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 <html></h3></html> <html></h3></html>
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-John R. MacDuff - Worte Jesu an die Müden 
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-Vorwort. 
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-"Ein Wort zu seiner Zeit", sagt der Weise, "ist sehr lieblich." Wenn dies schon im Allgemeinen wahr ist, welch' ein viel höheres und heiligeres Interesse müssen dann für uns die Aussprüche der Mensch gewordenen Weisheit haben die Worte Jesu! 
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-Ein jeder Teil der Heiligen Schrift ist zur Nahrung für die Seele bestimmt ist Brot des Lebens, aber die Worte Jesu können wir als den besten Weizen, als den Honig aus dem wahren Felsen, mit welchem Er uns sättigen will, betrachten. "Die Worte, die Ich rede, die sind Geist und sind Leben." 
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-Die nachfolgenden Worte sind besonders als "Worte für die Müden" ausersehen, - heilender Balsam für verwundete Seelen vom Baume des Lebens. Jesus war von Gott gesalbt viele und trostreiche Worte zu reden. "Der Herr Herr hat mir eine gelehrte Zunge gegeben, dass ich wisse mit den Müden zur rechten Zeit zu reden." Lasst uns, wie der aus der Tiefe zu dem Herrn rufende fromme Sänger, mit den Worten: "Ich harre des Herrn, meine Seele harrt und ich hoffe auf Sein Wort," (Ps. 130, 5.) uns zu dem wenden, der zu uns redet. 
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-Achtzehnhundert Jahre sind verflossen, seitdem diese Worte ausgesprochen wurden. Mit dem Tone unveränderter und unwandelbarer Liebe hallen sie noch aus dem Allerheiligsten wieder ebenso frisch wie an dem Tage, da sie geredet wurden, fließen sie auch heute von den Lippen Dessen, der für alle Zeiten das Kennzeichen an sich trägt: "Derselbe Jesus." Leser, indem du dich ihrer Betrachtung hingibst, suche dir diese einfache aber ernste Wahrheit zu vergegenwärtigen, "Christus spricht zu mir!" 
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-Es kann wahrlich nichts Tröstlicheres geben, womit du deine Augen auf dem nächtlichen Lager schließen, oder was du am Morgen zu den Pflichten (vielleicht auch Leiden und Prüfungen) des Tages mitnehmen kannst, als "Ein Wort Jesu." 
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-1. Tag. Die gnadenreiche Einladung 
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-Gedenkt an das Wort des Berrn Jesu, das Er gesagt hat: **Kommt her zu mir Alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.** Matth. 11, 22. 
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-O gnadenreiches Wort des gnadenreichen Heilandes! 
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-Wie ruht die Seele in dir so sicher und hat Frieden für immer! Schon jetzt ist eine Ruhe vorhanden die Ruhe in der Gnade und die Ruhe in der Herrlichkeit. Nicht bloß Zeichen des Friedens werden uns dargeboten - heimatliche Lichter erhellen unsern Erdenpfad. Wir sind schon jetzt unter dem Schatten des großen Felsen im dürren Lande. Nur vor dem Stuhle ist ein stilles, gläsernes Meer gleich dem Kristall; aber der vom Sturme Umhergetriebene findet schon auf Erden einen Hafen der Ruhe. "Wir, die wir glauben, gehen ein zur Ruhe." 
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-Leser, hast du diese Ruhe in dem Blute und Heilswerke Immanuels gefunden? Seele, die du lange gesucht und keinen Frieden gefunden, tönt dir dieses Wort wie Sphärenmusik - "kommt her zu mir?" Jeder andere Friede ist trügerisch, falsch und unwahr. Der Adler verschmäht den goldenen Käfig als einen armseligen Ersatz für seinen freien Flug. Das innere Verlangen der unsterblichen Seele kann nur Befriedigung finden in der Gemeinschaft mit Gott und in der Liebe Jesu. 
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-Wie unbegrenzt ist diese Einladung! Wenn der Eintritt in die Bundes-Arche nur an eine einzige Bedingung geknüpft wäre, so würden wir auf ewig dem Sturme preisgegeben sein. Aber alle sind gleich berechtigt und gleich willkommen, Keiner hat einen Vorrang noch Vorzug. Euch Allen, die ihr mühselig und mit Sünden beladet seid, steht die Gnadentüre offen. 
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-Gehe denn ein zu deiner Ruhe, müde Seele! Lass die süßen Worte Jesu, mitten in der Unruhe des Lebens, sich in dein Herze senken. Unter Seinem Schutze bist du sicher für Zeit und Ewigkeit. Es wird nicht fehlen an mancherlei Angst, Sorge und Not, - das innere Verderben wird immer wieder hervorbrechen; aber das wird nur sein wie die bewegte Oberfläche des Ozeans, während in der Tiefe beständige Ruhe herrscht. Du erhältst stets Friede nach gewisser Zusage, denn man verlässt sich auf dich." (Jes. 25, 6.) In der Welt reiht sich Sorge an Sorge, Mühe an Mühe, Sünde an Sünde; aber jede Woge, die über die Seele des Gläubigen dahinfährt, flüstert ihm leise zu: "Friede, Friede!" Und wenn der Vorgenuss dieser Ruhe so köstlich ist, wie herrlich muss dann ihre Vollendung sein? Erwachend am Morgen der Unsterblichkeit, den unruhigen Traum des Erdenlebens ausgeträumt - Glauben zum Schauen geworden - Hoffnung erfüllt, keine Gewalt der Sünde mehr, kein verborgener Trieb zum Bösen - Nichts, was des Geistes ewige Ruhe stören kann. So ruht die zitternde Seele, wo sie allein sicher und beständig ruhen kann in dem Genusse des unendlichen Gottes. 
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-Solches habe ich mit euch geredet, dass ihr in mir Frieden habt. Ev. Joh. 16, 33. 
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-2. Tag. Die tröstliche Verheißung. 
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-Gedenkt an das Wort des Herrn Jesu, das Er gesagt hat: **Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr des Alles bedürft.** Matth. 6, 32. 
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-Obgleich diese Worte ursprünglich von dem Herrn Jesu in Bezug auf zeitliche Dinge gesprochen wurden, können sie doch dem Kinde Gottes als ein Wahlspruch dienen in allen Wechselfällen seines vielbewegten Lebens. Sie sollten alle Befürchtungen aufheben, alle Klagen verstummen machen, und zu demütiger Ergebung führen. "Mein himmlischer Vater weiß, dass ich des alles bedarf." Wo kann ein Kind sicherer oder besser aufgehoben sein, als in der Hand seines Vaters? Wo kann es dem Christen wohler sein, als in der Gnadenhand seines Gottes? Wir sind nicht im Stande, darüber zu urteilen, was uns Not tut. Wir befinden uns sicher unter der Leitung der vollkommenen Weisheit Gottes. Wenn wir uns in einem Augenblicke unbesonnener Vermessenheit versucht fühlen würden zu sagen: "Es geht alles über mich," dann möge dieses Wort solche voreilige Anmaßung strafen. Die unfehlbare Weisheit und väterliche Liebe hat dies Alles für nötig befunden. 
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-Meine Seele, gibt es etwas, das deinen Frieden stört? Sind die Heimsuchungen dunkel, ist das Kreuz schwer? Sind geistliche Stüken entrissen, ist dein "Kürbis" wie Gras verdorrt? Schreibe auf Alles dies: "Euer Vater weiß, dass ihr des Alles bedürft." Er war es, der deine Bürde vermehrte. Warum? Es war dir nötig. Er war es, der deinen Abgott niederwarf. Warum? Es war dir nötig. Jener Abgott hatte Seine Stelle eingenommen; er musste ihn entfernen! Er war es, der deine weltlichen Pläne durchkreuzte, deine liebsten Hoffnungen zu Schanden machte. Warum? Es war dir nötig. Da lauerte eine Schlange auf dem Wege, den du zu gehen wünschtest; aber der Herr hat dir einen größeren, geistlichen Segen vorbehalten. Er kam dir zuvor mit seiner Güte. Trachte danach, ein kindlicheres Vertrauen zu deinem himmlischen Vater zu gewinnen. Du bist nicht freundlos und verlassen in dem Kampfe mit den Stürmen der Wüste. Deine Mara, sowie deine Elim sind von ihm bestimmt. Eine gnadenreiche Wolkensäule geht dir voran. Folge ihr im Sonnenschein und Sturm. Er mag dich auf Umwegen führen, aber er wird dich nie verkehrt führen. Unaussprechliche Zärtlichkeit ist das Kennzeichen aller Seiner Führungen. "Sein Name sei gesegnet," sagt ein geprüfter Christ. "Er macht meine Füße gleich den Hirschen und stellt mich auf meine Höhe." (Ps. 18, 34.) 
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-Und wer ist es, der dieses beruhigende Wort ausspricht? Er ist es, der selbst den Trost dieser Versicherung in Seinem eigenen furchtbaren Leiden empfand; dass Alles nötig war, Alles vorher bestimmt; dass von der Wiege in Bethlehem bis zum Kreuze anf Golgatha kein überflüssiger Dorn sich in dem Schmerzenskranze befand, den Er, der Mann der Schmerzen, trug. Jeder Tropfen des bitteren Kelches war von Seinem Vater gemischt: "Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat?" Ach, wenn Er in dieser Stunde unsäglicher Seelenangst in dem Gedanken Erquickung finden konnte, dass die Vaterhand die fürchterliche Glut entzündet, welch großen Trost besitzt dieselbe Wahrheit für alle seine duldenden Nachfolger! Wie! Ein überflüssiger Tropfen, ein vergeblicher Schmerz! ein unnötiges Kreuz! Weg mit dem verborgenen Unglauben! Er gab Seinen Sohn für dich! Er nennt Sich Deinen Vater! Was für Prüfungen dich auch niederbeugen, lass dieses Wort dir sein wie Öl, das auf das bewegte Meer gegossen; lass es jede rebellische Träne trocknen. "Denn dein himmlischer Vater weiß, dass du des Alles bedarfst." 
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-Dein Wort ist wohl geläutert, und dein Knecht hat es lieb. 
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-3. Tag. Die Macht des Gebetes 
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-Gedenkt an das Wort des Berrn Jesu, das Er gesagt hat: **Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun; auf dass der Vater geehrt werde in dem Sohne.** Joh. 14, 13. 
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-Teurer Jesu! du bist es, der den Deinen die Pforten des Gebets eröffnet. Ohne dich wären sie auf ewig geschlossen geblieben. Es war dein hohenpriesterliches Versöhnungswerk auf Erden, welche sie zuerst öffnete; es ist dein Mittleramt im Himmel, das sie noch offen erhält. Wie unbegrenzt ist das Versprechen: "Was ihr bitten werdet!" Es ist das Unterpfand alles dessen, was der arme Sünder bedarf. Alles, was ein allmächtiger Erlöser geben kann! Als der große Haushalter über die Geheimnisse Seiner Gnade, spricht Er zu einem jeden Seiner getreuen Knechte: "Nimm deine Anweisung und schreibe unter diese meine Unterschrift, was du willst;" und wenn die leere Stelle ausgefüllt ist, überschreibt Er noch jede Bitte mit den Worten: "Ich will es tun!" 
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-Er ermuntert uns weiter "in Seinem Namen" zu bitten. spricht hiervon als von dem Schlüssel zum Herzen Gottes. Sowie David den hilflosen Krüppel vom Hause Sauls um Jonathans willen liebte, so will der Vater, kraft unserer Bundesverwandtschaft mit dem wahren Jonathan (wörtlich: "die Gabe Gottes") es sich angenehm sein lassen, uns überschwänglich zu tun, "über Alles, das wir bitten oder verstehen." 
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-Leser, kennst du die Seligkeit, jede Not und jede Sorge, jeden Kummer und jedes Leid, dem Ohre des Heilandes anzuvertrauen? Er heißt "Rat". Mit überaus zärtlicher Teilnahme kann er in die verborgensten Tiefen deines Schmerzes eingehen. 
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-Die Not mag groß sein, aber "Er hält dich unter den Armen ewiglich". Denke dir Ihn jetzt, den großen Bundesengel, das Räucherfass mit vielem Weihrauch gefüllt, in welchem deine schwächsten Gebete, deine gedrücktesten Seufzer ihren Platz finden, die duftende Wolke mit Wohlgefallen vor des Vaters Thron aufsteigend. Die Antwort mag verziehen; deine Bitten mögen lange unerhört um den Gnadenstuhl zu schweben scheinen. Der gnädige Gott findet es oft für gut, auf diese Weise den Glauben und die Geduld seines Volkes zu prüfen. Er hört gern den Wohlklang deines inbrünstigen Flehens, Er sieht gern, dass du durch Schwierigkeiten nicht abgeschreckt, durch scheinbare Vergessenheit und Vernachlässigung nicht entmuthigt wirst. Aber zuletzt wird er doch kommen, die zurückgehaltene Quelle Seiner Liebe und Barmherzigkeit wird endlich hervorbrechen, die besänftigenden Töne werden zu Seiner Zeit sich hören lassen: "Dir geschehe nach deinem Wort!" 
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-Kämpfer Christi! Neben deiner übrigen Rüstung vergiss nicht das "Bitten und Flehen im Geiste." Dieses ist es, welches den Harnisch Gottes hell und glänzend erhält. So lange du dich noch draußen in der dunklen Erdennacht, im feindlichen Lager befindest, so entzünde dein Wachtfeuer am Räucheraltar. 
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-Du musst wie Moses auf dem Berge flehen, wenn du wie Josua im täglichen Kampfe der Welt überwinden willst! Vertraue deine Sache deinem Erlöser. Du kannst ihn mit deiner Zudringlichkeit nicht ermüden. Es ist seine Wonne, dich zu erhören. Vater wird durch Geben geehrt. Der unvergessliche Ausspruch in Bethanien bleibt unverändert und unwiderruflich. 
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-Sein "Ich weiß, dass du Mich allezeit hörst." Er ist noch der, "der mit Gott kämpft und obliegt." - Noch ist Er der Verheißer und Vermittler, noch lebt Er und liebt! 
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-Ich harre des Herrn, meine Seele harrt, und ich hoffe auf Sein Wort. 
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-4. Tag. Die enthüllten Gnadenführungen. 
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-Gedenkt an das Wort des Herrn Jesu, das Er gesagt hat: **"Was ich tue, das weißt du jetzt nicht, du wirst es aber hernach erfahren.** 
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-Joh. 13, 7. 
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-O gesegneter Tag, an welchem das lang versiegelte geheimnisvolle Buch sich öffnen wird, an welchem "aufbrechen werden alle Brunnen der großen Tiefe," und man "Wassergüsse sehen wird" und Alles als eine überschwängliche Offenbarung vollkommener Weisheit und unsäglicher Liebe erkannt werden wird! Hier täuschen wir uns oft über die Führungen des Herrn; wir können seine Wege nicht ergründen: sie sind tief, wie der Brunnen zu Sichar, und wir haben Nichts, womit wir schöpfen können. Aber bald werden die "Geheimnisse Gottes" vollendet, die rätselhaften "Siegel" mit ihren verborgensten Bedeutungen eröffnet werden. Wann der "wolkenlose Morgen" anbricht, wird jede Seele wie ein Engel in der Sonne stehen,es wird keinen Schatten geben, es wird vollkommen Tag sein! 
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-Sei stille, Christ! die Führungen deines himmlischen Vaters mögen dir dunkel erscheinen, es mag kein goldener Saum, kein "Bogen in den Wolken" zu sehen sein. Traue ihm nur noch eine kleine Weile. Ein Kind traut dem, was sein Vater ihm sagt: späterhin wird ihm Manches klar werden, was seinem kindlichen Verstande unbegreiflich war. Auf dieser Erde bist du in der Unmündigkeit deines Daseins Ewigkeit ist der Seele unsterbliches Mannesalter. Dort wird jede Führung offenbar werden, und alle Dunkelheit vor den Fluten jener unendlichen Herrlichkeit weichen! 
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-Ach! anstatt zu sein "wie Einer, der von seiner Mutter entwöhnt wird," wie sind wir doch so sehr geneigt, uns mit dem zu befassen, was uns zu hoch ist! Nicht mit der Gewissheit zufrieden, dass unser Vater es will, sondern vermessen nach dem Wie und Warum forschend. Wenn es unrecht ist, über das unvollendete Werk eines Menschen ein Urteil zu fällen; wenn der Maler, der Bildhauer, oder der Hankwerker es nicht zugeben würde, dass man seine Arbeiten in noch rauem, unvollendetem, unreifem Zustande beurteile; wie vielmehr ist dies mit den Werken Gottes der Fall! Wie viel mehr sollten wir ihn ehren durch einfältige, vertrauende, rückhaltlose Ergebung in seinen Willen, zufrieden harrend auf die Erfüllung dieser zukünftigen Verheißung, wenn alle die Lichter und Schatten des jetzt noch unvollendeten Gemäldes, zu einem harmonischen Ganzen vermischt und verbunden sein werden, wenn alle die noch zerstreuten Steine des Tempels in ihre bestimmten Stellen hineingefügt werden, dem ganzen Bau Einheit, Ebenmaß und Festigkeit gebend. 
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-Und wer ist es, der diese Worte des Lebens spricht: "Was Ich tue?" Er ist es, der für uns starb! der jetzt für uns lebt! Teurer Jesu! du magst Manches tun, was unsere blinden Herzen lieber ungetan sähen. Wunderbar ist Er mit Seinem Tun. Das schwerste Kreuz (wir mögen es vielleicht das härteste, ja unerträglichste nennen), welches Du uns auferlegen magst, wollen wir nur als die scheinbare Strenge unsäglicher und unveränderlicher Liebe betrachten. Die Ewigkeit wird es offenbaren, dass Alles, Alles nötig war; dass nichts Anderes, nichts Geringeres genügt hätte! Wenn auch jetzt nicht, so wird doch dann, droben bei einem ruhigen Rückblick auf das Leben, dies die vollste Überzeugung sein: 
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-Des Herrn Wort ist wahrhaftig, und was Er zusagt, das hält Er gewiss. 
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-5. Tag. Des Vaters Ehre 
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-Gedenkt an das Wort des Herrn Jesu, das Er gesagt hat: **Darinnen wird mein Vater geehrt, dass ihr viele Frucht bringt.** 
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-Joh. 15, 8. 
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-Wenn wir den unendlichen Ozean der Gnade des Neuen Bundes übersehen, dessen jede Welle "Gott ist die Liebe!" zu flüstern scheint, tritt uns da nie der Gedanke vor die Seele: "was kann ich für dieses große Wesen tun, welches so viel für mich getan?" Vergelten kann ich nicht! Meine reinsten Dienste können eben so wenig zu Seiner unendlichen Herrlichkeit hinzufügen, wie die kleinste Kerze zu dem Schein der Mittagssonne, oder ein Tropfen Wassers zu dem grenzenlosen Meere beitragen kann. Und doch, wunderbarer Gedanke! es kann sich aus dieser meiner unwürdigen Seele ein Zufluss von Ehre ergießen, welchen Er, der den zerschlagenen und demütigen Geist liebt, nicht verachten wird. 
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-"Darinnen wird mein Vater geehrt, dass ihr viele Frucht bringt." 
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-Leser! Bist du ein fruchttragender Baum in deines Herrn Weingarten? Suchst du dein Leben Seiner Ehre zu weihen, als ein Dankopfer für Seine unverdiente Liebe? Vielleicht ist es dir nicht vergönnt, in den Augen der Welt viele Frucht zu zeigen. Deine Verhältnisse und deine Stellung im Leben verbieten dir vielleicht, glänzende Dienste, oder großartige und auffallende Anstrengungen in der Sache des Herrn - das hat nichts zu bedeuten. Es ist oft die im Verborgenen reifende, von den Menschen ungesehene und ungekannte Frucht, die er am meisten schätzt; der stille, demütige Wandel, Geduld und Ergebung, - Sanftmuth und Niedrigkeit, dich ohne Rückhalt Seinen Händen anvertrauen, willig, auch im Dunkeln, sich von ihm führen zu lassen; sprechen: nicht mein Wille, sondern Dein Wille der uneigennützige Geist, geschehe; das sanfte Ertragen eines Unrechts, das himmlische Wohltun - dies sind einige jener "Früchte", die der Vater liebt und durch welche er geehrt wird. Vielleicht ist es bei dir die Zeit der Prüfung, - ein langwieriges Krankenlager, ein herber Verlust, - ein siebenmal geheizter Ofen. Auch hierin kannst du deinen Gott lieblich ehren. Nie wird der himmlische Vater durch Sein Kind auf Erden mehr geehrt, als wenn er inmitten des Glühofens nichts hört, als das sanfte Atmen des Glaubens und der Liebe, "Er mache es mit mir, wie es Ihm wohlgefällt." Ja, auf diese Weise kannst Du ihn ehren, wie es die Engel, in einer Welt, wo es keine Versuchung gibt, nicht tun können. Jene können Gott nur mit der Krone ehren; du kannst es mit dem Kreuze und der Aussicht auf die Krone zugleich! Ach, wenn er strenge mit dir verfährt wenn Er, als der große Weingärtner, Seine Reben beschneidet, ihre Äste abhaut, ihre üppigen Zweige, ihre schönen Reben abstreift! Gedenke an das Ziel! "Er reinigt ihn, dass er mehr Frucht bringe," und "darinnen wird mein Vater geehrt!" 
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-Deine Aufgabe sei es, geduldig in Seinen Händen zu ruhen, in stiller Ergebung zu sprechen: Vater, verkläre deinen Namen! Verkläre dich selbst, sei es durch Geben oder Nehmen, mir voll einschenkend, oder meinen Kelch ausleerend! Lass mich keinen andern Willen, als nur den Deinen kennen. Die Engel besiken kein höheres Vorrecht, als den Gott zu ehren, vor welchem sie ihre Kronen niederwerfen. Welche Seligkeit, in dieser Weise auf Brüderschaft mit den Geistern der obern Gemeinde Anspruch machen zu können! nein, mehr noch, mit dem Heilande selbst in dem Gegenstande Seiner eigenen, erhabensten Freude verbunden zu sein; da Er sagt: "Ich habe dich verklärt auf Erden." 
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-Solches rede ich zu euch, auf dass meine Freude in euch bleibe, und eure Freude vollkommen sei. 
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 Worte Jesu an die Müden. Worte Jesu an die Müden.
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-„Nachtwachen ",\\+„Nachtwachen",\\
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