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-Krummacher, Friedrich Wilhelm - Der leidende Christus - XXXV. Das Gotteslamm.======+======Krummacher, Friedrich Wilhelm - Der leidende Christus - XXXV. Das Gotteslamm.======
  
 „Die Idee des Gottes,“ sagt Jemand, „der die Prüfung und den Fall der Urmenschen zuließ, damit sie sich ihrer Freiheit und göttlichen Natur bewusst werden möchten, - welches herrlich und erhebend durch den Sieg hätte geschehen können, aber schmerzlich und demütigend durch den Fall geschah, - erfordert notwendig die Idee der Erlösung.“ Ja, also ist es. Die erste Hindeutung auf die Art und Weise, in der die Erlösung zu Stand und Wesen kommen sollte, begegnet uns 1 Mos. 3, 21, wo uns berichtet wird, Gott habe den ersten Menschen nach dem Sündenfall „Röcke von Fellen gemacht und sie ihnen angezogen.“ So seltsam, ja fast kindermärchenhaft, diese Erzählung klingt, so sinnig und tief bedeutsam ist sie. Ein Tun außerordentlicher göttlicher Herablassung erzeigt sich hier; aber es sollte eben nach Gottes Absicht von vorneherein sich offenbaren, dass nur ein solches Tun die Rettung der sündigen und dem Fluch verfallenen Welt vermitteln könne. Die gefallenen Menschen hatten den Versuch gemacht, sich selbst zu helfen, und mit Feigenblättern ihre Blöße zu bedecken. Gott aber verwarf diese Hülle als eine unzureichende, und bezeugte dadurch, dass der Mensch der Befähigung, sich selbst gerechtfertigt vor Seinen Augen darzustellen, durchaus ermangele. Er selbst, der Allerhöchste, übernahm es darum in eigener Person, dem Sünder eine Bekleidung zu verschaffen, in welcher er sich wieder vor Ihm könne blicken lassen. Wie aber vollführte Jehova dieses Werk? Ein unschuldiges Leben ward geopfert, ein Tier, unbezweifelt ein Lamm, und dessen reines Vlies den Sündern zur Decke-dargereicht. Wer verkennt in diesem göttlich symbolischen Akte den Urtypus aller späteren Opfer der Hütte und des Tempels? Und wer sieht nicht, dass das Lämmervlies, welches den ersten Sündern ihre Blöße bedeckte, nach Gottes Willen das bedeutungsvolle Vorbild der Gerechtigkeit war, welche der Mittler Christus gehorchend, leidend und sterbend uns erstritt? Was im Anfang der Menschengeschichte vor den kaum geschlossenen Pforten des Paradieses figürlich geschah, sehen wir in den Passionsevangelien wirklich werden. Ja, was Gott an Adam und Eva in tiefer Symbolik tat, das vollzieht er wesenhaft bis zu dieser Stunde an Allen, die um ihre Sünden bekümmert zu Seinem Gnadenthrone ihre Zuflucht nehmen.  „Die Idee des Gottes,“ sagt Jemand, „der die Prüfung und den Fall der Urmenschen zuließ, damit sie sich ihrer Freiheit und göttlichen Natur bewusst werden möchten, - welches herrlich und erhebend durch den Sieg hätte geschehen können, aber schmerzlich und demütigend durch den Fall geschah, - erfordert notwendig die Idee der Erlösung.“ Ja, also ist es. Die erste Hindeutung auf die Art und Weise, in der die Erlösung zu Stand und Wesen kommen sollte, begegnet uns 1 Mos. 3, 21, wo uns berichtet wird, Gott habe den ersten Menschen nach dem Sündenfall „Röcke von Fellen gemacht und sie ihnen angezogen.“ So seltsam, ja fast kindermärchenhaft, diese Erzählung klingt, so sinnig und tief bedeutsam ist sie. Ein Tun außerordentlicher göttlicher Herablassung erzeigt sich hier; aber es sollte eben nach Gottes Absicht von vorneherein sich offenbaren, dass nur ein solches Tun die Rettung der sündigen und dem Fluch verfallenen Welt vermitteln könne. Die gefallenen Menschen hatten den Versuch gemacht, sich selbst zu helfen, und mit Feigenblättern ihre Blöße zu bedecken. Gott aber verwarf diese Hülle als eine unzureichende, und bezeugte dadurch, dass der Mensch der Befähigung, sich selbst gerechtfertigt vor Seinen Augen darzustellen, durchaus ermangele. Er selbst, der Allerhöchste, übernahm es darum in eigener Person, dem Sünder eine Bekleidung zu verschaffen, in welcher er sich wieder vor Ihm könne blicken lassen. Wie aber vollführte Jehova dieses Werk? Ein unschuldiges Leben ward geopfert, ein Tier, unbezweifelt ein Lamm, und dessen reines Vlies den Sündern zur Decke-dargereicht. Wer verkennt in diesem göttlich symbolischen Akte den Urtypus aller späteren Opfer der Hütte und des Tempels? Und wer sieht nicht, dass das Lämmervlies, welches den ersten Sündern ihre Blöße bedeckte, nach Gottes Willen das bedeutungsvolle Vorbild der Gerechtigkeit war, welche der Mittler Christus gehorchend, leidend und sterbend uns erstritt? Was im Anfang der Menschengeschichte vor den kaum geschlossenen Pforten des Paradieses figürlich geschah, sehen wir in den Passionsevangelien wirklich werden. Ja, was Gott an Adam und Eva in tiefer Symbolik tat, das vollzieht er wesenhaft bis zu dieser Stunde an Allen, die um ihre Sünden bekümmert zu Seinem Gnadenthrone ihre Zuflucht nehmen.