Matthäus, Cap. 4.
Cap. III, 1 - IV, 11.
Johannes der Täufer; Jesu Taufe und Versuchung (Fortsetzung)
1. Alsdann ward Jesus in die Wüste geführet vom Geiste, um versucht zu werden vom Teufel. 2. Und da er gefastet vierzig Tage und vierzig Nächte, hungerte ihn hinterher. 3. Da trat der Versucher zu ihm, und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brodt werden. 4. Er aber antwortete und sprach: Es stehet geschrieben: Nicht vom Brodte allein lebet der Mensch, sondern von jeglichem Worte, das durch den Mund Gottes hervorgehet. (5 Mos. VIII, 3.) 5. Alsdann nimmt ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellet ihn auf die Zinne des Tempels, 6. und sagt zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich hinab; denn es stehet geschrieben: Seinen Engeln wird er gebieten deinethalben, und auf den Händen werden sie dich tragen, daß du nicht etwa an Steine stoßest deinen Fuß. (Os. XCI, 11. 12.) 7. Es sprach zu ihm Jesus: Wiederum stehet geschrieben: Du sollst nicht versuchen den Herrn deinen Gott. (5 Mos. VI, 16.) 8. Wiederum nimmt ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeiget ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit, 9. und sagt zu ihm: Dieß alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. 10. Alsdann sagt Jesus zu ihm: Weiche von mir, Satan! denn es stehet geschrieben. Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten, und ihm allein dienen. (5 Mos. VI, 13). 11. Alsdann verläßt ihn der Teufel; und siehe, Engel kamen herbei, und versorgten ihn [mit Speise].
Cap. IV, 12 - 22.
Jesu Rückkehr nach Galilä; Berufung der vier Apostel.
12. Da aber - Jesus* gehöret, daß Johannes überliefert war, entwich er nach Galiläa. 13. Und er verließ Nazareth, und kam und wohnete zu Kapernaum, das am See lieget, in den Grenzen von Sebulon und Naphtali: 14. auf daß erfüllet würde der Ausspruch Jesaia's, des Propheten, der da sagt: 15. Land Sebulon und Land Naphtali, Strich am See, jenseit des Jordans, Galiläa der Heiden, 16. das Volk, das im Finstern wohnete, schauete ein großes Licht; und die da saßen im Lande und Schatten des Todes, Licht ging ihnen auf. (Jes. VIII. 25. IX. 1.) 17. Von da an begann JEsus zu verkündigen, und zu sagen: Thut Buße, denn das Himmelreich hat sich genahet.
18. Als er aber am See von Galiläa umherwandelte, sah er zween Brüder, Simon, genannt Petrus, und Andreas, dessen Bruder, wie sie das Netz warfen in den See; denn sie waren Fischer. 19. Und er sagt zu ihnen: Folget mir, so will ich euch zu Menschenfischern machen. 20. Sie aber ließen alsbald die NEtze, und folgeten ihm. 21. Und als er von dannen weiter ging, sah er zween andere Brüder, Jakobus, Zebedäus Sohn, und Johannes, dessen Bruder, wie sie im Schiffe mit Zebedäus, ihrem Vater, ihre Netze zurecht machten. Und er rief sie. 22. Sie aber liessen alsbald das Schiff und ihren Vater, und folgeten ihm.
Cap. IV, 23 - VII, 29
Die Bergpredigt.
23. Und Jesus zog umher in ganz Galiläa, indem er lehrete in den dortigen Synagogen, und das Evangelium vom Reiche verkündigte, und allerlei Krankheit und allerlei Gebrechen heilete im Volke. 24. Und sein Ruf ging aus in ganz Syrien, und man brachte zu ihm alle, so sich übel befanden, die mit mancherlei Krankheiten und Plagen behaftet waren, und Besessene und Mondsüchtige und Gichtbrüchige; und er heilete sie. 25. Und es folgete ihm viel Volkes aus Galiläa und den Zehenstädten und Jerusalem und Judäa und von jenseit des Jordans.