Konrad Beckhaus - Das Evangelium von der Vergebung der Sünden - Vorwort.
Denen gegenüber, die die Predigtgabe des seligen Beckhaus aus eigner Erfahrung kennen, bedarf es keiner Entschuldigung, dass die zahllosen Predigtbände noch um einen neuen vermehrt werden, haben sie doch seit langer Zeit auf das Erscheinen desselben mit Sehnsucht gewartet. Den Andern aber rufen wir zu: Nehmt und lest! Den Eindruck wird Jeder auch bei flüchtigem Hineinsehen haben, dass es nicht gewöhnliche Predigten sind, ihren wahren Wert wird freilich nur der erkennen, der sie langsam und mit Nachdenken liest. Es sind Predigten für solche Leute, die mit Furcht und Zittern ihre Seligkeit schaffen und darum den zermalmenden Hammerschlägen der göttlichen Wahrheit nicht ausweichen, die aber darum auch den einzigen wahren Trost ins zerschlagene Herz fassen können, den es für Leben und Sterben gibt: das Evangelium von der Vergebung der Sünden.
Eins fehlt den Predigten allerdings, das ist die mächtige Persönlichkeit, die einst jeden Satz und jedes Wort mit Glut und Leben erfüllte. Beckhaus selbst pflegte wohl diejenigen, die ihn um die Herausgabe seiner Predigten baten, mit den Worten abzuweisen: Predigten muss man hören! Doch das ist eben der Übelstand bei allen gedruckten Predigten. Wir sind aber der guten Zuversicht, dass auch ohnedem der vorliegende Band Vielen eine teure Erinnerung an den unvergesslichen Mann und eine Quelle der Erbauung und des Segens sein wird. „Seine Blätter verwelken nicht!“
Dorstfeld, den 18. November 1891.
Burgbacher,
Pfarrer.