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Matthäus, Cap. 16.

Cap. XVI - XVIII; Vom Sauerteig der Pharisäer; Petrus Bekenntniß; Verklärung Jesu; Heilung eines Besessenen; Jesus verkündet seinen Tod; vom Stater im Fische; Rangstreit der Jünger

1. Und es traten die Pharisäer und Sadducäer herzu, und verlangten von ihm versuchend, daß er sie ein Zeichen vom Himmel sehen ließe. 2. Er aber antwortete, und sprach zu ihnen: Wenn es Abend ist, so saget ihr: Schönes Wetter, denn der Himmel ist roth; 3. und des Morgens: Heute stürmisches Wetter, denn der Himmel ist roth und trübe. Ihr Heuchler! die Gestalt des Himmels verstehet ihr zu beurtheilen, die Zeichen der Zeiten aber nicht? Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht verlangt ein Zeichen; aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden denn das Zeichen Jona's, des Propheten. Und er verließ sie, und ging hinweg.

5. Und als seine Jünger ans jenseitige Ufer gingen, vergaßen sie Brodt mit sich zu nehmen. 6. Jesus aber sprach zu ihnen: Sehet zu und hütet euch vor dem Sauerteige der Pharisäer und Sadducäer! 7. Sie hatten nun Gedanken unter einander und sagten: Weil wir kein Brodt mitgenommen haben. 8. Da das Jesus merkete, sprach er -zu ihnen*: Was habt ihr Gedanken unter einander, ihr Kleingläubigen, weil ihr kein Brodt mitgenommen habt? 9. Seid ihr noch unverständig, noch auch erinnert ihr euch an die fünf Brodte der Fünftausend, und wie viel Körbe ihr wegnahmet? 10. noch auch an die sieben Brodte der Viertausend, und wie viel Körbe ihr wegnahmet? 11. Wie mögt ihr nicht verstehen, daß ich nicht wegen Brodtes euch sagte euch zu hüten vor dem Sauerteige der Pharisäer und Sadducäer? 12. Alsdann sahen sie ein, daß er nicht gesagt sich zu hüten vor dem Sauerteige des Brodtes, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadducäer.

13. Als aber Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi gekommen war, fragte er seine Jünger, und sagte: Wer sagen die Leute daß ich der Menschen-Sohn sei? 14. Sie sprachen: Etliche: Johannes der Täufer; andere: Elias; noch andere: Jeremia, oder einer der Propheten. 15. Er sagt zu ihnen: Ihr aber, wer sagt ihr daß ich sei? 16. Da antwortete Simon Petrus, und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. 17. Und Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Selig ibst du, Simon Bar-Jona! Denn Fleisch und Blut hat es dir nicht geoffenbaret, sondern mein Vater im Himmel. 18. Ich sage dir aber auch, daß du Petrus [Felsen] bist, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen. 19. Und ich will dir die SChlüssel des Himmelreichs geben; und was du irgend bindest auf Erden, das wird auch im Himmel gebunden seyn; und was du irgend lösest auf Erden, das wird auch im Himmel gelöset seyn. 20. Alsdann gebot er seinen Jüngern, daß sie niemandem sagen sollten, daß er -Jesus* der Christus sei.

21. Von da an begann Jesus seinen Jüngern zu zeigen, daß er müsse nach Jerusalem gehen, und vieles leiden von den Aeltesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten, und getödtet, und am dritten Tage auferwecket werden. 22. Da nahm ihn Petrus bei der Hand, und fing an ihm einzureden, und sagte: Behüte dich Gott, Herr, das wird dir nicht geschehen! 23. Er aber wandte sich, und sprach zu Petrus: Weiche von mir, Satan! du bist mir ein Verführer; denn dir liegt nicht Gottes, sondern der Menschen Sache am Herzen. 24. Alsdann sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand will mir nachkommen, so verleugne er sich selbst, und trage sein Kreuz, und folge mir. 23. Denn wer irgend sein Leben retten will, der wird es verlieren; er aber irgend sein Leben verlieret um meinetwillen, der wird es erlangen. 26. Denn welchen Nutzen hätte der Mensch, wenn er die ganze Welt gewänne, seine Seele aber einbüßte? oder welch Lösegeld kann der Mensch geben für seine Seele? 27. Denn der Menschen-Sohn wird kommen in der Herrlichkeit seines Vaters, mit seinen Engeln; und alsdann wird er einem jeglichen vergelten nach seinem Thun. 28. Wahrlich sage ich euch: Es sind etliche unter denen, die hier stehen, die nicht den Tod schmecken werden, bis daß sie den Menschen-Sohn haben sehen kommen zu seinem Reiche.