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| - | ====== Dammann, Julius - Ich meinte ====== | ||
| - | 2. Könige 5, 9-13: „**Also kam Naeman mit Rossen und Wagen und hielt vor der Tür des Hauses Elisas. Und Elisa sandte einen Boten zu ihm und ließ ihm sagen: Gehe hin und bade dich siebenmal im Jordan, so wird dir dein Fleisch wiederhergestellt, | ||
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| - | Also kam Naeman - und hielt vor der Tür am Hause Elisas. In diesem also liegt alles, was vorher passiert ist, nämlich warum Naeman kam und wie Naeman kam. Er kam, weil er aussätzig war. Sonst wäre er wohl nicht gekommen. Ja die Not, die liebe Not hat's zuwege gebracht, daß ein Feldmarschall aus zwei Palästen kommend mit Rossen und Wagen vor dem bescheidenen Häuslein des Elisa hält. Not lehrt beten, bitten, anklopfen, suchen. Herr, wenn Trübsal da ist, so suchet man Dich, und wenn Du sie züchtigest, | ||
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| - | Also kam Naeman vor die Tür des Hauses Elisas. Also. Die junge Dirne aus dem Lande Israel steckt auch in diesem also. Hätte sie nicht den Mut gehabt, den Herrn und seinen Propheten zu bekennen vor ihrer Herrschaft, so hätte Naeman nie den Weg gefunden zum Propheten Elisa. Wie sollen sie aber glauben, von dem sie nichts gehört haben? (Röm. 10,14). Jedes offene Bekenntnis zu dem Herrn heftet einen Sieg an seine Fahne. Welch selige Wonne, wenn du es hören darfst: Dich hat Gott gebraucht, mich zu retten. Also kam Naeman. Er kam mit königlichen Empfehlungsbriefen, | ||
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| - | Hast du schon mal darüber nachgedacht, | ||
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| - | Naeman hat es auch lernen müssen und ist sehr selig dabei geworden. Laßt uns davon hören. | ||
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| - | ===== Naeman vor Elisas Hause ===== | ||
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| - | ==== I. Die Botschaft des Elisa ==== | ||
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| - | Das Haus des Elisa wird wohl ein bescheidenes Häuschen gewesen sein. Naeman aber kam eben aus dem Paläste des Königs von Israel. Im Palaste war er gewesen. In das Haus des Propheten ging er nicht. Wir verstehen es. Es ist schwer, sehr schwer für den großem Feldmarschall, | ||
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| - | So meinen es die hohen, vornehmen, gebildeten, aufgeklärten, | ||
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| - | Warum kommt Elisa nicht heraus? Und wirft sich in sein bestes Kleid, eilt dem Generalfeldmarschall entgegen, bückt sich tief vor ihm und bedankt sich für die große Ehre und fragt nach seinem Begehr? | ||
| - | Er will dem Naeman zu verstehen geben, daß seine Ehren und Reichtümer ihn nicht retten können, daß kein Mensch, auch Elisa nicht, sondern Gott allein nur helfen kann. Laßt uns, meine Lieben, diesen Mann bewundern, der sich durch nichts bestechen läßt. Er ist ein Mann, der Gott fürchtet, darum fürchtet er sich vor keinem Menschen. Oh, daß der Herr uns frei machte von aller elenden Menschenfurcht! | ||
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| - | Und nun Elisas Botschaft: Gehe hin und bade dich siebenmal im Jordan, so wirst du rein werden! | ||
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| - | Wie einfach ist dieses Gebot! Wie leicht auszuführen! Und doch wie schwer für den Naeman! Warum untertauchen? | ||
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| - | Aber das ists: Naeman soll sich beugen unter das Wort, glauben an das Wort. Und wie er sich bücken muß, wenn er untertaucht, | ||
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| - | Was sollen wir daraus lernen? Zum ersten: Gott läßt dir auch eine Botschaft sagen durch andere. Sooft gepredigt wird, hörst du diese Botschaft. Sooft du deine Bibel aufschlägst, | ||
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| - | Das ist die Botschaft Gottes an dich, du Menschenkind, | ||
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| - | ==== II. Die Antwort des Naeman ==== | ||
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| - | Was nun kommt, ist nicht erfreulich zu hören: Da ward Naeman zornig und zog weg und sprach: „Siehe, ich meinte . . .“ Und zum Schluß heißt es nochmal: Und er wandte sich und zog weg im Zorn. Er ward zornig, denn es geschah nichts von dem, was er erwartet hatte. Es kam ganz anders, als er es sich gedacht. Er wollte Hilfe, aber er wollte vorschreiben, | ||
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| - | „Ich meinte“, spricht er. Ich meinte. O dieses böse „ich meinte“! Dadurch sind zahllose Seelen verlorengegangen und gehen bis auf den heutigen Tag verloren. | ||
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| - | Dem einen paßt dieses nicht, dem anderen das nicht. Tut Buße, bekehret euch! „Ich meine, das gilt nur für Hurer, Mörder, Diebe und grobe Sünder, aber nicht für mich.“ Verflucht ist, wer nicht alle Worte des Gesetzes hält, daß er darnach tue. „Ich meine, daß ist doch zu viel verlangt, alle Worte des Gesetzes zu halten.“ Meine Sünde ist mehr, denn Haare auf meinem Haupte. „Ich meine, das ist mindestens eine Übertreibung.“ Die Sünde ist der Leute Verderben. „Ich meine, daß mein Elend keine Folge der Sünde sein kann.“ Ein jeglicher murre wider seine Sünde. „Ich meine, meine Krankheit, meine Armut, mein Leiden sind viel mehr des Murrens wert als meine Sünde.“ Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. „Ich meine, an diese Botschaft kann heutzutage kein gebildeter und denkender Mensch mehr glauben.“ Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. „Ich meine, so wie ich bin, müßte mich Gott auch gebrauchen können und mir seine Herrlichkeit offenbaren.“ Das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, macht uns rein von allen Sünden. „Ich meine, diese Blut- und Wundentheologie ist eine abgetane Sache. Mir kommt es zuerst darauf an, aus meiner äußeren Not errettet zu werden.“ Ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christo in Gott. Ich lebe, doch nicht ich, Christus lebt in mir. „Ich meine, das streift an Muckerei und Pietismus! Ich bin ja ein achtbarer Mensch, gehe zur Kirche und zum Abendmahl.“ Er tut, was die Gottesfürchtigen begehren, Er hört ihr Schreien und hilft ihnen. „Ich meine, dann müßte er mir auch geben, was ich immer begehre, und helfen, wann und wie ich will, wenn ich nur Schreie.“ „Ich meine, die Herrlichkeit des ewigen Lebens ist schon gut, aber lieber ist mir vorläufig ein Leben ohne Kreuz und Trübsal.“ | ||
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| - | So fallen die beiden Worte „ich meine, ich meinte“ wie ein Meltau auf alle Gebote und Verheißungen der Heiligen Schrift. Habe ich dir nicht gesagt, so du glauben würdest, du solltest die Herrlichkeit Gottes sehen? Wie kannst du erwarten, nur etwas von der Herrlichkeit Gottes zu sehen, so du deinem Gott den Glauben schuldig bleibst und hinter das Wort deines Gottes setzest dein: aber ich meine. Mit diesem „ich meine“ verstopft sich der Mensch die Quelle der göttlichen Erbarmung und Hilfe. Denn Gott bindet sich an sein Wort und nicht an das „Meinen“ der Menschen. | ||
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| - | Mit diesem „ich meinte“ erwacht die Seele in der Ewigkeit, um ewig verloren zu sein. „Ich meinte, es sei alles Pfaffen-Lug und -Trug, was gepredigt wurde, aber nun erfahre ich, daß das Evangelium Wahrheit ist in Zeit und Ewigkeit.“ „Ich meinte, es sei genug mit dem Getauftsein und Konfirmiertsein und meinem kirchlichen Leben, aber nun habe ich kein Leben bei Gott, weil ich kein Leben in Gott hatte, da ich lebte!“ „Ich meinte, es genügte zur Seligkeit, daß ich kein grober Lasterknecht war, kein Dieb und kein Mörder, aber nun sehe ich, daß mein ganzes Leben in Sünden verloren war.“ „Ich meinte, die ' | ||
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| - | Menschenkind, | ||
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| - | Paradies, Paradies,\\ | ||
| - | wie ist deine Frucht so süß.\\ | ||
| - | hinter deinen Lebensbäumen\\ | ||
| - | wird uns sein, als ob wir träumen.\\ | ||
| - | Bring uns, Herr, ins Paradies! Amen. | ||
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