Gerok, Karl von – Andachten zum Psalter - Psalm 118.
(1) Dankt dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währt ewig. (2) Es sage nun Israel: Seine Güte währt ewig. (3) Es sage nun das Haus Aarons: Seine Güte währt ewig. (4) Es sagen nun, die den Herrn fürchten: Seine Güte währt ewig. (5) In der Angst rief ich den Herrn an, und der Herr erhörte mich, und tröstete mich. (6) Der Herr ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht; was können mir Menschen tun? (7) Der Herr ist mit mir, mir zu helfen; und ich will meine Lust sehen an meinen Feinden. (8) Es ist gut, auf den Herrn vertrauen, und sich nicht verlassen auf Menschen. (9) Es ist gut, auf den Herrn vertrauen, und sich nicht verlassen auf Fürsten. (10) Alle Heiden umgeben mich, aber im Namen des Herrn will ich sie zerhauen. (11) Sie umgeben mich allenthalben, aber im Namen des Herrn will ich sie zerhauen. (12) Sie umgeben mich wie Bienen, sie dämpfen wie ein Feuer in Dornen, aber im Namen des Herrn will ich sie zerhauen. (13) Man stößt mich, dass ich fallen soll, aber der Herr hilft mir. (14) Der Herr ist meine Macht, und mein Psalm, und ist mein Heil. (15) Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten: Die Rechte des Herrn behält den Sieg; (16) Die Rechte des Herrn ist erhöht; die Rechte des Herrn behält den Sieg. (17) Ich werde nicht sterben, sondern leben, und des Herrn Werk verkündigen. (18) Der Herr züchtiget mich wohl, aber er gibt mich dem Tode nicht. (19) Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, dass ich dahinein gehe, und dem Herrn danke. (20) Das ist das Tor des Herrn; die Gerechten werden dahinein gehen. (21) Ich danke dir, dass du mich demütigst, und hilfst mir. (22) Der Stein, den die Bauleute verworfen, ist zum Eckstein geworden. (23) Das ist vom Herrn geschehen und ist ein Wunder vor unseren Augen. (24) Dies ist der Tag, den der Herr macht; lasst uns freuen, und fröhlich darinnen sein. (25) O Herr, hilf, o Herr, lass wohl gelingen! (26) Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Wir segnen euch, die ihr vom Hause des Herrn seid. (27) Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet. Schmücket das Fest mit Maien, bis an die Hörner des Altars. (28) Du bist mein Gott, und ich danke dir; mein Gott, ich will dich preisen. (29) Dankt dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währt ewig.
Einer der lieblichsten Fest- und Freudenpsalmen Israels, bei dem es einem heute noch festlich ums Herz wird, wie einst vor Jahrtausenden, da am fröhlichen Laubhüttenfest die wechselnden Chöre der Priester und Leviten die Strophen dieses Psalms einander entgegensangen. Mancher Vers dieses Psalms heimelt uns beim Lesen schon an wie ein alter lieber Bekannter, dem wir bei festlicher Gelegenheit schon manchmal an heiliger Stätte begegnet sind, denn dieser Psalm ist wie ein lieblicher Blumengarten, aus dem man Blumen und Maien pflücken kann und gepflückt hat fast für jeden Festtag der Kirche: so am Adventfest das Wort aus V. 26: „Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn“; am Christfest aus V. 24: „Dies ist der Tag, den Gott gemacht“; am Osterfest aus V. 15: „Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten“; am Pfingstfest aus V. 22: Der Stein, den die Bauleute verworfen, ist zum Eckstein worden“; am Kirchweihfest V. 19: „Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit“; am Ernte- und Dankfest V. 1 und 29: „Dankt dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währt ewig“; am Geburtsfest des Königs haben wir schon V. 14 als Text vernommen: „Der Herr ist meine Macht und mein Psalm und mein Heil.“ Und an manchem Hochzeitsfest ist schon V. 25 gebetet worden: „O Herr, hilf, o Herr, lass wohlgelingen.“
So ist denn dieser Psalm nicht nur ein Lieblingslied der christlichen Kirche, sondern insbesondere auch unseres Luthers Leib- und Lieblingspsalm gewesen, der ihn sich zum besonderen Trost zugeeignet, den 17. Vers daraus in seiner Studierstube aufgehängt hat seinen Feinden zum Trotz: „Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werk verkündigen“, und der folgendes über diesen Psalm sagt: „Das ist mein Psalm, den ich lieb habe. Wiewohl der ganze Psalter und die Heilige Schrift gar mir auch lieb ist, als die mein einziger Trost im Leben ist, so bin ich doch sonderlich an diesen Psalm geraten, dass er muss mein heißen und sein, denn er sich auch redlich um mich gar oft verdient und mir aus manchen großen Nöten geholfen hat, da mir sonst weder Kaiser, Könige, Weise, Kluge, Heilige hätten helfen mögen.“
So sei denn dieser Lieblingspsalm Luthers, ja der ganzen christlichen Kirche auch uns heut willkommen, unsere Herzen zu erfreuen und zum Lobe Gottes zu ermuntern, und auch in unserer Mitte soll jetzt widerhallen das liebliche Thema, womit dieser Psalm beginnt und schließt:
Dankt dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währt ewig.
Wenn wir nun den Psalm im Einzelnen durchgehen, so müssen wir uns den feierlichen Festzug des Volks am Laubhüttenfest vorstellen, wie er diesen Psalm singend unter Anführung der Priester und Leviten den Tempelberg hinaufsteigt und zu den Toren des Heiligtums einzieht; wir wollen uns diesem Festzug jetzt im Geist anschließen und im Herzen miteinstimmen in seine wechselnden Chorgesänge.
1)
Da vernehmen wir denn zuerst den Aufruf zum Dank an alles Volk. Das ist der erste Chor, den die Leviten an der Spitze des Festzugs anstimmen, V. 1-4.
V. 1: „Dankt dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währt ewig.“ Es ist schon früher einmal erinnert worden, dass dieses liebliche Psalmwort besonders in den späteren Psalmen nach der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft häufig wiederkehrt zum fröhlichen Gedächtnis, wie auch, nachdem er sein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig verborgen, doch der treue Gott mit großer Gnade sein Volk wieder sammeln will, und zugleich zum schönen Zeichen, wie man die Güte des Herrn umso dankbarer schätzt und seine Freundlichkeit umso demütiger erkennt, nachdem man auch seine züchtigende Hand erfahren hat. Und nun, was die Sänger vorgesungen, das soll einen fröhlichen Widerhall finden im ganzen Volk:
V. 2: „Es sage nun Israel: Seine Güte währt ewig.“ Ja, das Israel, das die treue Hilfe seines Gottes so oft und viel erfahren hat vom Durchzug durchs rote Meer bis zum Heimzug aus der babylonischen Gefangenschaft, das soll tausendstimmig mit einfallen: „Seine Güte währt ewig.“ Und voran sollen ihm gehen mit gutem Exempel die Priester des Herrn:
V. 3: „Es sage nun das Haus Aarons: Seine Güte währt ewig.“ Ja, die Priester, die im Namen des Volks die Opfer des Danks und der Anbetung vor Gott brachten und im Namen Gottes Gnade und Segen verkünden durften vom Herrn, die zu Verwaltern und Pflegern gesetzt waren über den geistlichen Segen in himmlischen Gütern, den der Herr von altersher über sein Volk ausgeschüttet, die sollen's auch laut bezeugen vor dem ganzen Volk: „Seine Güte währt ewig.“ Und zum dritten Mal soll's widerhallen:
V. 4: „Es sagen nun, die den Herrn fürchten: Seine Güte währt ewig.“ Wer sind denn die, welche hier noch aufgerufen werden zum Preise des Herrn? Wir wollen denken: Es sind alle, die auch außer dem alten Bundesvolk Israel des Herrn Namen fürchten und seine Güte erfahren haben. Wir wollen denken: Damit sind auch wir gemeint, die wir ja wohl auch Ursache haben, sei es als Gemeinde im Ganzen, sei es jeder Einzelne besonders, es aus eigner Erfahrung zu bekennen: Ja, seine Güte währt ewig. Unsere Jahre fliehen, unsere Zeit eilt, Lust und Leid hienieden wechselt; aber eines bleibt: „Seine Güte währt ewig.“ Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. Nun ein Beispiel und Beweis davon:
2) Vom 5-18. Vers tritt ein Vorsänger auf und erzählt im Namen des Volks die Gnadentaten des Herrn. Er erzählt, wie in großer Angst das Volk zum Herrn schrie:
V. 5: „In der Angst rief ich den Herrn an und der Herr erhörte mich und tröstete mich.“ Was ein David getan und ein Hiob, das hat auch das ganze Volk lernen müssen, als es an den Wassern zu Babel trauernd saß: Sie haben in der Trübsal den Herrn gesucht. Und er ließ sich finden;
V. 6. 7: „Der Herr ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht; was können mir Menschen tun? Der Herr ist mit mir, mir zu helfen, und ich will meine Lust sehen an meinen Feinden.“ Herrliches Wort des Glaubens und des Gottvertrauens! So hat auch David gesprochen: „Ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab tröstet mich.“ So hat auch Paulus geschrieben: „Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein?“ So hat der alte christliche Märtyrer Gordius im Angesichte der Folter, als ihm der römische Richter mit den schrecklichsten Qualen drohte um seines Christenglaubens willen, getrost erwidert mit den Worten unseres 6. Verses: „Der Herr ist mit mir, was können mir Menschen tun?“ So wollen auch wir's brauchen als kräftiges Arzneimittel und Präservativ gegen alle Menschenfurcht: „Der Herr ist mit mir, was können mir Menschen tun?“ Nichts, als was mein Gott ihnen erlaubt; also nichts, als was mir gut und heilsam ist. Der Herr ist mit mir, das ist mehr als Heeresmacht und Fürstengunst:
V. 8. 9: Es ist gut, auf den Herrn vertrauen, und sich nicht verlassen auf Menschen, und sich nicht verlassen auf Fürsten.“ Das hat ein David erfahren, als Sauls Gunst in tödlichen Hass sich verwandelte und ihm der Spieß des zornigen Königs an den Schläfen vorübersauste; das hat Luther erfahren, als er preisgegeben und in die Acht getan ward von seinem eigenen Kaiser, der ihn hätte ehren und schützen sollen. Das hat die ganze Kirche Christi tausendmal erfahren, die nicht auf Menschenmacht und Fürstengunst angewiesen ist, sondern auf die Gnade ihres himmlischen Königs und auf die Macht ihres göttlichen Schutzherrn. Das wollen auch wir uns merken im Umgang mit den Menschen, insbesondere mit den Mächtigen und Gewaltigen. Wir wollen der Menschen Liebe nicht verachten, aber auch nicht drum buhlen; wir wollen uns ihrer freuen, wo sie uns ungesucht entgegenkommt, aber wir wollen nicht darauf bauen. Wir wollen uns das christliche Denkverslein merken, das mir neulich ein alter, 75 jähriger Mann gesagt hat als den Wahlspruch, der ihm durchs Leben geholfen:
Menschengunst und Gottes Gnad
Ist gut, wo man's beisammen hat.
Soll's aber Menschengunst nicht sein,
So tut's auch Gottes Gnad allein.
Ja, die tut's auch gegen alle Macht und List der Welt, gegen allen Hass und Grimm der Bösen. Das rühmt abermals der Sänger im Namen Israels, V. 10-13.
V. 10: „Alle Heiden umgeben mich“, eigentlich: umgaben. Der Sänger spricht von vergangenen Zeiten. Wirklich hatte ja Israel die ganze Macht der Heiden gegen sich in den Zeiten seiner Schmach und Demütigung. Von den einen war es verlassen, von den andern bedrängt; die einen traten's mit Füßen, die andern sahen zu und freuten sich seines Falls. Und dennoch spricht der Glaube: „Aber im Namen des Herrn will ich sie zerhauen.“ Und wiederholt's zum zweiten Mal:
V. 11: „Sie umgeben mich allenthalben, aber im Namen des Herrn will ich sie zerhauen.“ Und bestätigt's zum dritten Mal:
V. 12: „Sie umgeben mich wie Bienen, sie dämpfen wie ein Feuer in Dornen, aber im Namen des Herrn will ich sie zerhauen.“ Wie zornige Bienen mit ihrem Stachel einen Wanderer umschwärmen und bedrohen, oder wie ein Feuer in Feld und Wald knisternd um sich frisst: so übermächtig waren die Feinde Israels. Und doch spricht der Glaube: „Aber im Namen des Herrn will ich sie zerhauen.“ Und siehe, es geschah also:
V. 13: „Man stieß mich, dass ich fallen sollte; aber der Herr half mir.“ Und darum nun das schöne Bekenntnis:
V. 14: Der Herr ist meine Macht und mein Psalm und mein Heil.“ So sang schon in uralter Zeit Israel dem Herrn, nachdem er's mit starkem Arm hindurchgeführt durchs rote Meer (2. Mos. 15, 2.). So wiederholt fast wörtlich auch der königliche Prophet Jesaja (Jes. 12, 2.). So darf auch heute noch die gläubige Gemeinde lobsingen und jede gläubige Seele rühmen: Der Herr ist meine Macht: durch den Herrn bin ich stark; und mein Psalm: von dem Herrn und seinen großen Taten darf ich lobsingen; und mein Heil: auf den Herrn und seine Güte, die ewig währt, will ich vertrauen jetzt und in alle Ewigkeit.
V. 15. 16: „Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten: Die Rechte des Herrn behält den Sieg; die Rechte des Herrn ist erhöht; die Rechte des Herrn behält den Sieg.“ Sogleich nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft hielten die Israeliten daheim ein feierliches Laubhüttenfest; damals sang man vom Sieg in den Hütten der Gerechten. Und bei jedem Laubhüttenfest später, als der Tempel wieder aufgerichtet war, sang man mit Freuden wieder von jenem seligen Sieg der gerechten Sache, von jener herrlichen Durchhilfe des barmherzigen Gottes. Und so darf man auch heute noch oft Siegs- und Freudenlieder singen in der Gemeinde des Herrn. So oft wir wieder ein fröhliches Osterfest feiern in unsern Kirchen, singt man mit Freuden vom Sieg, vom Sieg des großen Siegesfürsten über Sünd und Hölle, über Tod und Grab in der Gemeinde der Gerechten. Und auch daheim in ihren Hütten schenkt der Herr den Seinen manchen frohen Sieg im Kampf und Streit des Lebens, manches liebliche Dankfest, wo man im Rückblick auf die Gnadentaten und Wunderhilfen des Herrn fröhlich lobsingt: „Der Herr hat Großes an uns getan, die Rechte des Herrn behält den Sieg.“ Da heißt's dann auch heute noch bei einem treuen Knecht und einer frommen Magd des Herrn:
V. 17: „Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werk verkündigen.“ Weil mich der Herr so oft schon vom Rande des Grabes zurückgeführt und mir gnädig bis hierher mein Leben gefristet, so will ich auch ihm leben und sein Wort verkünden und sein Werk treiben, so lang noch ein Odem in meinem Munde ist und ein Pulsschlag in meinem Herzen. Und auch wenn einmal meine Tage hienieden zu Ende sind, so werde ich nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werk verkünden. Der allmächtige und getreue Gott, dessen Durchhilfe ich hienieden so oft erfuhr, der wird mir auch hinüberhelfen durch Tod zum neuen Leben, wo ich mit neuen Zungen ihn loben, in höherem Beruf ihm dienen darf. Denn, und das ist die kurze Summa aller Führungen Gottes und das Bekenntnis aller seiner Knechte, V. 18: „Der Herr züchtigt mich wohl, aber er gibt mich dem Tode nicht.“ Während also der Vorfänger die großen Taten Gottes gerühmt hat, müssen wir uns denken, ist der Festzug angekommen an den Toren des Heiligtums.
3)
Nun begehren die Sänger Einlass mit dem Chor, V. 19: „Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, dass ich dahineingehe und dem Herrn danke.“
4)
Innen aus dem Vorhof antworten die Leviten abermals mit dem Chorgesang, V. 20: „Das ist das Tor des Herrn, die Gerechten werden dahineingehen.“ Gottlob, dass auch wir noch jeden Sonntag also anklopfen dürfen und singen: Tut mir auf die schöne Pforte, führt in Gottes Haus mich ein! Gottlob, dass auch uns die Pforten des Gotteshauses allezeit offenstehen, um im Gebet unsern Dank und unser Anliegen vor Gott zu bringen. Gottlob, dass uns noch eine viel lieblichere und gewaltigere Stimme antwortet, so oft wir anklopfen an der Gnadenpforte, nämlich die Stimme des Sohnes Gottes, der da spricht: Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.
5)
Nun werden die Pforten geöffnet und im Hineinziehen singen die Sänger des Festzugs ihr Danklied, V. 21-25. Mit demütigem Dank ziehen sie ein ins Heiligtum, mit Dank nicht nur für die jetzige Rettung, sondern auch für die frühere heilsame Züchtigung:
V. 21: „Ich danke dir, dass du mich demütigst und hilfst mir.“ Aber wie wunderbar sind nun Gottes Wege:
V. 22: „Der Stein, von den Bauleuten verworfen, vom Herrn aber zum Eckstein gemacht.“ Das war im Alten Testament schon das Volk Israel, von der Welt verachtet, von Gott erwählt; das ist aber in seiner vollen Herrlichkeit erst am Sohne Gottes erfüllt, wie er selber bezeugt (Matth. 21) und wie Petrus rühmt (Apostelg. 4): „Denn es ist in keinem andern Heil, ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, darinnen wir sollen selig werden.“ Wohl dem, der auf diesen Stein sein Heil gründet und sein Haus erbaut. Nun klingt abermals der Lobgesang zum Himmel empor. Das Volk preist den Herrn fürs Vergangene, V. 23; freut sich vor dem Herrn der Gegenwart, V. 24; bittet um seinen Segen für die Zukunft, V. 25. Und so ziehen sie ein ins Heiligtum.
6)
Nun schallt ihnen von innen der Gruß des inneren Chors entgegen, V. 26. 27: Der Willkomm im Hause des Herrn, V. 26: „Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Wir segnen euch, die ihr vom Hause des Herrn seid.“ So segnen wir auch heute noch alle, die zum Hause des Herrn, zur Gemeinde der Gläubigen gehören, und heißen sie willkommen im Namen des großen Gottes. V. 27: Blumen und Kränze sollen aufgehängt werden aus Palmen und grünen Zweigen, von Ölbaum und Myrthen sollen Hütten erbaut werden zum fröhlichen Laubhüttenfest. 7) Zum Schluss stimmt das ganze Volk das Lob- und Danklied an, V. 28. 29. So schließt der Psalm, wie er angefangen hat, mit Lob und Preis, und so wollen auch wir einstimmen, so oft wir die Güte Gottes erfahren dürfen im Leiblichen und im Geistlichen, und wollen den Herrn preisen hier in vergänglichen Hütten und einst im himmlischen Zelt, hier in irdischen Tempeln und einst im oberen Heiligtum: „Dankt dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währt ewig.“
Tausendmal sei dir gesungen, Herr, mein Gott, solch Lobgesang,
Weil es mir bisher gelungen; ach lass meines Lebens Gang
Ferner noch durch Jesu Leiten nur gehn in die Ewigkeiten:
Da will ich, Herr, für und für ewig, ewig danken dir!
Amen.