher getan, den überschwänglichen Reichtum Deiner Güte, welche sich offenbart durch Jesum Christum, meinen Heiland. Lass alle Deine Schickungen mir dazu dienen, dass meine Liebe zu Jesu erprobt und geläutert werde und dass ich an Ihn mich klammere mit dem ganzen Ernste meines Willens und der ganzen Kraft meines Herzens. Lass keine Güter dieser Erde, die ich von Deiner Hand empfangen habe, mich von dem Geber abziehen, sondern mache sie mir lediglich wertvoll als Gaben Deiner Liebe, die mir um des Kreuzes willen zuflossen. Lehre mich inmitten aller Versuchungen des Lebens gläubig aufschauen auf Den, der in Allem versucht ist und gelitten hat gleich wie wir, und bei allen Tränen mich der Tränen getrösten, die Jesus für mich geweint, da Er sich selbst mit starkem Geschrei und Tränen seinem Vater für mich opferte.
Lass mich unter den wechselnden Erscheinungen dieses Lebens empfinden, dass Alles, was ich geneigt bin als Schicksal zu bezeichnen, nichts anders ist als die Bestimmung Deiner Weisheit, und dass, was mir hienieden noch dunkel ist, einst im Lichte offenbar werden wird, wenn der Morgen der Ewigkeit anbrechen und ich anlangen werde an den Perlen-Toren der himmlischen Stadt, wo alle Herzen von Lob und Dank überfließen und in das freudige Bekenntnis ausbrechen: Der Herr hat alles wohlgemacht.
Segne meine geliebten Freunde, lasse sie wachsen in Deiner Furcht und alle mit mir als reife Garben in Deiner himmlischen Scheuer eingesammelt werden, zum Preise Deines herrlichen Namens bei der Erscheinung unseres Herrn Jesu Christi.
Ich befehle mich, gnädiger Gott, Deinem väterlichen Schütze; lass mich diese Nacht einschlafen mit dem seligen Bewusstsein, dass ich in Deiner Liebe wohl geborgen bin; und wenn es Dein Wille ist, dass ich das Licht des morgenden Tages erblicken soll, dann rüste Du mich auch aus mit Kraft, zu tragen alles das, was Du mir schicken möchtest. Erhöre mich um Jesu willen. Amen.
Mein Gebet müsse vor Dir taugen wie ein Räuchopfer, meiner Hände Aufheben wie ein Abendopfer!