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| - | ======Reiff, | + | ~~NOTOC~~ |
| + | ======Reiff, | ||
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| + | | Stadtpfarrer zu Stuttgart. | ||
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| + | ===== Texte ===== | ||
| - | Predigt am ersten Sonntag nach dem Fest der Erscheinung\\ | + | < |
| - | von Stadtpfarrer Reiff in Stuttgart. | + | |
| - | Ev. Mark. 10, 13-16. (II. Jahrgang.) | + | | ★ |[[Reiff |
| - | **Und sie brachten Kindlein zu Jesu, dass er sie anrührte. Die Jünger aber fuhren die an, die sie trugen. Da es aber Jesus sah, ward er unwillig und sprach zu ihnen: Lasst die Kindlein zu mir kommen und wehrt ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt als ein Kindlein, der wird nicht hineinkommen. Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie.** | + | |
| - | Als einst ein feindlicher Eroberer in Rom eindrang und nach den Schätzen der Christengemeinde fragte, führte ihn der Diakonus Laurentius in einen Saal, in welchem die Armen der Gemeinde versammelt waren, und deutete auf sie mit den Worten: „Das sind unsere Schätze.“ Was sie von Gütern haben, meinte er, verwende die Gemeinde auf diese, um einen Schatz im Himmel zu haben und einmal nicht leer auszugehen, wenn der Herr das vergelte, was man einem der geringsten unter seinen Brüdern erwiesen. So könnten wir auch vielleicht einem, der uns nach unseren Schätzen fragt, nicht viel Gold und Silber zeigen. Wir könnten aber unsere Kinderstuben oder unsere gefüllten Schulen, unsere Kinderlehr- oder Konfirmandenunterrichtsräume öffnen, könnten auf unsere Kinder weisen und sagen: „Das sind unsere Schätze.“ In der Tat, mit jeder Kinderseele, | + | < |
| - | I. Nicht in die Welt hinein; sie gehören ins Reich Gottes; \\ | ||
| - | II. Vielmehr zu Jesu; der will sie dahin führen; \\ | ||
| - | III. Aber nur nicht unsere Kinder allein, sondern wir mit ihnen. | ||
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| - | Wohin mit unseren Kindern? Auf diese Frage gibt uns der Gang der Mütter zu Jesu in unserem Evangelium, die Kindlein auf den Armen, die rechte Antwort, nämlich zunächst den Bescheid: | ||
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| - | =====I. Nicht in die Welt hinein; sie gehören ins Reich Gottes.===== | ||
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| - | Nicht in die Welt hinein, sagen wir. Nicht in die Eitelkeit der Welt mit dem Putz und Tand der Kleidung und äußeren Erscheinung. Wie behängt man doch die unschuldigen Kleinen, fast als wären sie unser Spielzeug, mit allem Flitter, um seine Augen an denselben zu weiden oder um vor andern Staat damit zu machen! Und die heranwachsenden steckt man in allen erdenklichen Putz, um sie in die Welt einzuführen, | ||
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| - | Sie gehören in das Himmelreich. Ihrer ist das Reich Gottes, sagt der Herr in unserem Evangelium. Wir Menschen gehören überhaupt in das Himmelreich; | ||
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| - | Die Könige gehören ins Reich Gottes. Aber auch wir alle. Vor allem aber gehören die Kinder, diese kleinen Majestäten, | ||
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| - | Es hat Macht und Mittel sie zu bewältigen. In seinem weiten Raum findet jedes seine Stelle. Wer nach ihm zuerst trachtet, dem wird auch hierin alles zufallen. O wenn seine Ordnungen unter uns sich recht ausbreiteten und Gottes Geist unter uns herrschend würde, wie vieles würde dann anders. Lasst sie uns tief einprägen, diese erste Antwort auf unsere Frage: Wohin mit unseren Kindern? Die Antwort: Nicht hinein in die Welt; sie gehören in das Reich Gottes. | ||
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| - | =====II. Vielmehr zu Jesu; der will sie dahin führen===== | ||
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| - | Fahren wir in dieser Antwort weiter. | ||
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| - | Zu Jesu wollen wir unsere Kinder führen. So machten es die Mütter in unserem Evangelium. Sie haben das richtige Gefühl, den rechten Zug gehabt. Der Heiland hat für Jung und Alt etwas Anziehendes. Gibt es für Kinder etwas Lieblicheres als z. B. die Kindheits- und Jugendgeschichte Jesu? Die Jünger, welche die Kinder von Jesu zurückweisen wollten, waren die Unverständigen. Sie sind uns ein Bild jener übergescheiten Leute, die da meinen, man dürfe bei den Kindern nicht so früh mit den geistlichen Dingen anfangen, man müsse sie erst im Natürlichen und Weltlichen recht heranwachsen und erstarken lassen; es müsse ja auch das volle Verständnis dafür da sein, bis sie einen Spruch oder ein Lied lernen sollen. Da möchten sie wohl zu alt für das Lernen werden; und ihr zartes Gemüt würde dann von den Dingen dieser Welt überflutet, | ||
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| - | Jesus führt sie dann in das Reich Gottes. Er selbst ist der Mittelpunkt dieses Reiches. Sind sie also bei ihm, so sind sie auch in seinem Reich. In unserem heutigen Evangelium nimmt Jesus die Kinder auf die Arme, herzet und segnet sie. Was mag das den Müttern gewesen sein! Und was mag es den Kindern in ihrem späteren Leben ausgetragen haben! Sicher wird manches derselben später in die junge Christengemeinde eingetreten sein. Wir wollen uns indes hüten, dies in unseren Gedanken sinnlich auszuweben, als wäre das etwas Einziges und Außerordentliches, | ||
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| - | =====III. Aber nur nicht unsere Kinder allein zu Jesu, sondern wir mit ihnen.===== | ||
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| - | Nicht unsere Kinder allein. So halten es leider Viele. Sie ließen es sich nicht nehmen, sie halten darauf, dass ihre Kinder in dem Glauben der Kirche aufwachsen. Das Evangelium und die Liebe zu Jesu scheint ihnen für die Erziehung unentbehrlich, | ||
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| - | Nein, wir mit unseren Kindern zu Jesu. Wir wollen für unsere Kinder nicht nur wie die Wegweiser sein, welche ihnen den Herrn Jesum zeigen, selbst aber nicht mit zu ihm gehen. Wir wollen mit ihnen gehen, wollen ihnen vorangehen, wollen wenigstens hinter ihnen drein gehen! Wenn man ein Lamm sicher irgendwohin haben will, man darf nur das Lämmlein nehmen und es wird uns folgen. Wir wollen von unseren Kindern lernen, kindlich, gläubig, einfältig werden und die Sorgen wegwerfen. O wie schön ist es auch, wenn Eltern und Kinder zusammen Gott dienen, zusammen in Gottes Haus gehen, wie Jesu Eltern mit dem zwölfjährigen Knaben, und wenn sie zu Hause miteinander die Hände zum Gebet erheben und Gottes Wort betrachten, wenn das ganze Haus hineingeschlungen wird in den seligen herrlichen Verband des Reiches Gottes. Amen. | ||
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